13-11-2015, KuFa (Kulturfabrik), Kufstein

STRATOVARIUS + GLORYHAMMER + DIVINE ASCENSION

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 16.11.2015

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Zum Abschluss ihrer "Eternal"-Tour gastierten STRATOVARIUS und ihre beiden Supports GLORYHAMMER und DIVINE ASCENSION in der KuFa Kufstein. Wie schon drei Wochen zuvor in München zogen beide Vorbands eine enorm spielfreudige Show ab - dieses Mal sogar noch einen Zacken überdrehter als im Backstage. Tourabschlüsse sind ja so eine Sache - meistens passieren bei den letzten Shows einer Tour seltsame Sachen auf der Bühne, da die ganze Anspannung,´und der Stress des Tourlebens abfallen und die Gewissheit herrscht, dass man einmal so richtig Party machen kann, ohne dass man auch am nächsten Tag noch spielfähig sein muss.

So geschah es, dass der STRATOVARIUS-Bassist Lauri die Shows der Vorgruppen gründlich aufmischte, bei DIVINE ASCENSION auf deren sechssaitigem Bass eine Vierhand-Performance mit inkludierter Kuscheleinlage ablieferte und anschließend GLORYHAMMER bei "The Unicorn Invasion Of Dundee" als Einhorn verkleidet on Stage mit Bier abfüllte. Gepost wurde was das Zeug hielt und bereits die dauergrinsenden DIVINE ASCENSION, denen man ansah wie viel Spaß ihnen ihr erster Besuch in Europa machte, konnten das Publikum nach kurzer Zeit für sich gewinnen. Zu GLORYHAMMER drängten sich dann die Leute im Bereich direkt vor die Bühne, um der schräg gewandeten Truppe (der Gitarrist steckte in einem Plüsch-Einhornkostüm!) möglichst nahe zu sein. Da wurden die Fäuste gen Himmel gereckt und die schmissigen Songs von gar nicht wenigen Besuchern in der circa halbvollen KuFa laut, falsch und voller Begeisterung mitgegrölt. Als schließlich statt dem Hootsman auch noch Jens Johansson von STRATOVARIUS zum König gekrönt wurde, ließen sich die ersten Reihen zur Ehrerbietung auf die Knie nieder. Bestimmt gab es auch einige gequälte Gesichter ob des reichlich kindischen Spektakels (Leute: Hirn abschalten und Spaß haben!), aber insgesamt konnten GLORYHAMMER in Kufstein ordentlich abräumen.

Nachdem Stormbringer ja bekanntlich schon öfter zu Mr. Kotipelto gelitten hatte, erwies sich der Schreiberling auch dieses Mal als unbelehrbar und gab den Finnen trotz suboptimaler Performance in München eine weitere Chance. Dabei präsentierten sich STRATOVARIUS gesanglich etwas besser als vor drei Wochen in Deutschland - zumindest in den am Anfang des Sets dargebotenen neueren Songs zeigte sich Timo sattelfest und stimmlich solide. Aber so wirklich ein Funke wollte nicht überspringen - das Publikum verteilte sich in Häufchen in der KuFa und es war gefühlt leerer als bei GLORYHAMMER zuvor. Wohl wurden die finnischen Ohrwürmer vielerorts mitgegrölt, aber die große Begeisterung suchte man vergebens. Gegen Mitte des Sets kam dann mit den Klassikern "Paradise" und "Against The Wind" die Bewährungsprobe für die gesanglichen Fertigkeiten - schnitt Mr. Kotipelto bei "Paradise" noch akzeptabel ab, ging ihm bei "Against The Wind" dann doch wieder die Luft aus und die Töne wurden zunehmend schräg. Zeit für die Abordnung Stormbringer West das Feld zu räumen - auch beim achten Mal STRATOVARIUS konnten die Finnen nicht überzeugen. Etwaige weitere schräge Aktionen wie bei den Vorgruppen konnten somit zugunsten der Schonung des Gehörs leider nicht mehr dokumentiert werden.

Setlist:

Über die Tatsache, warum die ultra-spaßige, mitreißende Show von GLORYHAMMER, die definitiv die Gewinner des Abends waren, im Endeffekt einen schlechten Nachgeschmack hinterließ, braucht man wohl niemanden mehr unterrichten. Es ist ein sehr, sehr grusliges Gefühl gerade noch mit einem Grinskrampf im Gesicht kindlich anmutenden Spaß gehabt zu haben und dann nach einem Blick auf sein Handy jäh aus dem Zustand der Glückseligkeit gerissen zu werden. So ging es an diesem Abend vermutlich jedem, der auf einem Konzert war. Freitag der 13. hat seinen Ruf leider einmal auf schreckliche Weise bewiesen...


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