28.01.2015, PMK, Innsbruck

WOLF - The Devil Seed Tour 2015

Text: Laichster
Veröffentlicht am 30.01.2015

Nach der amtlichen Vollbedienung mit den Death-Göttern OBITUARY (zum Livereport) letzen Freitag fiebert man wenige Tage später schon der nächsten heiß ersehnten Metalfete zur Wochenteilung entgegen, doch anstatt bluttriefenden Todesblei gibt es am heutigen Abend klassischen Heavy-Metal mit Speed Touch durch die aus dem Ikea-Land stammenden WOLF und ihren rockenden Landsmännern von DEAD LORD. Trotz Wintereinbruch an diesem Mittwochabend und der akuten Gefahr im offenen Gelände durch Snow-Sharks attackiert zu werden, lässt sich doch eine kleine handverlesene Gruppe des harten Kerns der Tiroler Die-Hard Szene nicht davon abbringen sich ihren Weg durch Schnee und Eis in die Innsbrucker p.m.k. zu bahnen. Groß sind die Erwartungen an den heutigen Headliner, welcher mit "Devil Seed" (zum Review) zuletzt ein fulminantes Album vorlegte, oder um mit den Worten von Kollege Patsch zu sprechen: " WOLF haben ein derart dichtes, tightes und vor Spirit strotzendes Metalpaket geschnürt, dass jedes Metal-Heart vor Verzückung hüpfen muß, dieses Album wird sich wohl zwangsläufig in einigen Jahreslisten-Top-10 wiederfinden." Dementsprechend hofft man, beziehungsweise erwartet man heute eine energiegeladene Show welche die starke Longplayer-Leistung der Schweden in einer fetten Old-School metalischen Vollbedienung ins Herz der Alpen transportiert. Ob WOLF es schaffen den Erwartungen gerecht zu werden sei dem werten Leser im Folgenden berichtet, doch zuerst widmen wir uns beim ersten Glas, oder besser gesagt Plastikbecher Bier dem Opener des heutigen Abends.

DEAD LORD:
DEAD LORD krochen 2012 nebst einem Rudel Elche aus aus irgend einem schwedischen Wald nahe Stockholm und hatten sich eine Mission vorgenommen: "The mission was to rock!", und das machen die dezent auf Vintage getrimmten Herren bis heute und waren auch schon auf unterschiedlichsten Großveranstaltungen wie dem letztjährigen Rock Hard Festival vertreten und mit dem Longplayer "Goodbye Repentance" (zum Review) hat die Band wieder einmal bestätigt, dass das Land der Fertigteilmöbel einer der Hotspots für ausgezeichnete junge Rockbands ist. DEAD LORD ist irgendetwas zwischen knietiefer Verneigung vor Genrelegenden wie THIN LIZZY und abgefuckter 70ties Attitüde, und um 21:00 betreten die 4 Musiker die Bühne der Location um dies unter Beweis zu stellen.

"Because Of Spite" eröffnet den Abend vor noch nicht gerade zahlreich erschienen Publikum, doch die Band lässt sich davon nicht abbringen und zockt ein grundsolides Set mit schwedischer Coolness herunter. Fronter Hakim Krim, welcher übrigens optisch aussieht wie ein verunglücktes Experiment bei dem versucht wurde Ted Nugent mit Tingeltangel Bob zu kreuzen, interagiert sympathisch mit dem Pubikum und am Sound gibts auch nichts auszusetzen. Apropos optische Ähnlichkeiten, Basser Martin Nodin könnte doch glatt dem letzten "New Kids" Film entsprungen sein, gleich unzurechnungsfähig wie die Protagonisten des Films präsentiert er sich dann jedoch nicht und quält seinem Bass bei Songs wie "Onkalo" eine tighte Bassline heraus, welche mit Gitarrist Ölle Hedenström eine gelungene Vintage-Symbiose eingeht. Alles in allem liefern DEAD LORD heute eine überzeugende Vorstellung ab, genau der richtige Aufwärmer für die heiß ersehnten Headliner, oder wie es Professor Possessor so schön formulierte: "Die Jungs beweisen, dass man Highschool-Rock auch cool spielen kann!" Setlist: - Because Of Spite - No Prayers - Mindless - Strained - Onkalo - Hank - History Repeats Itself - Hammer To The Heart

WOLF: WOLF haben sich seit ihrem selbstbetitelten Debüt im Jahre 1999 ihren Platz in der Heavy Metal Szene erkämpft und sind zumindest jedem Die-Hard Freak ein Begriff und wie schon eingangs erwähnt sind die Erwartungshaltungen an die Band rund um Fronter und Sechsaiter Niklas "Stålvind" Olson hoch angesetzt. Man erwartet ein knalliges und vor allem drückendes Classic-Feuerwerk bei dem das Metal Heart schneller schlägt, doch irgendwie sollte alles ein bisschen anders kommen als erwartet, den Konzertbesuche sind manchmal wie in Bezug auf die Bandverfassung Lotto zu spielen und heute wurde leider nicht der Jackpot gezogen, doch alles der Reihe nach...

 

22:00 Uhr und der neben KISSIN DYNAMITE Fronter Hannes Braun auch als Helene Fischer Look-Alike bezeichnungswürdige Herr Stålvind betritt mit den restlichen Bandmitgliedern die Stage und brettert mit dem Aushängeschild von "Devil Seed" los. "Shark Attack" kommt auch aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes gut an, doch schon nach ein paar Minuten wird klar, heute steht die Band doch etwas wacklig auf ihren Beinen. Eigentlich zum in Euphorie ausbrechende Nummern wie "Skeleton Woman" oder "Evil Star" werden doch etwas lustlos heruntergespielt, nicht das man die Darbietung schlecht reden möchte, nein es fehlt einfach der letzte Funken Power, welchen die Band nicht schafft ins Publikum überspringen zu lassen um einen Großbrand zu entfachen, der Auftritt stellt sich in Summa Summarum einfach als zu nett und farblos dar, ein wenig mehr Biss, Ecken und Kanten hätten aus dem Gig bestimmt einen ordentlichen Arschtritt werden lassen können. Das der Bandleader dann auch stimmlich nicht ganz auf der Höhe zu sein scheint ist der Situation auch nicht gerade zuträglich, wahrscheinlich liegt es an dem Schnupfen den er sich eingefangen hat, von dem er uns erzählt als er sich die Nase putzt, warum ein Verkühlter aber mit entblößter Brust auf der Bühne steht wiederspricht dann doch ein wenig der Logik oder vielleicht handelt es sich um eine nordische Abhärtungsmethode für den Aufbau von Abwehrkräften? Am Ende des Sets holt man dann doch noch ein wenig auf und lässt mit "Speed On" und "Genocide" doch noch einmal durchblicken was man an einem guten Tag zu leisten fähig wäre, doch der heutige Auftritt war leider als Ganzes betrachtet nur ein gescheiterter Versuch eines heroischen Aufbäumens, eine Vollbedienung sieht anderst aus. Trotzdem verzeiht man WOLF dann spätestens am Merch-Stand den etwas verpatzten Auftritt und trinkt mit den Musiker noch ein Wochenteilungsbier und lässt sich allerhand metalische Memorabilia signieren.

Setlist:
- Overture in C Shark
- Shark Attack
- The Bite
- Skeleton Woman
- My Demon
- Voodoo
- Night Stalker
- Evil Star
- Frozen
- Hail Caesar
- I Will Kill Again
- Full Moon Possession
- Skull Crusher
- Venom
- Speed On
----------------------------------------
- Genocide
- Killing Floor

Und auch wenn man heute keine grenzgeniale Show mit Nackenbrecher Charakter geboten bekommen hat, so darf man hier gleich auf das nächste Event im Tiroler Land verweisen, welches sich tausendprozentig als solches entpuppen wird, am 07.02.2015 werden DESASTER (FB Event) das alte Kino Landeck zerstören und Stormbringer wird euch wie gewohnt ausführlich vom höllischen Inferno berichten! Da unsere wackere Stormbringer-Fotografin Tina leider krankheitsbedingt absagen musste, geht der Dank für die Pics diesmal an meine unverwüstliche Handy-Cam, wir bitten die Fotoqualität dementsprechend zu entschuldigen und melden uns spätestens beim nächsten Report mit gestochen scharfen Bildern retour.


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