03.11.2014, Luxor

SAINT VITUS & ORANGE GOBLIN

Text: inhonorus
Veröffentlicht am 11.11.2014

An diesem Montagabend kehrten die Grandfathers Of Doom in die Domstadt zurück. Im Gepäck ihrer 35th Anniversary-Tour (schon seit 1979 bringen die vier Jungs von SAINT VITUS unheil über die Bühnen dieser Welt!) hatten sie niemanden geringeres als das Stoner-Rock-Urgestein ORANGE GOBLIN. Da diese Konzert-Combo schon vorweg sehr viel versprach (auch für den Rezensenten, für den das Anno 2013er SAINT VITUS Konzert in derselben Location, auch abseits der Musik, zu einem unvergesslichen Abend zählt), füllte sich das Kölner Luxor relativ zügig mit den angepilgerten Doom-Jüngern.



ORANGE GOBLIN:

Pünktlich um Paukenschlag 20 Uhr betraten die vier Jungs von ORANGE GOBLIN, unter fast schon majestätischen Beifall, die Bühne und während Ben Ward ganz in MOTÖRHEAD-Manier „We are Orange Goblin and we play Rock ´n´ Roll“ verkündete, erklangen auch schon mit „Scorpionica“ die ersten Klänge der relativ langen Setlist. Die scheinbar ausgehungerte Meute vergeudete keine Zeit zum Warm werden und lies sich auf Anhieb von dem gewaltigen Stoner-Rock-Fluss mitreißen. Gerade bei den klassischen Rausschmeißnummern, die aus der ORANGE GOBLIN-Setlist gar nicht mehr wegzudenken sind, wie „Some You Win, Some You Lose“, „Quincy the Pigboy“ und „Red Tide Rising“ war kein halten mehr in der Bunde und die langen Mähnen wirbelten durch die aufgeheizte Luxor-Luft.

Die dreizehn Titel umfassende Setlist konzentrierte sich, wie zu vermuten war, stark auf den kürzlich raus gehauenen neuen Output der Londoner „Back From The Abyss“. Wobei überraschender Weise der vorab veröffentlichte Song „Sabbath Hex“ und die MOTÖRHEAD lastige Nummer „The Devils Whip“ am besten beim Publikum zündeten, jedoch „Heavy Lies The Crown“ am besten umgesetzt wurde. Bis auf das 2002er Album „Coup de Grace“ wurde von allen Alben bedient. Nach weit über eine Stunde Spielzeit, die leider für den einen oder anderen zu lang war, verließen die Londoner die Bühne und ließen eine mehr als aufgeheizte Meute zurück. Setlist: - Scorpionica - Acid Trial - Saruman´s Wish - Sabbath Hex - Heavy Lies The Crown - Blue Snow - Some You Win, Some You Lose - Into the Arms of Morpheus - The Devil´s Whip - The Fog - They Come Back (Harvest of Skulls) - Quincy the Pigboy - Red Tide Rising



SAINT VITUS:

Über SAINT VITUS braucht man eigentlich keine Worte mehr zu verlieren und so war es von vorn herein klar, dass die erfahrenen Jungs aus Los Angeles (Stadt der Engel, ironischer könnte es nicht sein!), trotz einer so guten Vorband, das Publikum genau dort abholen würde, wo es zurück gelassen wurde und es sogar noch einmal eine Etage höher zu hieven vermochte. Als das erste tiefe Klampfengebrumme Dave Chandlers durch die Bude zog, drängten die Doom-Jünger in Scharen zu der Bühne und ließen sich von dem Opener „Living Backwards“ und „I Bleed Black“, beide vom 1990er „V“-Album, förmlich den zähen Schmalz aus den Ohrmuscheln ziehen. Mit „War Is Our Destiny“ und „White Stallions“ wurde die aufgeheizte Atmosphäre im Luxor nochmals ein paar Grad wärmer. Angekündet wurde das SAINT VITUS Konzert mit dem Zusatz „Performing Born Too Late In Its Entirety“ und so wurde es auch, songtechnisch versetzt um sie Spannung aufrecht zu halten, umgesetzt. Alle sechs Songs vom 1986er SAINT VITUS-Klassiker „Born Too Late“ (welches nebenbei erwähnt, oft zitiert und die am besten verkaufte Vitus-Platte ist) wurden performt. Einziger Wermutstropfen war, dass das BLACK FLAG-Cover „Thirsty And Miserable“ von der 1990er „Born Too Late“-Neuauflage in der Setlist fehlte. Dafür wurde auf Songs von allen Alben, bis auf „C.O.D.“ und das 1995er Comeback-Album mit Scott Reagers „Die Healing“ zurückgegriffen.

Die letzten Songs des Abends, die aus der SAINT VITUS-Setlist schon längst nicht mehr wegzudenken sind, „ Dying Inside“ und „Born Too Late“ heizten noch einmal ordentlich ein, bevor die Jungs von der Bildfläche verschwanden. Unter fanatischen Zugabe-Chören enterten die vier Jungs kurzerhand noch einmal die Bühne um mit „Saint Vitus“ vom gleichnamigen Debütalbum das dem Publikum zu geben, was es begehrte, einen ordentlichen SAINT VITUS-Nachschlag. Setlist: - Living Backwards - I Bleed Black - War Is Our Destiny - Blessed Night - Let Them Fall - White Stallions - The Troll - The War Starter - The Lost Feeling - H.A.A.G. - Dying Inside - Clear Windowpane - Born Too Late - Saint Vitus


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