22.07.2015, ((szene)) Wien

QUEENSRYCHE @ ((szene)) Wien

Veröffentlicht am 24.07.2015

Eigentlich haben die Thanner-Brothers in ihrem jüngsten Livebericht aus München schon alles gesagt, was man über QUEENSRYCHE in ihrer aktuellen Form sagen kann. Aber auch Wien sollten sie beehren, die Prog-Legenden rund um Neo-Fronter Todd LaTorre, und wir wären nicht die Stormbringers, wenn wir uns dieses Gastspiel in der Szene Wien - trotz tropischer Temperaturen - entgehen lassen würden. Kollege Mat, der eigentlich der Chose beiwohnen wollte, war kurzfristig verhindert, weswegen nun dieser Rezensent einsprang, und, sich genüsslich im körpereigenen Öl einlegend, des abends gen Szene Wien begab, wo schon um 20:30 (wohlgemerkt ohne Vorband - die hatte wohl hitzefrei) die Herren von QUEENSRYCHE in ihr amtliches Set starteten; und dieses ließ für den geneigten Fan nun wirklich kaum Wünsche offen. "Anarchy-X" und "Nightrider" eröffnen den Reigen, und die Band wird sofort frenetisch bejubelt in der österreichischen Hauptstadt willkommen geheißen. Bei zwar etwas trockenem, aber insgesamt doch deutlich besseren Sound als noch beim letzten Auftritt in Wien im Jahre 2013, zeigt sich die Band von der Amazonas-Atmosphäre in der ((szene)) Rio de Janeiro relativ unbeeindruckt, und insbesondere Sänger Todd LaTorre, der der Band nach dem unrühmlichen Abgang von Exzentriker Geoff Tate eine vielbenötigte Frischzellenkur beschert hat, präsentiert sich trotz gefühlter Luftfeuchtigkeit von etwa 120% in bestechender Form. Und dann geht's auch schon Schlag auf Schlag in einer Setlist, die sich mit jener aus München deckt: "Breaking The Silence" und das famose "I Don't Believe In Love" sorgen für Stimmung, die dann mit "Walk In The Shadows" einen ersten Höhepunkt erreicht. Überraschend - und auch begeisternd - doch der rege Zuspruch beim Wiener Publikum, das zwar an diesem Abend zu großen Teilen ein doch eher älteres ist , aber dafür umso begeisterterter mitsingt und -klatscht, und gemeinsam mit der Band für einen ordentlichen Prog-Metal-Aufguss in der ((sauna)) Wien sorgt. Gänsehautstimmung ist dann natürlich bei "Silent Lucidity" garantiert, und auch der ebenfalls gespielte brandneue Song "Arrow Of Time" wird vom Publikum wohlgoutiert rezipiert. Dank der Vorhöllen-Atmosphäre verzichtet Fronter Todd zunächst auf Bierkonsum und setzt stattdessen auf schnödes Wasser, kündigt aber gleichzeitig an, dass die Band nach der Show auch nochmal zum Merchandise-Stand kommen würde um dort ein bisschen zu plaudern (und vielleicht auch Fotos machen zu lassen - während des Gigs selbst herrschte überraschenderweise absolutes Fotoverbot an diesem Abend, das auch von der Security höflich, aber bestimmt durchgesetzt wurde). Das erntet natürlich nochmals zusätzlichen Beifall aus der Menge. Die Band dankts, und legt mit den richtig großen Klassikern gegen Ende des Sets nochmal ein paar Scheite ins ohnehin schon fröhlich brutzelnde Akustik-Feuer: "Eyes Of A Stranger" fehlt ebensowenig im Set wie die "Queen Of The Reich", und mit "Empire", "Jet City Woman" und "Take Hold Of The Flame" verabschiedet sich QUEENSRYCHE einmal mehr von einer erschöpften, verschwitzen, aber glücklichen menschlichen Dampfsauna in Wien, und es bleibt - auch angesichts der für einen Sommermittwoch sehr erfreulichen Besucherzahlen - zu hoffen, dass wir QUEENSRYCHE bald wieder in der Hauptstadt werden begrüßen dürfen. Ich empfehle schon jetzt, das Merchandise-Sortiment um ein Deo-Spray (Marke: "Scent Of The Reich") zu erweitern. So, und ich gehe jetzt nochmal duschen.


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