15.12.2015, Viper Room, Wien

SWALLOW THE SUN + WOLFHEART + ADIMIRON + DISMAL LUMENTIS

Text: Kalti | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 18.12.2015

Während die Kollegen in der Arena feinem Stoner-70s-Rock von KADAVAR lauschten, begab ich mich in die Katakomben der Landstraßer Hauptstraße. SWALLOW THE SUN luden zu einem düsteren Abend im Viper Room.

Pünktlich um Viertel nach Sieben (oder wie der Wiener zu sagen pflegt : „Viertel Acht“) begannen die Wiener DISMAL LUMENTIS als Local Support den düsteren Abend. Das Vierergespann gibt es seit mehr als zehn Jahren, allerdings wurden erst in den letzten Monaten nach einem Besetzungswechsel wieder intensiv Konzerte eingeplant und ein neues Album vorgestellt.

DISMAL LUMENTIS DISMAL LUMENTIS
DISMAL LUMENTIS (Fotos by Christoph Kaltenböck)

Die Wiener bretterten gleich richtig los: Nach wenigen Liedern war auch das Publikum zu motivieren und die ersten wagten sich in die vordersten Reihen. Stilistisch schwer einzuschätzen kann man dem selbst bezeichneten Progressive Death/Thrash Metal kurze Intermezzi in Richtung Stoner Metal und Black Metal hinzufügen. Die Mischung konnte definitiv überzeugen und wurde durch massive Growls von Sänger Denis garniert. Zu sehen gibt es die Jungs wieder im Jänner im Zuge eines Konzertabends im Das Bach.

Nach einer kurzen Umbauphase waren die Italiener ADIMIRON an der Reihe. Der Musikstil zwar sehr untypisch für die südlichen Staaten, ob ihres Aussehens konnte man sie aber definitiv dort einordnen. Bassistin Andrea Spinelli musste aufpassen, dass sie mit ihrem riesigen E-Bass nicht seitlich kippte, war dieser doch fast größer als sie selbst.

Musikalisch hatte ich anfangs Probleme einen roten Faden durch die einzelnen Lieder zu finden. Nach dem dritten Song besserte sich dies zunehmend – die Growls und das harte Drumming waren am Positivsten hervorzuheben.

ADIMIRON ADIMIRON ADIMIRON
ADIMIRON (Fotos by Christoph Kaltenböck)

Vom südlich gelegenen Italien in den hohen finnischen Norden von Lahti. Vom dunkelhäutigen, schmalen Südländer zum Panzergrenadier des Nordens. WOLFHEART waren bezüglich Erscheinungsbild das genaue Gegenteil zu den Italienern. Der mit Nieten und Ketten gespickte Sänger Tuomas Saukkonen bretterte mit seinem Panzer durch das gesamte Set. Spätestens bei der neuen Hymne „Aeons Of Cold“ fraß das Publikum dem Finnen aus der Hand. Sowohl Clean Vocals als auch das Growling waren perfekt an die Düsternis angepasst und eine optimale Vorbereitung auf den Hauptact.

WOLFHEART WOLFHEART WOLFHEART
WOLFHEART (Fotos by Christoph Kaltenböck)

War es bei WOLFHEART schon schwierig durch die dicht gedrängte Menschenmenge durchzukommen, hatte ich bei SWALLOW THE SUN das Gefühl, noch nie so viele Menschen im Viper Room gesehen zu haben. Als die Musiker die Bühne betraten ergab dies vorerst ein eher komisches Bild: Ich hatte nicht gewusst, dass es möglich ist, sechs Musiker auf so einer kleinen Bühne unterzubringen.

Die Finnen stellten vor kurzem ihr Dreifach-Album, „Songs From The North“ vor, das auch primärer Inhalt des heutigen Abends war.  Gewohnt düster startete man mit den neuen Liedern „Ten Silver Bullets“ und „Rooms And Shadows“ vom ersten Part des neuen Werkes. Die Stimmung war perfekt -  wenn auch stimmlich bei den Clean Vocals etwas schwach, aber das wurde vom Publikum verziehen. Man spielte sich durch das getragene Set und die Zeit verging wie im Flug. Mit „Abandoned By The Light“ wurde der erste Teil abgeschlossen. Die E-Gitarren wurden weggepackt, das Stockerl zum Niedersetzen geholt – schon war es Zeit für ein wenig Akustik. Der zweite - rein akustische - Part des neuen Albums wurde durch zwei Songs eindrucksvoll präsentiert. Hier zeigte sich die Klasse der Finnen – Sänger Mikko Kotamäki packte seine Engelsstimme aus und der Rest begleitete mit Akustikgitarren. „The Heart Of A Cold Heart Land“ war für mich einer der vielen Höhepunkte des Konzertes.

Für die Zugabe wechselte man wieder auf normales Werkzeug und mit dem Klassiker „Swallow“ wurde die eindrucksvoll düstere und melancholische Darbietung beendet.

SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN SWALLOW THE SUN
SWALLOW THE SUN (Fotos by Christoph Kaltenböck)

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