26.02.2016, Komma, Wörgl

KATAKLYSM & SEPTICFLESH & ABORTED

Veröffentlicht am 01.02.2016

» Hier gehts zur Galerie...

Es hat schon Fantasie für eines der reichweitenstärksten und größten deutschsprachigen Metalmagazine zu schreiben. Schließlich können wir nicht nur eine einzelne Meinung präsentieren, vielmehr bekommt der Leser manchmal eine ganze Bandbreite an Meinungen (wie etwa bei den unregelmäßigen CD-Gangbangs, zuletzt bei SERENITY). Extensive Livereports waren gestern, nach TRIBULATION gibt es nun bei der KATAKLYSM-Rundreise nach dem Wien-Report (Livebericht) auch die Eindrücke aus dem winterlichen Wörgl, wobei das Fazit gleich wie in der Bundeshauptstadt ausfällt, soviel darf schon jetzt vorweggenommen werden.

ABORTED lieferten einen zünftigen Auftakt des hochklassig besetzten Metal-Packages. Doch bevor die Headlinerwalze alles plattmachte, galt es vorerst, die Ohren der zahlreich Anwesenden für die anspruchsvolle Darbietung von SEPTICFLESH durchzuspülen. Diese Aufgabe kam den Belgiern zu, die ihre Aufgabe mit entsprechender Sorgfalt und viel Nachdruck erledigte. Die Band war im einheitlichen Obergewand mit "Raise The Dead, Kill The Living"- Slogan angetreten, amtliche akustische Verwüstung über das Komma zu bringen. Angeführt von Frontgrunzer Sven feuerten die sympathischen Death Metaller amtliche Riffsalven ab. Zwar klang das Sperrfeuer-Schlagzeug des stoisch agierenden Drummers zu "modern", aber so muß das (auch wenn mir diese hochgezüchteten Drums ab und zu, so etwa am heutigen Abend, echt auf den Senkel gehen) und so manchem Doublebass-Gewitter folgten auch versöhnliche Grooveparts. Der Titeltrack der erst kürzlich veröffentlichten EP (Review) kam im Set ebenso zum Zug wie Schlachtplattenstandards (etwa "The Saw And The Carnage Done"). ABORTED gaben ihre Visitenkarte in Wörgl ab und wurden für die zünftige Darbietung auch mit amtlichem Applaus bedacht. So dürfen Eröffnungen von Konzertabenden aussehen!

Die Griechen SEPTICFLESH um Grafik- und Coverkünstler Seth Siro Anton legten gleich zu Beginn mit einem Bombast-Intro die Marschrichtung für die kommende Dreiviertelstunde vor. Sehr auf stilvolle und originelle Optik bedacht (man beachte etwa den stylischen Bühnenanzug des Fronters), versuchten Seth & Konsorten die Menge, die geil auf wuchtigen Abriß war, mit ihren symphonisch-komplexeren Hymnen für sich zu gewinnen. Episch,stilvoll und opulent ist das Songmaterial, perfekt arrangiert die Samples der Griechen. Alles wurde auch entsprechend mit Druck und Wucht, amtlichem Licht und einer sehr gefälligen optischen Darbietung zelebriert. Die Haare flogen sowohl auf, als auch vor der Bühne, und obwohl sie für anspruchsvollere Akzente sorgten und dafür auch entsprechenden Beifall ernteten, wären SEPTICFLESH auf einer anderen Tour besser aufgehoben gewesen als in der Krawall-Sandwichposition auf der "Of Ghosts And Gods"-Tour. Verdient hätten sie es sich, zu edel sind Titel wie "Communion" oder "Prometheus".

Auf die Kanadier KATAKLYSM ist auf den Bühnen dieser Welt immer Verlaß. An einen schlechten Gig konnten sich weder ich noch Bandkenner wie GRAVEWORM´s Stefano erinnern. Ins eigene Knie schießen sich KATAKLYSM maximal dann, wenn sie einen ähnlich gepolten Toursupport anheuern. So kamen die Kanadier vor zwei Jahren ob der tollen Live-Leistung der Brachial-Brasilianer KRISIUN arg in Bedrängnis, wie im Livereport nachzulesen ist. Doch trotz tadelloser Leistung von SEPTICFLESH hatten es KATAKLYSM heute leicht, ihre große Klasse aufblitzen zu lassen. Los ging´s gleich mit einem amtlichen Intro und dem geilen "Breaching The Asylum" vom guten letzten Album "Of Ghosts And Gods". Danach folgte eine weitere Lehrstunde in Sachen Brutalität und Wucht. Ein feines Potpourri aus der Diskografie der Northern Hyperblaster prasselte auf die kräftig abfeiernde Menge (rund 300 Zuschauer) ein.  Eine gelungene Mischung aus zwingenden Altkrachern (etwa dem niederringenden Säger "As I Slither") und neueren Bandclassics (das rollende "Push The Venom" oder das melodiöse "The Black Sheep") wurde im blitzenden Stroboskopgewitter aus den Boxen gewuchtet, zudem bekam man mit dem hektischen "Manipulator Of Souls" einen länger nicht mehr gespielten Brchialbrocken serviert, "Open Scars" feierte laut Maurizio gar seine Livepremiere auf der Tour.

Besonders das atemberaubende "If I Was God...I´d Burn It All" und der Brecher "Where The Enemy Sleeps" hatten es mir heute angetan, einzig das Fehlen von "Like Angels Weeping (The Dark)" schmerzte, "Serenity In Fire" wäre auch fett gewesen. Der Pit kreiste unter dem wie immer erhaben agierenden Bühnenregenten und Banddirigenten Maurizo. KATAKLYSM schienen bestens gelaunt und auch gut eingespielt und  fackelten ein weiteres Brutal-Inferno der laufenden, 44 Dates umfassenden Tour ab, das seinen Höhepunkt im obligatorischen "In Shadows & Dust" (samt hartnäckigem Stagediver) sowie im mächtigen "Crippled & Broken" fand. All den "Nintendo Death Metal"-Unkern klatschten die Kanadier wie gewohnt eine brachiale Breitseite in die Kauleiste, dass es 75 Minuten lang nur so eine Freude war. Seine erstklassige Qualität spielte der Ahornblatt-Vierer heute wieder gnadenlos aus. Auf Tonträger mag man ja so manchen Kritikpunkt gelten lassen, live ist das Quartett jedoch weiter eine unbestrittene Macht. Die Bilder zum Konzert findet ihr in der Galerie!

Setlist: - Breaching The Asylum - If I Was God..I´d Brun It All - As I Slither - The Black Sheep - Manipulator Of Souls - At The Edge Of The World - Thy Serpents Tongue - Push The Venom - The Ambassador Of Pain - Where The Enemy Sleeps - Soul Destroyer - The Chains Of Power - Open Scars - In Shadows & Dust - Crippled & Broken

 

 


WERBUNG: Uzziel
ANZEIGE
WERBUNG: Escape
ANZEIGE