16.07.2015, Messegelände Balingen, Balingen

BANG YOUR HEAD Festival 2015 - Tag 1 (& Warm Up Show)

Veröffentlicht am 25.07.2015

Das BANG YOUR HEAD!!!-FESTIVAL 2015 war vor allem eines: HEISS! Temperaturen um die 35 Grad machten Bands und den wieder zu Tausenden angereisten Fans zu schaffen. Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, der Besuch der Sprühregendusche und die Jagd nach kühlendem Schatten waren beliebte wie notwendige Nebenbeschäftigungen...der Fokus lag jedoch auf einem: HEAVY METAL! Die Veranstalter luden zum 20jährigen Jubiläum (1996-2015) und boten ein starkes Gesamtpaket auf, das der im Vorfeld geäußerten Kritik bezüglich der Headlinerauswahl zum Jubiläum den Wind aus den Segeln nahm. Schlußendlich war es bei allen drei Headlinern proppevoll vor der Bühne und auch sonst war ein amtliches Paket aus Kult- und Erfolgsacts von Melodic Hardrock bis Death Metal geschnürt worden. Ein fast zu amtliches Paket, wurde dem gewohnten Zweitagesfestival doch ein zusätzlicher Tag hinzugefügt. Und diese drei Tage (plus Warm-Up-Show am Mittwoch) kosteten die Besucher einiges an Energie und Geld, in Verbindung mit den heißen Temperaturen auch Schweiß. Inmitten der wie immer gelungenen Festivalorganisation konnten sich die Besucher gezählte 45 Acts (inkl. Warm-Up-Show) reinziehen. Die spaßige Nationenwertung zeigt ein Übergewicht von deutschen und amerikanischen Acts (je 11 Bands). Weiters stark vertreten Schweden (9), gefolgt von Finnland (4), Großbritannien (3), Kanada (2) und je einer Band aus Japan, Dänemark, Holland, Irland, Brasilien und Griechenland. Stormbringer West wagte sich einmal mehr an vorderste Festival-Front, um gewohnt ausführlich und umfassend vom Festivalgeschehen zu berichten. Mit am Start: Kollege Laichster und Fotografin Michelle, dankenswerter Weise sprangen auch unsere Gastautoren Tschak und Herr "G." ein und selbst Stormbringer-Kollege Florian Rosenberger mischte bei der Riesenfete im Zeichen des Metal tatkräftig mit! Los geht´s mit der Warm-Up-Show am Mittwoch...

Mittwoch 15.07.2015, WARM UP SHOW (HALLE)

BATTLE BEAST 
Eröffnet wurde der Abend von den NOPLIES über welche meine Wenigkeit eigentlich auch ein paar Zeilen absondern sollte, jedoch dauerte die Passausgabe für´s Journalistenvolk länger als geplant und das stylische grüne Bändchen braucht man unbedingt um Groupies zu beeindrucken. „VIP, cool bring mich Backstage“ - „On your knees bitch, und dann schauen wir mal!“. Wer jetzt glaubt es wird sich im Zuge meines schreiberischen Teils des diesjährigen Stormbringer-Bang-Your-Head-Berichts niveautechnisch irgendwas verbessern, der sollte eventuell meine Absonderungen überspringen. Ich möchte nur vorwarnen, Prinzessinnen können gleich einpacken und nach Hause fahren, wir hinterlassen dieses Jahr zusammen mit Kampfgefährte Dark Lord (der ausnahmsweise fürs Bang Your Head Ausgeherlaubnis bekam um mit seiner platonischen Geliebten, ergo meiner Person abzuhängen) nur verbrannte Erde und kämpften uns vier Tage lang durch den Staub und Dreck des Balinger Festivallebens (Beim ominösen "Dark Lord" handelte es sich allerdings keineswegs um den Stormbringer-Newspapst bzw. den Verfasser dieser Klammerbemerkung - Anm. T.P.). Wem das jetzt noch nicht klischeemäßig genug ist, der wird jetzt gleich mit BATTLE BEAST beglückt werden, die verwursten den 80er Klischeeriff am laufenden Band und polieren ihn neu auf – und das fetzt normalerweise immer! Wirklich jetzt schon BATTLE BEAST? Sollten nicht die NITROGODS vorher noch anrücken? Laichster bist du am Saufen und schaust dir die Bands nicht an? Nein, ich bin schon nüchtern und die sollten schon spielen, mussten aber kurzfristig absagen. Aber seien wir uns ganz ehrlich, irgendwie kenne ich keinen der darüber sonderlich unglücklich ist – MOTÖRHEAD für Arme bekomm ich in der Plattenbörse in den Untiefen der Wühlkiste billiger… “Yeah, eine angeranzte Version von „Iron Fist“ um 6 Euronen, gib her den Scheiß!“ So viel hätte ich übrigens nicht mal für das letzte Album von BATTLE BEAST hingelegt, auch wenn Kollegin Anthalerero das eh noch gnädiger gesehen hat (zum Review) und die Band selbst scheint auch nicht sonderlich von der Scheibe überzeugt zu sein, so hört man doch heute nur „Touch In The Night“ von der Discoscheibe. Ansonsten rocken BATTLE BEAST aber die Halle wie eh und je, ein extrafettes „Black Ninja“ oder ein stampfendes „Enter The Metal World“ bringen die Halle zum Kochen und den Schreiberling endgültig in Festivalstimmung. Dass man Brüllwürfel Noora mittlerweile wieder anschauen kann, ist nur die optische Draufgabe – man schätzt circa 15 bis 20 Kilo weniger und der Oberbau präsentiert sich in der prall gefüllten Corsage. BATTLE BEAST sind heute ein geiler Opener mit geiler Fronterin. Voller Erfolg und hoffen wir, dass die nächste Platte wieder ein ordentliches Langholz wird und kein zweites „Unholy Savior“! Und weiter geht es jetzt mit Kollege Patsch direkt von der nuklearen Front.
[- Laichster -]



NUCLEAR ASSAULT
Für die etwas merkwürdig zusammengestöpselte Warm-Up-Show fand ich mich rechtzeitig zu den Kult-Thrashern ein, die gleich von Beginn an ein amtliches Inferno entfachten. Optisch fiel zunächst der kleine Derwisch John Connelly auf, der seine roten Zotteln mittlerweile eingebüßt hat und inzwischen auf eine schnittige Kurzhaarfriese zu schwören scheint. Den optischen Gegenpart dazu nimmt Basslulatsch Danny Lilker ein, gewohnt gekrönt von seinen Wischmop-Haaren. Leider hatte der Soundmann heute keinen guten Tag erwischt und ließ den Sound breiig rüberkommen. Erstaunlicherweise tönte allerdings die Stimme des Frontmanns amtlich giftig und schrill aus der P.A., sodass zumindest die Achillesferse der Band nicht wirklich getroffen wurde und man trotz der Sounddefizite, die sich allerdings im Laufe des Gigs verringerten, eine amtliche Vollbedienung verabreicht bekam. Die Spannbreite reichte dabei von alten Smashern wie "Brainwashed" oder "Game Over" über die Nummern vom „Handle With Care“-Erfolgsalbum ("Critical Mass", "F# (Wake Up)" oder "When Freedom Dies") bis hin zum neuen "Analogue Man In A Digital World" (von der neuen EP). Gimmicks wie „Hang The Pope“ durften natürlich auch nicht fehlen und rundeten eine amtliche Kopfwäsche ab, die Erinnerungen an längst vergangene Thrash-Metal Hochzeiten aufflammen ließ. Zeiten, denen die folgenden Brazil-/US-Thrasher schon seit vielen, vielen Jahren hinterherweinen (müssen)!
[- Thomas Patsch -]

SEPULTURA
Beim letzten Besuch eines Konzertes des brasilianischen Nationalorchesters in Kufstein (zum Livereport) haben sich die Dschungelkämpfer überaus stark präsentiert, doch was heute geboten wird hat mit all dem leider nicht sonderlich viel zu tun. Wenn man schon am Backdrop fett die dreißig Jahre Bandgeschichte anprangert verlangt der Fan auch eine dementsprechende Setlist, aber mit „The Vatican“ einsteigen und danach „Kairos“ nachlegen ist nicht gerade eine Wundertat. Die Klassiker verstecken sich dann irgendwo in der Setmitte und am Ende der Show, nur spielen SEPULTURA heute dermaßen verzerrt auf, dass „Arise“ klingt wie die ersten Gehversuche einer Underground-Band und Schreihals Derrick Green hat heute auch nicht seinen besten Tag, oder musste der auch für das grüne Bändchen auf die Knie… Fakt ist, der Hüne hat heute einfach nur einen miserablen Tag wie schon lange nicht mehr. Auch wenn ich jetzt Schelte von den eingesessenen Fans bekomme, so schwach und drucklos wie am heutigen Abend habe ich das brasilianische Urgestein noch nie erlebt. Nicht nur die Schreiberwenigkeit flüchtet fluchend aus der Halle und Kollege Big D. spricht davon alles was er von SEPULTURA besitzt demnächst auf EBay zu veräußern. „Wie können die mir das an meinem Geburtstag antun, SEPULTURA ist tot!“ Ein vielleicht etwas radikaler Ansatz, meine Person wartet jedenfalls noch ab, was die angekündigte Reunion bringen wird, bevor wir den Auktionshammer auspacken.
[- Laichster -]

Wer noch Bock hatte, durfte sich um 1 Uhr nachts noch die Show der Blödelmetaller J.B.O. reinziehen, wir verzichteten darauf und trachteten danach, unsere Kräfte für den kommenden, von extremer Hitze und einer Monsterpackung Heavy Metal nur so strotzenden Tag zu schonen!

Donnerstag 16.07.2015

ONSLAUGHT
Der Einstieg in das eigentliche 3-Tages-Festival erfolgte mit den britischen Thrashern, die sich nicht lumpen ließen und in fesches Schwarz gewandet ein amtliches Brett lieferten. Der Sound war zwar openerlike nicht ideal geraten (das Schlagzeug ballerte schlicht alles weg), dennoch klang vor allem das Organ von Sy Keeler amtlich. Das Publikum war zwar noch etwas unaufgewärmt, dennoch feierten zahlreiche Fans ihre alten Helden und Genreklassiker wie den Opener „Let There Be Death“ bis hin zum fett intonierten Rausschmeißer „Onslaught (Power From Hell“) ab. Dreh- und Angelpunkt war der Fronter, der auf der großen Open Air-Bühne mehr Entfaltungsspielraum als 2013 in der Halle (Livereport) hatte. ONSLAUGHT lieferten einen recht harten wie zünftigen Festialauftakt, nach dem es jedoch gleich melodischer zugehen sollte.
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- Let There Be Death
- Killing Peace
- Fight With The Beast
- 66 Fucking 6
- Metal Forces
- Children Of The Sand
- The Sound Of Violence
- Onslaught (Power From Hell)

HARDCORE SUPERSTAR
Das quietschbunte Backdrop wies auf den nächsten Act hin und entgegen der 2011er Show entfachten Euphorie war der Seteinstieg sowohl bühnen- als auch publikumsseitig etwas verhalten. Dass da noch mehr drin war, bewies das alsbald gezockte „My Good Reputation“, bei dem der Mitsing-, Jubel- und Partyfaktor in den ersten Reihen sprunghaft anstieg. Das Phänomen zog sich durch den ganzen Gig. Die älteren bzw. im Gegensatz zu "Kick Up The Upper Class" oder "Into Debauchery" weniger bekannten Songs oder "Don´t Mean Shit" (vom letzten, schwächeren Album "HCSS") zogen beim Publikum gegenüber den Smashern den Kürzeren. Dennoch überzeugte die auf „hart“ getrimmte Gitarre von Vic Zino, und auch das auf Tonträger schwächlich klingende „Touch The Sky“ zündete live. Optischer Eyecatcher war die Showeinlage bei „Last Call For Alcohol“, wo zur allgemeinen Steigerung des Testosteronspiegels die Bühne für elf Ladies freigegeben wurde, welche als Staffage onstage mitrocken durften. Sänger Jocke legte wieder ein beachtliches Lauf- und Fitnesspensum hin, als eine gute Performance mit Krachern wie „We Don´t Celebrate Sundays“ und „Above The Law“ zu Ende ging. Alles in Allem keine atemberaubende, aber gute Vorstellung, dennoch hatte es der Vierer zuletzt dank energetischer und funkensprühender Performances und geschickterer Songauswahl schon viel besser drauf. 
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- Need No Company
- Last Forever
- My Good Reputation
- Touch The Sky
- Last Call For Alcohol
- Cry Your Eyes Out
- Wild Boys
- Don't Mean Shit
- Moonshine
- We Don't Celebrate Sundays
- Above The Law

H.E.A.T
Für überragende Bühnenleistungen waren heute aber ohnehin andere zuständig. Das Glenn Frey-Intro „The Heat Is On“ ertönte und den Fans war klar, was nun folgen sollte. Nämlich nicht weniger als die extraordinärste und atemberaubendste Performance des gesamten Festivals. Auf die Bühne gezaubert von einem Ausnahmetalent namens Erik Grönwall, der entgegen der letzten Bühnenverhältnisse (Livereport) seine Spielräume wie schon beim BYH-Festival 2013 (Livereport) weidlich ausnützte. Erik entfesselte wie gewohnt das Tier, den Schauspieler und Entertainer gleichzeitig in sich. So etwa als er sich gebärdete wie ein Affe, als er sich auf die Brust trommelte bzw. in die Höhe spuckte, seine Körperflüssigkeit mit der Hand auffing und sich ins Haupthaar schmierte. Berührungsängste hatte Grönwall auch nicht, „Living On The Run“ wurde gleich halb ins Publikum gelehnt performt. Doch täte man der Band wahrlich unrecht, wenn man die Klasse von H.E.A.T nur auf den Sänger reduzieren würde. Bestens gelaunt hauten die Jungs einen packenden Melodic-Kracher nach dem anderen heraus, dass einem ein ums andere Mal der Mund offen stehen blieb. Die letzten beiden Alben, darunter auch der Überflieger "Tearing Down The Walls" (Review) kann man ohnehin fast ausnahmslos durchspielen, doch auch das ältere „Beg Beg Beg“ kam beim abfeiernden Publikum toll an. Das Publikum durfte eine Ausnahmeperformance einer großen Band miterleben, die unterm Strich trotz aller Melodic-Weltklasse unweigerlich mit ihrem Frontmann steht oder fällt. „Sweden Rocks“, das sollte inzwischen ohnehin jeder wissen, für mich persönlich das beste Konzert des Festivals!
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- Point Of No Return
- A Shot At Redemption
- Better Off Alone
- I t's All About Tonight
- Inferno
- Tearing Down The Walls
- Mannequin Show
- Beg Beg Beg
- Emergency
- Living On The Run

GRAND MAGUS
Wir bleiben in Schweden, doch jetzt wurde es Zeit für ehrlichen Heavy Metal in Form von GRAND MAGUS. Für mich jetzt schon die würdigen Nachfolger von MANOWAR, aber mit ordentlichen Eiern. Nach dem coolen „Conan“-Intro ging der Hymnenreigen mit „Ravens Guide Our Way“ extrem lässig los. Ein cooler Basslauf des in seiner Lederjacke schwitzenden Bassisten Fox, ein effektiver Riff, ein geniales Solo und die geilen Vocals des Großmagiers JB sowie das packende Drumspiel von dem auch bei SPIRITUAL BEGGARS aktiven Schlagzeugers Ludwig, was braucht es mehr? Jeder Song von GRAND MAGUS beinhaltet diese Qualitätsmerkmale. Flott wurde mit „I, The Jury“ fortgefahren, inklusive Mitgröhlrefrain. Das Album „The Hunt” wurde zwar nur mit “Sword Of The Ocean” bedient, brachte aber genug Wikingerflair rüber, sodass jeder Trinkhornträger auf seine Kosten kam. Auch „Kingslayer“ vom frühen Meisterwerk „Wolf´s Return“ gab es zu hören, die zwei Übersongs „Like The Oar Strikes The Water“ und der Titeltrack von „Iron Will“ waren sowieso Pflichtprogramm. Majestätisch ritten wir bei „On Hooves Of Gold“ mit GRAND MAGUS über die endlose Steppe, bei „Steel Versus Steel“ huldigte das Publikum dem Stoff, aus dem Heldentaten sind, und bei „Triumph And Power“ fühlte man die ganze Kraft des Metals im Publikum entfesselt. Wenn nur nicht diese Scheißhitze gewesen wäre, die die Wirkung der Songs leider etwas schmälerte. Ich hoffe jetzt aber wieder auf eine baldige Clubshow mit längerer Setlist, da das Programm meiner sechsten GRAND MAGUS-Show größtenteils dieselben Songs wie immer beinhaltete. Und auch wenn der obligatorisch letzte Song „Hammer Of The North“ mit seinem imposanten Mitsingchor immer wieder Glücksgefühle in vielen auslöst, ist mir das auf die Dauer zu wenig abwechslungsreich, zumal diese Band noch nie einen schlechten Song geschrieben hat.
[- Florian Rosenberger -]

DEATH ANGEL
Auf die kalifornischen Thrash-Veteranen freute ich mich heute auch sehr. Nach Hallenshow, Interview und dem intensiven Genuß des letzten Studioalbums "The Dream Calls For Blood" bzw. der anstehenden Thrashumentary-DVD (samt Livealbum) sollte das Gesamtpaket mit einer weiteren Open Air-Show abgerundet werden. Und die Bay Area-Thrasher sollte auch im gleißenden Sonnenlicht des heutigen heißen Tages nicht enttäuschen. Die Axtfraktion griff amtlich in die Saiten, Basser Damien präsentierte seinen fitnessgestählten Oberkörper, während der sympathische Fronter Mark über die Bühnenbretter fegte. Wie schon bei den Bands zuvor wurde auch bei Death Angel offenkundig, dass eine Band ohne einen amtlichen Frontmann der Klasse Sy Keeler, Jocke Berg, Eric Grönwall oder Mark Osegueda wahrscheinlich nicht derart erfolgreich wären. Die neueren Nummern gingen wieder eine unheilige Allianz mit Genreklassikern („Voracious Souls“) ein und selbst „Seemingly Endless Time“ kam heute recht gut, auf den Brüller "Caster Of Shame" mußte ich heute leider verzichten. Ein guter Auftritt stellt einen weiteren Baustein in der Erfolgsgeschichte der Band dar. Die nachfolgend gastierenden

SONATA ARCTICA
fielen leider einer mittlerweile dringend notwendig gewordenen Regenerationpause zum Opfer.
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- Left For Dead
- Son Of The Morning
- Claws In So Deep
- Voracious Souls
- Succubus
- 3rd Floor
- Seemingly Endless Time
- The Dream Calls For Blood
- Thrown To The Wolves

W.A.S.P.
Vor dem heutigen Gig herrschte recht große Spannung und auch die sich zunehmend füllenden Reihen vor der Bühne bezeugten den Status der Band und das ungebrochene Interesse an W.A.S.P. Die riesigen Bandlogos (mit dem unaktuellen 1982-2014 Aufdruck) kündeten von weitem sichtbar vom Auftritt der Achtziger-Legende. Der sonnenbebrillte Blackie und seine Schergen sollten in der Folge auch nicht enttäuschen. Eine überhaupt nicht überraschende wie vorhersehbare, aber für 70 Minuten Festivalauftritt solide gezimmerte Pflicht-Setlist geleitete die zahlreichen Fans durch das Konzert, das von „On Your Knees“ eingeleitet wurde. Der Rest war Pflichtprogramm, wenn auch gelungen, das aber Lust auf die anstehende „The Bloody Road To Golgotha“-Tour machte, welche allerdings von der Spieldauer her auch nur um ein, zwei Nummern ergänzt werden dürfte. Dank engagiert aufrockender Saitenmannschaft (am Drumsessel hatte übrigens frisch Drummer Patrick Johansson Platz genommen) und Hardrock/Metal-Hits für die Ewigkeit konnte der Auftritt als Erfolg verbucht werden, wenngleich vor allem bei „I Wanna Be Somebody“ wieder die ewigen "Backings/Refrains vom Band"-Diskussionen (siehe auch den Y&T-Seitenhieb vom Samstag) aufbrandeten. Jeder darf sich somit einmal mehr zwischen einer perfekten Achtziger-Show-Illusion und echter, authentisch-handgemachter Performance andererseits selbst entscheiden. Das war schon bei den Gigs 2010 nicht anders und fitter sah der Bandleader auch damals schon nicht aus. Längere Shows, mehr Mut zum Wagnis und Überraschungen würden wohl vielen Fans gefallen, auf einen bärigen Backkatalog kann der Exzentriker ja schließlich zurückblicken. So bleiben Konzerte des "Gesetzlosen" recht vorhersehbare Ereignisse mit exzellenten Althits ("Crazy" hatte sich reingemogelt, ansonsten stammte heute alles aus der Zeit bis zum letzten großen Werks "The Crimson Idol" von 1992), die abhängig von der Verfassung des bald 59jährigen bleiben. Für die Show des Headliners darf natürlich unser Panzerfetischist ran, dass die Schweden Headlinerstatus erreichen sollten, machte schon der 2012er Gig klar.
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- On Your Knees / The Torture Never Stops
- The Real Me
- L.O.V.E. Machine
- Crazy
- Wild Child
- Sleeping (In The Fire)
- The Idol
- I Wanna Be Somebody
- Chainsaw Charlie (Murders In The New Morgue)
- Blind In Texas

SABATON
„SABATON, nur Pussies hören den Scheißdreck!, schöne Grüße an meine Freunde von der Brett-vorm-Kopf-Fraktion. Als verkündet wurde, dass die schwedische War-Machine den heutigen Tag headlinen würde, war der Aufschrei auch nicht sonderlich positiv beim Kuttenträgervolk. Man hätte sich doch überhaupt für das diesjährige Jubiläum fette Kult-Headliner im Stil von JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN (in diesem Punkt eine recht kühne Überlegung des Kollegen Laichster - Anm. T.P.) oder SCORPIONS gewünscht und hier nimmt sich der Schreiberling auch nicht aus. Es bleibt also nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen. Die Frontschweine rund um Joakim Brodén und Pär Sundström hasst man einfach oder man liebt sie. In Bezug auf den Verfasser trifft zweiteres zu (trotzdem sind sie nicht der passende Headliner für ein Jubiläum wie das heutige). Das einzige was ich an SABATON wirklich hasse, ist der versoffene Partymetaller, der zu jedem Konzert der Musiker pilgert. Diese spezielle Spezies hat eine musikalische Bildung die beim heutigen Headliner beginnt, sich bei POWERWOLF fortsetzt und wenn es ganz gut geht noch MANOWAR mit einschließt. Im Übrigen stößt einem das vermehrte Aufkommen von Ballermann-Pseudo-Metaller-Schwachmaten dieses Jahr ziemlich auf, die Stellen sich dann voll wie der Russe am „Tag des Sieges“ hinter mich und glauben „Ghost Division“ ist eine Gespenstergeschichte. Zu oft White-Tiger angeschaut? Der Wüstenfuchs kotzt sich jedenfalls gerade das Frontgulasch aus dem Kübelwagen bei so viel Hirnlosigkeit!

Apropos 7. Panzer-Division, SABATON rollen natürlich nach dem üblichen „The Final Countdown“-Intro (seit Jahren ein genialer Marketing Gag, muss man den Herren lassen) mit der Gespensterdivision los, doch es braucht soundtechnisch doch bis zu „Carolus Rex“ bis das top eingespielte Team mit dem Panzer auf der Bühne wirklich seine ganze Klasse ausspielen kann. Danach gibt es voll eines auf die Stahlhelme und heute sogar solche in letzter Zeit selten gehörte Schmankerln wie „Panzerkampf“, „Swedish Pagans“ oder „Screaming Eagles“ zu hören. „No Bullets Fly“ gibt es heute überhaupt zum ersten Mal auf einer Bühne zu bewundern und das einzige, das es wirklich auszusetzen gibt ist der Umstand, dass Tank-Commander Brodén heute sehr redselig am Start ist. Die nervigen „Noch ein Bier!“ Rufe gehen einem dann noch zusätzlich auf den Zünder – wie wärs mal mit „noch ein Song“? Ach nein, das kann man ja nicht saufen… trotzdem eine fette Show und rein musikalisch betrachtet eine Machtdemonstration von Schwedens momentan heißesten Eisen.
[- Laichster -]

Setlist
- Intro: The Final Countdown (EUROPE)
- The March To War
- Ghost Division
- To Hell And Back
- Carolus Rex
- No Bullets Fly
- Panzer Battalion
- Resist And Bite
- Screaming Eagles
- Swedisch Pagans
- Panzerkampf
- Far From The Fame
- The Art Of War
- Soldier Of 3 Armies
- Gott Mit Uns
- A Lifetime Of War (Swedish Version)
- Attero Dominatus
----------------------------------------------------------
- Night Witches
- Primo Victoria
- Metal Crüe

ENFORCER (Halle)
Als erste Band durften heute die Schweden ENFORCER in der Halle starten. Der recht stickigen Atmosphäre in der Halle setzten sich dabei nicht gerade wenige Fans aus. Kein Wunder, ist das junge Quartett doch eine der Durchstarter aus der Garde der nachrückenden Musiker, bei denen es so scheint, als ob sie den Spirit und die Essenz des Metal mit der Muttermilch aufgesogen hätten. Und auch heute entfesselte der Vierer bereits mit dem Opener „Destroyer“ ein sprühendes Heavy Metal-Feuerwerk mit viel Speed, Power & Passion. Spielerisch leicht zockten sich die Skandinavier durch ihr mit Granaten wie „Mesmerized By Fire“ oder „Run For Your Life“ gespicktes und enthusiasmussprühendes Set, bevor (leider viel zu früh) ein Platzwechsel zur bevorstehenden Freiluft-W.A.S.P-Show (siehe oben) anstand.
[- Thomas Patsch -]

FINNTROLL (Halle)
Vom Gig der Deutschen ORDEN OGAN der im grandiosen „The Things We Believe In“ sein Finale fand, konnte ich grad noch das Ende mitnehmen, bevor die live bereits oftmals miterlebten Finnen die Bühnenbretter betraten. Auf das sumpfartige Hintergrund-Krötengequäke folgte umgehend der Opener des letzten Albums „Blodsvept“. Die spitzen Latex-Ohren waren auch heute noch präsent, dennoch wirkte die Performance der Nordmänner irgendwie reifer und abgeklärter als zuletzt (Livereport). Leider aber auch steifer und weniger packend als auf vergangenen Tourneen. Kommunikation ist ohnehin nicht die wahre Stärke der Finnen, auch nicht für den mit einem geilen Mikrofon ausgestatteten Fronter Vreth. So bestand immer eine gewisse Distanz zum Publikum, das sich den Spaß allerdings nicht nehmen ließ und die Trolle hochleben ließ. Neu am Start war Drummer MörkÖ, der den Beast Dominator hinter den Kesseln ersetzte. Apropos neu...ein neues Studioalbum der Finnen läßt auch schon über drei Jahre auf sich warten, "Blodsvept" erschien immerhin schon 2013. Ein ansprechendes Konzert nahm seinen Lauf, bevor das Set mit „Jaktens Tid“, „Trollhammaren“ und dem einprägsamen „Under Bergets Rot“ zum Ende hin noch einmal Fahrt aufnahm und die Bühne für ihre Landsmänner KORPIKLAANI geräumt wurde. Es bleibt zu hoffen, dass der heutige Abend nicht repräsentativ für die Zukunft der Band ist und die Luft bei FINNTROLL nicht allzu sehr draußen ist.
[- Thomas Patsch -]

Setlist:
- Blodsvept
- Slaget Vid Blodsälv
- Eliytres
- Fiskarens fiende
- Nedgang
- När Jättar Marschera
- Mordminnen
- Solsagan
- Nattfödd
- Svartberg
- Ursvamp
- Grottans Barn
- Skogsdotter
- Häxbrygd
- Jaktens Tid
- Trollhammaren
- Under Bergets Rot

Für die Berichterstattung über CRAZY LIXX reichten die Kräfte nach 12 Stunden Metal-Krawall, 35 Grad im Schatten und dem Genuß des einen oder anderen Bierchens schlußendlich nicht mehr. => HIER geht´s zum Bericht von TAG 2 des Festivals => HIER geht´s zum Bericht von TAG 3 des Festivals


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