03.06.2015, Sölvesborg

SWEDEN ROCK FESTIVAL: DAY 1

Text: manfred
Veröffentlicht am 01.07.2015



Sweden Rock Festival 2015

Wieder einmal machte sich, wie in den vergangenen beiden Jahren, unsere illustre Gesellschaft dazu auf, das Sweden Rock Festival in Solvesborg unsicher zu machen. Mittlerweile ist Routine eingekehrt, dennoch stellt sich spätestens auf der Fahrt von Kopenhagen zum Ort des Geschehens immense (Vor)Freude ein, welche nicht nur an den im Duty-Free-Shop erstandenen Genussmitteln begründet liegt. Immerhin kann man mit Fug und Recht behaupten, dass das Sweden Rock Festival zu den besten und vor allem am besten organisierten Festivals Europas, wenn nicht sogar weltweit gehört. Nicht umsonst wurde heuer so früh wie noch nie das "Sold Out"-Schild vor die Tür gehängt. Natürlich sind für die Beliebtheit des Festivals vor allem die gebuchten Bands ausschlaggebend, doch auch der Service war wie immer äußerst lobenswert. Für das leibliche Wohl ist durch eine Vielzahl an Ständen gesorgt, die Reinigungstrupps sind unermüdlich im Einsatz und vor allem die Toiletten mit Wasserspülung am Festivalgelände muss man immer wieder lobend erwähnen. Auch wenn ich der Ansicht bin, dass diese gegenüber dem Vorjahr enger geworden sind, denn es kann ja wohl nicht sein, dass der werte Schreiberling in die Breite gegangen ist, nein, NEEIN!!! Doch nun zum Wichtigsten an einem Festival, und das sind und bleiben die Bands.

Mittwoch

Der Startschuss fürs Sweden Rock Festival ist mittwochs um 15.30 Uhr. Da dies aber auch unser Anreisetag ist, sind wir generös und schlagen erst rechtzeitig am frühen Abend zu HELL auf dem Gelände auf. Leider spürt man nichts von einem lauen Sommerabend. Unvorhergesehene und äußerst heftige Windböen machten den bereits sehr kühlen Tag alsbald ungemütlich. Da es einigen zu sehr durch den dünnen Hoodie pfeift, beschließen wir auf unsere Gesundheit und die kommenden Festival-Tage bedacht, denn Tag früher als geplant ausklingen zu lassen.



HELL

Die Engländer HELL bieten wie immer eine hervorragende, theatralische Show, in deren Mittelpunkt wie immer Sänger David Bower steht. Durch seine herausragende Performance kann er das Publikum so richtig mitreißen, da merkt man die mehr als 30 Jahre Bühnenerfahrung von HELL. Die tolle Songauswahl zwischen "Blasphemy And the Master" über "Something Wicked This Way Comes" bis hin zu "Land Of The Living Dead" reißt die Zuschauer nicht ganz unrecht zu lautem Applaus hin. Einer der Höhepunkte des Auftritts ist das unglaublich intensive "On Earth As It Is In Hell" - das einzige Manko des wirklich starken Auftritts bleibt aber der Sound, der von der streifen, eiskalten Brise die übers Gelände zog ziemlich verblasen wurde.

Setlist:

- Gehennae Incendiis - The Age Of Nefarious - The Oppressors - Blasphemy And The Master - Darkhangel - Something Wicked This Way Comes - The Quest - Land Of the Living Dead - End Ov Days - On Earth As It Is in Hell - The Devil's Deadly Weapon



THE QUIREBOYS

Britisch ging es weiter, mit einem Hitfeuerwerk von THE QUIREBOYS. Sänger Spike präsentiert sich wie der Rest der Band ziemlich agil und nützt wie aufgezogen auch noch den letzten Winkel der Bühne aus. Die tolle Show mit Hitgranaten wie "7 O' Clock", "I Don't Love You Anymore" oder "Have A Drink On Me" sorgt für beste Partystimmung und auch auf der Bühne merkt man, dass die Chemie, speziell unter den Gitarristen die sich gegenseitig necken und zu Höchstleistungen antreiben, wirklich stimmt. Mit dem als Zugabe gespielten "Sex Party" verabschieden sich THE QUIREBOYS nach ihrem äußerst stimmigen Auftritt von der Sweden Stage und können verdammt lauten Jubel für sich verbuchen. Setlist: - Too Much Of A Good Thing - Roses & Rings - Tramps And Thieves - There She Goes Again - Whippin' Boy - I Don't Love You Anymore - Sweet Mary Ann -Mona Lisa Smiled - Hey You - Beautiful Curse - 7 O'Clock - Sex Party

EVERGREY

Nach der Party von THE QUIREBOYS geht es wieder zurück zur 4Sound Stage, wo EVERGREY von viel Nebel und stimmungsvoller Beleuchtung perfekt in Szene gesetzt eine Machtdemonstration abliefern. Die zahlreichen Zuschauer gehen schon vom Opener "King Of Errors" an perfekt mit und fressen Fronter Tom Englund von der ersten Sekunde an aus der Hand. Das Hauptaugenmerk von EVERGREY liegt klarerweise auf den neueren Songs, die es auch live wirklich verstehen, Gänsehautfeeling zu erzeugen. Songs wie "Wake A Change" oder "A New Dawn" brauchen sich live hinter Klassikern wie "A Touch Of Blessing" keineswegs zu verstecken. Was EVERGREY da auf dem Sweden Rock abliefern ist ohne Frage ganz großes Kino und sie bestätigen sich somit als heimlicher Headliner des ersten Festivaltages. Auch die Fans feiern den Topauftritt ihrer Helden amtlich ab und das zum Abschluss gespielte "The Grand Collapse" setzt einen würdigen Höhepunkt und Schlusspunkt unter 75 Minuten Magie aus Licht und Sound. Beeindruckend.



D.A.D.

Der eigentliche Headliner am Freitag ist D.A.D., die allerdings Bassist Stig Pedersen vorgeben müssen, der sich die Hand gebrochen hat und durch Søren Andersen ersetzt wird. Auf der Bühne fehlt er schon ein wenig, aber D.A.D. liefern nichtsdestotrotz eine fette Show ab. Am Anfang schwächelt allerdings der Sound ein wenig, aber schon mit dem zweiten Song" Rock'n'Rock Radar" ist alles wieder im Lot und das feierwütige Publikum am ersten Festivaltag geht trotz des immer ungemütlicher werdenden Windes ordentlich ab. Die beste Stimmung herrschte klarerweise bei den Klassikern und D.A.D. präsentieren sich auch ohne Zweifel als würdiger Headliner. Trotzdem waren EVERGREY an diesem Abend ganz einfach noch besser, auch wenn D.A.D. gegen Schluss des Sets sogar noch ihr Drumkit abfackeln.

Setlist: - Evil Twin - Rock'n'Rock Radar - Everything Glows - Helpyourselfish - A New Age Moving In - Something Good - Grow Or Pay - Reconstrucdead - Monster Philosophy - I Want What She's Got - I Won't Cut My Hair - Jihad - Bad Craziness - Sleeping My Day Away - Laugh 'n' a ½


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