29.03.2015, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

STEEL PANTHER

Veröffentlicht am 31.03.2015

Mit mittlerweile gewisser Regelmäßigkeit gastieren die amerikanischen Spaß-Rocker von STEEL PANTHER nun schon in heimischen Gefilden, und auch 2015 geben sich die Mannen rund um Fronter Michael Starr wieder im Wiener Gasometer die Ehre. Die zahlreichen Gastspiele der jüngeren Vergangenheit, insbesondere natürlich die Gigs am Nova Rock, haben mittlerweile dafür gesorgt, dass die Planet Music-Halle im Gasometer auch schon einige Tage vor der Show das bei Veranstaltern geliebte und bei Fans gefürchtete "Sold Out!" vermelden kann; einzig ein paar Restplätze in den Rängen gibt's noch kurzfristig zu ergattern. Und ob solcher Aussichten auf eine zünftige Rock-Show an einem Sonntagabend machte sich natürlich auch dieser Rezensent wieder einmal gen Gasometer auf, und wurde nach Ankunft erstmals von den LOUNGE KITTENS überrascht, einem englischen Damen-Trio aus Southampton, das sich der Darbietung von originellen Lounge-Versionen von Rock- und Metalklassikern verschrieben hat. Und was die drei Mädels drauf haben, das lässt sich mit einem einzigen Wort recht treffend beschreiben: fantastisch! Denn egal, ob das Trio "Run To The Hills" von IRON MAIDEN anstimmt, "Chop Suey" von SYSTEM OF A DOWN oder auch "Last Resort" von PAPA ROACH, das auch am Sonntag feierfreudige Publikum im Gasomter nimmt die Darbietung des durchaus originellen Supports von STEEL PANTHER sehr dankbar auf, und als dann noch ein RAMMSTEIN-Medley inklusive "Du Hast", "Feuer Frei" und "Sonne" gebracht wird, gibt's natürlich beim österreichischen Publikum kein Halten mehr. So feiert dieses, wie bei STEEL PANTHER-Shows mittlerweile üblich, auch brav in Leggings und Perücken selbstinszeniert, die drei Ladies aus England ab, die abschließend dann mit dem überaus gelungenen STEEL PANTHER-Cover zu "Gloryhole" nochmal die Stimmung zusätzlich anheizen. Die humoristischen Einlagen kommen dabei auch nicht zu kurz, wie etwa durch vermeintliche "Missverständnisse" in einem "I Want To Break Free" bzw. "Black Or White"-Medley illustriert. Ein trefflich gewählter Opener für STEEL PANTHER, und, man muss es fast sagen, wohl auch die musikalisch imposantere Show. Man hofft auf baldiges Wiedersehen! Gut, über die Headliner des Abends muss man kaum mehr Worte verlieren; in den letzten Jahren haben sich die Spaßmacher aus Übersee ja durch zahlreiche Touren in die Herzen, Geldbörsen und (angeblich) Schlafzimmer von Fans in ganz Europa gespielt, und auch an diesem Abend enttäuschen sie nicht. Nach dem als Intro gespielten "Running With The Devil" von VAN HALEN geht's dann auch gleich mit "Pussywhipped" und "Party Like Tomorrow Is The End Of The World" amtlich lost, und sofort ist die Stimmung am Kochen. Nach der obligatorischen langen Eröffnungszeremonie inklusive Bandvorstellungen und zahlreichen "Dicks" und "Tits"-Sagern (inklusive brav auf der Handfläche notierter Schmuddelsprüche in deutscher Sprache von Gitarrist Satchel) gibt's dann weitere Party-Rocker der Marke "Tomorrow Night", "Fat Girl" und "The Shocker", während zu "17 Girls In A Row" und dem gloriosen "Gloryhole" natürlich auch wieder zahlreiche Mädels aus dem Publikum auf die Bühne geholt werden, um mit STEEL PANTHER abzurocken. So weit, so bekannt. Über die eher niedrig gelegte Latte (höhö) des Humors bei STEEL PANTHER kann man ebenso streiten wie über die Tatsache, dass die Jungs sich doch sehr oft auch auf gesangliches Vollplayback verlassen; irgendwie passt's aber dann doch zum Konzept der "nicht ganz authentischen" 80iger-Glam-Metal Band. Die Fans stoßen sich jedoch nicht daran (höhö), und als man, nachdem die tanzenden Mädels wieder von der Bühne heruntergeholt (höhö) waren, zum Akustik-Teil der Show kommt - inklusive dem spontanen YouTube-neo-Hit "Kanye" - gibt's auch nochmal ein kleines Comeback der LOUNGE KITTENS auf der Bühne, die gemeinsam mit den Stahlpantern das "Girl From Oklahoma" rannehmen (höhö). Dann ist aber alles beinahe nur noch Formsache, mit dem immer beliebten "Asian Hooker", einem augenscheinlich sozialkritischen und politisch nuancierten Song über die Problematik der Arbeitslosigkeit von Immigranten in Amerika, geht's in die Zielgerade, und "Eyes Of A Panther" sowie freilich "Death To All But Metal" beschließen dann das reguläre Set. Die Männer und Frauen im Publikum sind befriedigt (höhö), es gingen der Band Fantastilliarden von "Dicks" und "Pussies" über die Zunge (höhö), Mädels wurden ebenso schnell aufgerissen wie Geschlechtskrankheiten, und der riesige aufblasbare, slashbehaarte Penis (dies bitte einfach zu akzeptieren, nicht hinterfragen) hat auch schon mehrere Runden durch die Halle absolviert und viel Freude gespendet - dieser "Dick" verkam dann auch wirklich zur sprichwörtlichen "Community Property" während der ersten Zugabe, und mit dem Wunsch nach "Party All Day (Fuck All Night)" wurde die Wiener Partycommunity dann auch in den Feierabend entlassen. Was bleibt also zu sagen über diese STEEL PANTHER-Show? Aufgespritzt wurden wohl nur Wein und Apfelsaft, und womöglich die gelegentliche Lippe; abgespritzt hoffentlich nur ein paar Konzertbesucher mit Bier aus den obligatorischen geworfenen Bierbechern (den Witz daran hab ich auch nie verstanden); viele sind gekommen, viele abgegangen, einige haben nur abgehangen, und ein paaren ist wohl auch der Schmäh vergangen - aber all das gehört einfach zu einer STEEL PANTHER-Performance dazu. Wem also der Sinn nach etwas Party ohne allzu großen Anspruch steht (höhö), der sollte sich tunlichst ein paar STEEL PANTHER-Alben zur Brust (höhö) nehmen, und bei nächster Gelegenheit einer Show beiwohnen, um sich vom einfachen, aber effektiven Humor der Amis beglücken (höhö) zu lassen. Das Konzept STEEL PANTHER funktioniert, und wenn man nach dem gestrigen Abend gehen kann, wird das auch noch eine gute Weile so bleiben. Der Erfolg sei den Jungs vergönnt.

Setlist STEEL PANTHER:

Pussywhipped Party Like Tomorrow Is the End of the World Fat Girl (Thar She Blows) Tomorrow Night The Shocker 17 Girls In A Row Gloryhole If I Was The King Ten Strikes You're Out Kanye Weenie Ride Stripper Girl Why Can't You Trust Me Girl From Oklahoma Asian Hooker Eyes Of A Panther Death To All But Metal --------------------- Community Property Party All Day (Fuck All Night)


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