26.06.2015 - 28.06.2015, Suvilahti Helsinki

TUSKA OPEN AIR FESTIVAL 2015

Veröffentlicht am 09.07.2015

Am 26. Juni war es wieder soweit! Das größte Metal-Festival in Finnland, direkt in Helsinki, hat wieder zum Headbangen geladen. Drei Tage voller Metal, Rock, Hard Rock und Blues. Mit dabei waren kleinere, lokale sowie internationale Acts. Die Temperaturen waren angenehm, doch etwas wärmer hätte es sein können, ja auch für finnische Verhältnisse. Die Getränke und das Essen waren wie gewohnt sehr teuer. Außerdem durfte man nur in dafür bestimmten Bereichen Getränke zu sich nehmen, niemals direkt vor den Bühnen, was dazu führte, dass natürlich viele Festival-Besucher die Konzerte von dort aus sahen und nicht im Bereich vor der Stage. Jedoch war die Stimmung immer gut und so ziemlich jeder war in Feierlaune. Wie gewohnt ging es auch dieses Jahr nach den Konzerten in die Stadt, um dort in den Bars von Helsinki die Party weiter gehen zu lassen. Insgesamt hat es wieder drei Bühnen gegeben, die Main Stage genannt Radio Rock Stage, die auch große Inferno Stage und die Club Stage, die sich wie der Name bereits andeutet, in einer Halle befunden hatte.

Tag 1

Die Gewinner des ersten Tages waren LAMB OF GOD und SABATON auf der großen Radio Rock Bühne. Aber vor allem von ersterer hörte ich von sehr vielen Festival-Besuchern, dass sie total begeistert waren, auch für mich hatte die Show einiges zu bieten. Die Stimmung war am beben, zwar hatten LAMB OF GOD auch schon bei anderen Shows dasselbe geboten, das Publikum in Helsinki konnten sie aber total überzeugen! SABATON waren wieder mal in fröhlicher Laune und so machte die Show von den Schweden richtig Spaß! Mit Feuer auf der Bühne wurde auch nicht gespart. „Soldier Of 3 Armies“ war darunter nur ein Song-Highlight von vielen. Aber nicht nur die Band, auch das Publikum war in bester Stimmung als die letzte Band des Abends ihre Kriegshymnen zum Besten gab.

EXODUS waren das Schlusslicht am ersten Tag der Inferno Stage und haben eine rasante, aber gewöhnliche Thrash-Show abgeliefert, die durchaus die Mengen in den vorderen Reihen mitgerissen hat. Davor war eine etwas ruhigere Truppe auf der Inferno Stage zu Gange, nämlich BLUES PILLS. In Schweden zu Hause, doch kommen die Bandmitglieder auch aus den USA oder Frankreich. Den Gesang übernahm eine Frau, Elin Larsson, die auf der Bühne auch abgeht, soweit es die Musik zulässt. Denn es sind eher gemäßigtere Töne zu hören, sie machen Blues Rock gemischt mit Soul und vieles lässt an Bands der 70er-Jahre erinnern. Man merkt doch, dass so lange, beinahe endlose Soli, nicht mehr ganz so gut vom Publikum aufgenommen werden. Dennoch konnte die Band mit einer dem Programm etwas abweichenden musikalischen Darbietung frischen Wind nach Suvilahti bringen und überzeugen. Ein wahrer Lichtblick auf der Club Stage waren die Schweden von ENFORCER. Sie selbst nennen ihre Musik "Total Metal", sie gingen auch total ab auf der Bühne und ihre Leggings und Nieten hatten sie auch brav umgeschnallt. Fazit des ersten Tages, eine bunte Mischung von Acts aus verschiedenen Genres wurde einem geboten und als das Festivalgelände für den ersten Tag so langsam seine Pforten schloss, ging es auch schon auf in die Stadt um dort z.B. MAGENTA HARVEST, eine der Bands des FINNTROLL-Sängers Mathias Lillmans, in der Bar "On The Rocks" zu sehen.



Tag 2

Der zweite Tag in Suvilahti, Helsinki, beginnt gleich mal mit einer hervorragenden Band, nämlich BLOODBATH. Beim ersten Song gab es noch technische Schwierigkeiten, das Mikrofon ging nicht. Dies wurde jedoch „rechtzeitig“ behoben und dann konnte die Death-Metal-Show richtig losgehen. Der Frontmann, genannt Old Nick, berichtete dem Publikum, er hat zwar einen totalen Hangover, freut sich aber dennoch hier zu sein und das merkt man ihm auch an. Den Spaß, auf der Bühne zu sein, kann er kaum zurückhalten. Am Schluss wird dann auch der heiß erwartete Klassiker „Eaten“ performt, der Höhepunkt einer unterhaltsamen Show. Nach BLOODBATH kamen dann die Australier von NE OBLIVISCARIS auf die Bühne. Ich muss sagen, ich habe schon lange nicht mehr so eine nervige Band gesehen! Zwei Sänger, wovon einer manchmal die Violine spielt, clean singt und „hippiemäßige“ Ansagen zwischen den Songs an das Publikum richtete. Er sagte andauernd, wie schön es hier ist und dass er froh sei, hier zu sein und das teilweise mit geschlossenen Augen - war mir alles in allem eindeutig zu schmalzig. Die beiden Gitarristen und der Bassist hatten ihre Instrumente so eng geschnallt, dass sie so weit oben wie bei einem Musikschullehrer waren, ja das ist „Nerd Metal“ aber wo bleibt die Coolness des Rock'n'Roll?! Musikalisch haben sie natürlich was drauf, aber an der Show kann man definitiv arbeiten! Auf der Club Stage stachen SHIRAZ LANE heraus, die jungen Hard Rocker haben auf der Bühne sehr viel Gas gegeben und sind total abgegangen. Jedoch hat die Show der Finnen vielleicht etwas übertrieben gewirkt, da im Publikum der Funke nicht so richtig überspringen wollte. Jedoch muss man für die Motivation den Jungs einige Pluspunkte anrechnen! ABBATH, ein sehnsüchtig erwarteter Act von vielen Festival-Besuchern, auch von mir, denn das gleichnamige Projekt von ex-IMMORTAL-Sänger Abbath gab sein Debüt auf dem Tuska Festival 2015. Fast schon etwas witzig Anmutendes hat die Black-Metal-Show des Norwegers, allerdings muss jemand anders mal diese „Trueness“ überbieten können. Auf dem Fetival gab es auch fast keine „richtigen“ Black-Metal-Bands, also war die Show eine willkommene Abwechslung und einen neuen Song haben sie auch präsentiert, „Fenrir Hunts“. Aber auch altbekanntes IMMORTAL-Material, wie „One By One“ wurde zum Besten gegeben. Die wahrhaftige und unvergleichliche Black-Metal-Stimmung wollte an diesem hellen, schönen Festivaltag aber nicht so ganz aufkommen.



Tag 3

Keine große Überraschung, aber ALICE COOPER hatte ganz einfach die spannendste Show im Gepäck! Der Song „Feed My Frankenstein“ ist mir am besten im Kopf geblieben, da nicht nur die Performance der Musiker, sondern natürlich auch die riesige Frankenstein-Puppe auf der Bühne bei mir für Staunen sorgte. Den zeitlosen Klassiker „Poison“ haben sie natürlich auch gespielt, sowie „School`s Out“, wo auch die Finnen richtig aus sich herausgegangen sind. Zwischendurch kam auch eine Dame, die als Zombie-Krankenschwester hergerichtet war, auf die Bühne, um für das besondere Etwas zu sorgen. Der alte ALICE kann es eben immer noch! Viele der Songs sind live so unterhaltsam zu hören bzw. zu sehen, dass die Show einfach Spaß macht, egal ob man ein Riesenfan ist oder nicht. Der Hang zum Theatralischen gehört auf die Bühne wenn ein ALICE COOPER performt und da solche Show-Elemente kein häufiges Erlebnis (mehr) sind, ist das jedes Mal ein Highlight. OPETH spielten direkt vor ALICE COOPER und holten sich vor allem mit den Ansagen von Sänger Mikael Åkerfeldt Sympathiepunkte. Da das Festival ja in Finnland stattgefunden hatte und OPETH aus Schweden sind, gab es auch einige humorvoll gemeinte Spitzen ans finnische Publikum. Wie z.B. dass Schweden das beste Eishockey-Team hat und Stockholm die Hauptstadt von Skandinavien sei, dies hat er auch mehrmals wiederholt. Aber die musikalische Performance konnte mich nicht ganz überzeugen, man muss schon wirklich ein Fan von OPETH sein, um dies als unterhaltsam zu empfinden. Ich muss ganz ehrlich zugeben, mir war es zu lang und zu unspektakulär. Das Festival endet dann direkt nach ALICE COOPER bereits um 21 Uhr und danach geht es noch ein letztes Mal in die Bars der Stadt.


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