23.1.2016, Arena, Wien

KATAKLYSM & SEPTICFLESH & ABORTED

Text: Lee Feh | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 27.01.2016

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What A Night. Mit ABORTED, SEPTICFLESH und  KATAKLYSM wurden den zahlreich erschienenen Metal-Pilgern in der Arena nicht nur eine, sondern gleich drei alteingesessene Größen vorgesetzt und es war schon anfangs deutlich - so gut gefüllt sieht man die Arena selten beim Opener - dass die Meute dies zu schätzen weiß.

ABORTED waren brachial. Nach mehr als 20 Jahren im Geschäft immer noch heiß auf die Bühne, haben sie einen soliden Start in den Abend hingelegt. „Termination Redux“ heißt die neue EP und ein bisschen „Terminated“ fühlte man sich auch als die letzten Töne verklungen waren. Die Lichtshow hat stilgetreu mit stakkatoartigen, gleißenden Lichtblitzen die wummernden Blastbeats unterstützt und der Körper des getreuen Konzertgängers wurde bis in die letzte Faser erwärmt vom gutturalen Gebell Svenchos. Sie bleiben ihrer blutgetränkten, aggressiven Linie treu und das steht ihnen gut zu Gesicht - live ebenso überzeugend wie auf Platte. Kollege Fröwein hat sich übrigens im Vorfeld mit dem glatzköpfigen Frontvieh zusammengesetzt, um über Vergangenheit und Zukunft des belgischen Abrisskommandos zu sprechen. Mehr dazu bald.

ABORTED (Fotos by Christoph Kaltenböck)

SEPTICFLESH sorgten nach ABORTED für fast schon kuschelige Stimmung. Die Griechen stehen den anderen beiden Bands in punkto Düsterkeit um nichts nach, ihre musikalische Orientierung ist aber deutlich abweichend. Sie sind ein Gesamtkunstwerk, was sicherlich nicht zuletzt der künstlerischen Aktivität von Spiros ‚Seth‘ Antoniou zu schulden ist, der unter anderem das „Extinct“-Albumcover von MOONSPELL entworfen hat. Die orchestralen Elemente kamen leider in der Arena etwas zu kurz, dafür war der österreichische Drummer Kerim „Krimh“ Lechner umso deutlicher zu hören, der sich (seit 2014) perfekt in die bereits bestehende Konstellation eingefügt hat. Nach ihrer mehrjährigen Schaffenspause (2003-2007) hat sich der Stil der Band gewandelt und sie sind heute im absoluten Höhenflug. Ein Erlebnis - nicht zwingend passend zwischen KATAKLYSM und ABORTED, aber darum nicht minder lobenswert.

SEPTICFLESH (Fotos by Christoph Kaltenböck)

KATAKLYSM machten ihrem Namen alle Ehre - abgeleitet vom Wort „Kataklysmus“, das eine allumfassende, alles vernichtende Katastrophe beschreibt, spülten die Frankokanadier die tobende Menge weg, mit dem einzigen Unterschied, dass man sich nach dieser Vernichtung einfach richtig geil fühlt. Sänger Maurizio ist nur für sich betrachtet schon eine Institution - ergänzt um das gigantische Zusammenspiel seiner langjährigen Bandkollegen wird KATAKLYSM immer und immer wieder zu einem Höhepunkt. „Of Ghosts And Gods“ ist wieder ein solides, wuchtiges Album, das die Nachbarn hören auch wenn sie nicht wollen - und live ist es ein Garant für Moshpits und Nackentraining.

KATAKLYSM (Fotos by Christoph Kaltenböck)

Tipp am Rande: Wer bis jetzt noch nicht über die Band gestolpert ist, sollte sich EX-DEO zu Gemüte führen - (fast) die gleiche Besetzung und verdammt eingängig.


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