21.04.2015, Muffathalle

CALEXICO

Text: mat
Veröffentlicht am 25.04.2015

CALEXICO kann man mögen, muss man aber nicht. Die alten kalifornischen Haudegen Joey Burns und John Convertino sind mittlerweile seit fast 20 Jahren mit sich immer wieder mal ändernden Bandformationen unterwegs. Der Grundkern dieser kalifornisch-mexikanischen Mixtur (deshalb auch der Name CALEXICO) ist aber seit Bandgründung gleich geblieben. Eine stilistische Mischung aus Southern Rock, mexikanischen Gitarrenklängen und eingängigem Pop/Rock-Appeal - so könnte man die Musik dieser sympathischen Jungs wohl am besten umschreiben. Bei dieser Musik ist kein Ton zu viel und kein Arrangement an der falschen Stelle. Rockig sind die Jungs nur an ausgewählten Stellen, CALEXICO verlässt sich vor allem auf spanisches Timbre und relaxte, atmosphärische Momente. Mit "Edge Of The Sun" haben die Jungs nun vor kurzem Album Nummer 8 vorgelegt und sind damit kurzerhand auf Tour gegangen.

War bereits mein CALEXICO-Konzertbesuch vor zwei Jahren ein richtig gutes Erlebnis gewesen, konnte die Band auch anno 2015 in der atmosphärischen Location der Muffathalle im Herzen von München voll überzeugen. Mit dem Selbstwertgefühl eines erfolgreichen Künstlers packten die Jungs einen großen Teil der brandneuen Songs in ihre Setlist. Was bei manchen Bands undenkbar wäre, funktioniert bei CALEXICO aber ganz problemlos, denn das bunt gemischte Publikum (jung/alt, Frau/Mann, crazy/bieder) war natürlich schon perfekt vorbereitet und konnte auch bei den neuesten Titeln problemlos mitgehen. Und obwohl der Gig von vielen ruhigen Momenten geprägt war, schaffte Burns es, mit kurzen, knackigen Ansagen und seiner unglaublich sicheren Stimme laufend für gute Stimmung zu sorgen. Egal ob bei der aktuellen Single "Falling From The Sky", die als starker Opener fungierte, der Ohrwurm-Evergreen "Cumbia De Donde" oder die TexMex-Rauswerfer-Nummer "Güero Canelo", die in einer rund siebenminütigen Mitsing- und Gitarrenzupf-Orgie mündet...

...CALEXICO verstehen ihr Handwerk - in jeder Hinsicht. Vom genialen Trompeter-Duo über Bass/Cello bis hin zu den stimmigen englisch/spanischen Gesangsparts - da passt jeder Ton, die Songs sitzen. Zu perfekt? An manchen Stellen vielleicht, denn in der Mitte des Gigs ist für ein, zwei Songs die Luft ein wenig draußen. Ansonsten liefern die Jungs aber ein einprägsames Konzerterlebnis ab, das den Besuchern lange in Erinnerung bleiben wird. Wenig Rock, viel Flair und noch mehr relaxte Urlaubsstimmung. Nachdenklich und ein wenig politisch, soft und trotzdem mitreißend - das ist CALEXICO. Auf CD wie live - irgendwie eine Macht. Schön war's. Setlist (ohne Gewähr): Falling From the Sky Across the Wire Cumbia de Donde Tapping on the Line Woodshed Waltz Splitter Miles from the Sea Bullets & Rocks Minas de cobre (For Better Metal) Maybe On Monday Beneath the City of Dreams World Coming Undone Esperanza Black Heart Alone Again Or (Love-Cover) Puerto Encore 1: Coyoacán Roll Tango Moon Never Rises Fortune Teller The One I Love (R.E.M.-Cover) Güero Canelo Encore 2: Follow the River


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