15.10.2015, PMK, Innsbruck

MASTER - Grandpas Of Death Metal

Veröffentlicht am 18.10.2015

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"Grandpas Of Death Metal" - unter diesem Banner waren die Shows der Genre-Haudegen DISASTROUS MURMUR und MASTER angelegt. Wenn also Grandpa auf der Bühne am Start ist, hieß das wohl für alle anwesenden Altfans des Ösi-Kultacts oder des mittlerweile in Tschechien residierenden MASTERs, dass man zumindest Vaterstatus erreicht hat. Gut, eines war klar, nach dem Gig von RAVEN (zum Livereport) hatte sich mit dem Headliner ein weitere, einflußreiche Haudegencombo in Innsbruck eingefunden, Veteranen aus den frühen Achtziger Jahren, denen von der eingeschworenen, von allen Altersschichten durchzogenen Metal-Community gehuldigt wurde. Leider wieder unter weitgehendem Ausschluß der Metal-Öffentlichkeit, die nur bei den etablierten Acts aufläuft, aber umso neugieriger von den Die Hard´s beäugt. Andererseits darf - ohne jetzt zu überschwänglich klingen zu wollen - mit Fug und Recht behauptet werden, dass in der Bundeshauptstadt mit über zehn Mal so vielen Einwohnern bei ähnlichen Acts auch nicht wesentlich mehr Zuschauer am Start sind und sich somit das feine Alpenstädtchen Innsbruck weiter als kleine Metal-"Hochburg" behaupten kann, auch wenn naturgemäß hierzulande noch keine Übersättigung wie in Großstädten zu verzeichnen ist! Zusätzlich zum Kult- und Death Metal-Faktor der Hauptacts war heute Trio-Abend, schließlich traten alle Bands in kultiger Dreierbesetzung an!

SUNLORD:
Die mir bislang unbekannten SUNLORD durften den heutigen Abend kurz nach 21 Uhr eröffnen. Dem Moloch New York City entstiegen, wurde sofort ohrenscheinlich, dass SUNLORD wohl schon einiges an Dreck zu fressen hatten. Vom recht gut gefüllten pmk profitierend, wurden die New Yorker auf ihrem ersten Europa-Trip auch gleich ansprechend in Empfang genommen, heute konnte überhaupt das erste Europa-Konzert gefeiert werden. Tiefergelegte und schwere Metal-Batzen grollten, rockten und groovten durch das Auditorium und sicherten dem hier bislang noch nicht auffällig gewordenen Trio viel Aufmerksamkeit. Zu Recht, wie die starke musikalische Performance der motiviert aufspielenden Truppe sicherstellte. Die Shirts von Fronter Alfonso (D.R.I.) und Basser Bobby (VENOM) grenzten denn auch das musikalische Spektrum der Einflüsse und Soundreferenzen ab, fertig war das speedig-punkig-hardcorige Metalgebräu, das heute sehr wohl zu schmecken wußte! Bei einem Song dachte man ohnehin, eine harte Variante von MOTÖRHEAD zu vernehmen, dermaßen ähnelte Titel und Performance der Lemmytruppe. Zünftig beklatscht konnte der Dreier nach knapp 40 Minuten das Feld als Gewinner verlassen. Ein fetziger und würdiger sowie gut justierter Opener für das nun folgende Death-Fest! Ins selbstbetitelte Debutalbum könnt/sollt/dürft/müßt ihr HIER reinhören! An dieser Stelle übergebe ich das Hackebeil an Daniel, der den Auftritt von DISASTROUS MURMUR dokumentiert:


SUNLORD - Fronter Alfonso Ferrazza 


DISASTROUS MURMUR:
Jeder Österreicher weiß – Kärnten ist anders! Da gibt es den Lindwurm, lustige Ortstafeln, bankrotte Banken und das Beste was das tägliche Politikkabarett zu bieten hat – ein verlorenes Bundesland, das man am besten doch an Slowenien abtreten sollte? Nein, denn dann müssten wir ja auf solche Wohltaten des politisch korrekten und den Feminismus hochhaltenden Gerumpels wie DISASTROUS MURMUR verzichten und außerdem kann man unseren Kärnter Freunden aufgrund ihres süß debilen Dialektes doch sowieso keine Schandtat übel nehmen. Bei DISASTROUS MURMUR selbst können sich einige Kellerbaumeister noch etwas abschauen, denn die Carinthian-Gore-Madness rumpelt seit 1988 wie die Unglückliche, welche das falsche Bier aus dem Keller holte und postwenden rückwärts über die Kellerstiege fliegt… learning the hard way, bitch! Und so sägt nach der richtigen Flasche und dem Versöhnungssex „Extra Uterine Pregnancy“ durch die glühend heißte p.m.k. – alles wieder bestens, Ehekrise überwunden, wäre ja auch zu schade, es sich mit „Headless Autophelatio“ selber besorgen zu müssen, wobei doch allgemein die Maxime gilt – „Splatter Is Better“! 


DISASTROUS MURMUR - Basser Mike Hell

Und wenn es wieder kriselt, kommen wir eben zu „Daily Toilet Torturing“ – Erziehung muss sein, denn Meister Elmar und seinen Schlachthaus-Buddies muss man nicht mehr erklären was sich gehört. Da werden die Blasts gehackt und die Kettensäge gerifft bis alles in einem faulig stinkenden Meer aus Blut, Fleisch und Gedärmen versinkt – ja, heute ist der „Fleshmaster Birthday“. Die Einhörner ergreifen schreiend die Flucht und kotzen sich den Mageninhalt aus – hier gibt es keine Regenbögen, wäre auch ein wenig unpassend für einen brachial dargebotenen Nackenbrecher der Klasse „Bondage Balls And Cock Dissection“. Zerfetzte Körper und Knochensägen… it is „Just A Wound“. Bevor nun Mr. H.E.A.T. von den kultbeladenen MASTER berichtet bleibt nur mehr festzustellen - das was DISASTROUS MURMUR heute auf die Schlachtbank legen ist ein verdammtes Brett… mit Nägeln besetzt, direkt über den Kopf geschlagen! [Laichster]

Setlist:
- Extra Uterine Pregnancy
- Headless Autophelatio
- Flesh… Is What I Need
- Splatter Is Better
- Daily Toilet Torturing
- Toxic Trap
- The Call
- Disgorged Bowelmovement
- Fleshmaster Birthday
- Breaking By Means Of The Wheel
- The Oral, Rectal And Vaginal Pear
- Bondage Balls And Cock Dissection
- Just A Wound


DISASTROUS MURMUR - Elmar The Fleshmaster 

MASTER:
Nach dieser bluttriefenden Ladung Austro-Kult nahm die Death Metal-Legende Paul Speckmann Fahrt auf. Wie schon vor fünf Jahren an gleichem Orte kamen MASTER nicht in Frieden und nahm die Anwesenden umgehend mit auf seinen Death Metal-Kriegspfad. Ranzig, punkig und tiefergelegt sollte in den nächsten rund 75 Minuten der tonnenschwere DM-Zug über die Zuschauer rollen. Simpel, schnell und gerade heraus legte das Chicago-Death Metal-Urgestein, dessen Bart nach eigenen Aussagen länger sei als jener von den ZZ TOP-Rauschebärten, und seine tschechischen Kompagnons los. Eine amtliche Bühnenshow war aufgrund der Trio-Besetzung ohnehin nicht zu erwarten, dennoch war es lässig zu sehen, wie der alte Graue in sein höhergestelltes Mikro blökte, seinen Bass befingerte und durch seitliches Kopfschütteln auch seinen Bart bangte. Drummer Zdenek bollerte von hinten heraus und schien jede Minute der Rödelvorstellung mitzuleben und mitzuleiden, während sich Sechssaiter Alex um musikalischen Anspruch bemühte.


MASTERmind Paul Speckmann

Die spärlichen, abgeklärt-coolen Ansagen nuschelte der Grandfather of Death meist halbverständlich in seinen langen Bart, dennoch war zu vernehmen, dass "Betrayal" zuletzt seine Premiere im Set feiert. Zuvor entführte uns der Meister mit dem DEATH STRIKE-Titel "Re-Entry And Destruction" noch in graue Vorzeiten. Stumpf war heute absolut Trumpf und das schnörkellose, primitive und faszinierende Gebretter bereitete den immer noch ausharrenden Grunzfetischisten einen Heidenspaß. Höllisch laut war es auch wieder, jedoch durfte die Galavorstellung in Sachen roh-stumpfen Death Metals genreadäquat druckvoll durch die Anlage knallen. Mit zunehmender Spieldauer leerte sich das pmk doch zusehends, was allerdings nicht an der Qualität der Old School-Zelebration, Marke "Kult & Krawall", lag, sondern vielmehr dem Umstand geschuldet war, dass die meisten am kommenden Tag zu arbeiten hatten. Der MASTER hatte mit kräftiger Growl-Stimme gesprochen und Innsbruck verabschiedete unter Applaus das Gastspiel der Death Metal-Legende. Grunz!


MASTER - Kult-Krawall! 

Setlist:
- Master
- Shoot To Kill
- Slaves To Society
- Judgment Of Will
- Submerged In Sin
- Collection Of Souls
- Unknown Soldier
- Re-Entry & Destruction (DEATH STRIKE- Cover)
- Betrayal
- Cut Through The Filth
- Pay To Die
- Special Skills


 


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