29-01-2016, PMK, Innsbruck

SERENITY CD-Releaseparty feat. DARKWELL & SAHARA SURFERS

Veröffentlicht am 31.01.2016

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Stormbringer West strikes again! SERENITY stellten im Innsbrucker pmk ihr brandneues Album "Codex Atlanticus" vor, und nachdem die West-Fraktion gerade nichts Besseres zu tun hatte, fand man sich im Rudel an selbiger Stelle ein, um sich den Gegenstand des letzten Stormbringer-Gangbangs auch live zu Gemüte zu führen. Chefredakteur Tom, Terrier Laichster und Fototante Anthalerero machten Innsbruck unsicher, was zu einigen skurrilen Auswüchsen führte (etwaige Kollateralschäden sind reiner Zufall, keinesfalls beabsichtigt und haben überdies ziemlich sicher so gar nichts mit uns zu tun!) - schließlich startete der Nachmittag für Stormbringer bereits deutlich früher, als der Beginn im pmk angekündigt war. Was das Trio Infernale in dieser Zeit getrieben hat, darüber können wir euch leider nicht unterrichten (wer nicht dabei war, hat Pech gehabt - what happens on tour, stays on tour!), aber zumindest über das Kernereignis des Abends, bei dem ortsansässige Musikexperten schwerstens vermisst wurden, kann berichtet werden... [-Anthalerero-]

 

Etwas krude war die musikalische Mischung des heutigen Abends schon. Symphonic-Bombast mit dem Headliner, Gothic Metal mit DARKWELL und Stoner Rock mit den Local Heroes SAHARA SURFERS. Letztere machten kürzlich mit ihrem neuen Album "High Lands" mächtig Eindruck auf den Kollegen Reini, heute gab es Auszüge daraus auch live zu hören. Nachdem ich anfänglich erst meine Ohren für die Desert Rock/Female Voice-Melange kalibrieren mußte, konnte ich mich nach dem Feintuning, das auch die Band zum Einstieg benötigte, dem Genuß der SURFERS hingeben. Optischer Blickfang war einmal mehr Sängerin Julia, die neben ihrem Aussehen auch mit ihrer leichten und ungezwungen wirkenden Performance (die Saitenfraktion hielt sich eher zurück) und Stimme betörte. Mächtige, dreckig-dröhnende Stonerwalzen rollten heute zwar nicht durch´s pmk, allerdings nahm der Vierer die zahlreichen Zuschauer mit auf eine feine akustische Reise zu gekonnten Desert Rock-Soundflächen, auf denen der eindringliche Gesang der Fronterin thront. Besonders im Kopf blieb dabei das großartige "Ghost", das im Gesamtpaket das große Format dieser sympathischen Hoffnungsträger unterstrich. Die seit Jahren hochklassige Arbeit abliefernden SAHARA SURFERS überzeugten heute einmal mehr auch auf der Bühne und lieferten ein weiteres umjubeltes Heimspiel ab. Durch den weiteren Abend führt nun Kollegin Antha, die heute extra angereist war, um sich von der Innsbrucker Konzertkultur mit sehr gut gefülltem pmk samt erstaunlich gutem Sound begeistern zu lassen und gleichzeitig exklusiv von dieser Release-Show zu berichten. [-Thomas Patsch-]

 

Nachdem die Credibility-Abteilung nun ihren Sanktus für den Rest des Abends erteilt hatte und sich zwecks sozialer Neuvernetzung an die Bar zurückzog, oblag es jetzt dem extra aus Oberösterreich angereisten Part der Stormbringer-Redaktion, sich um die folgenden musikalischen Darbietungen zu kümmern. Um die Ohren des ebenfalls anwesenden Redaktionsterriers zu schonen (er scharrte schon ungeduldig an der Glasfront des pmk und forderte hartnäckig Auslauf), wurde selbigem noch eine Gnadenfrist bis zu SERENITY eingeräumt. Aus der eigentlich kurzen Frist wurde eine etwas längere Geduldsprobe - die nun eigentlich folgenden DARKWELL kämpften im Vorfeld ihres Auftritts mit einigen technischen Problemen, die für eine kräftige Verschiebung des Zeitplans nach hinten sorgten. Setup, Samples, Beamer... der Technikgott meinte es einfach nicht gut mit den Fünf.

Das schlug sich dann im Endeffekt auch in der Live-Darbietung nieder, die zwar zum Glück nicht in einer Komplettkatastrophe endete, aber sich zumindest ziemlich durchwachsen präsentierte. Entsprechend verbesserungswürdig auch der Sound - nicht nur im Publikum, bei dem so gut wie kein Output der Keyboard-Burg im Hintergrund ankam, sondern augenscheinlich auch auf der Bühne, wie mehrmalige Gesten der Musiker bescheinigten. Timingprobleme waren ad hoc, zumindest für Leute denen das Songmaterial nicht so geläufig war, keine auszumachen, dennoch wirkte die Performance an sich ein wenig schaumgebremst - die beengten Bühnenverhältnisse im pmk und die vorangegangenen Technikprobleme dürften ihr Übriges dazu beigetragen haben, dass eine Mischung aus Frust und Resignation vorherrschte. In Kombination mit einer stimmlich etwas unsicher wirkenden Sängerin (krank, oder einfach in den Schminktopf gefallen...?) ergab sich so ein eher blasser Auftritt - zumal das "Symphonic" im Metal der Innsbrucker aufgrund der Soundprobleme komplett unterging. Da hätte sich die seit bereits mehr als 15 Jahren dienende Formation, die in den letzten Jahren nur wenige Auftritte spielte, aber (genau wie die Headliner des Abends) in Bälde mit einem neuen Album in den Startlöchern stehen wird, wahrlich besseres verdient. Es hilft nichts - "Wenns net lafft, dann laffts net!". Das Publikum spendete dennoch großzügigen Applaus für die Lokalmatadore - Balsam auf die geschundene Musikerseele, wenn die Technik einfach nicht mitspielen will.

 

Bis SERENITY dann endlich auf die Bühne gehen konnten, dauerte es fast bis Mitternacht; nachdem sich unser sicherheitshalber draußen vor der Türe angeketteter Redaktionsterrier bis dato tadellos verhalten hatte - sieht man einmal von diversen Begattungsversuchen ab - war es an der Zeit, den Laichster aus der zwischenzeitlich leicht frostigen Nachtluft wieder nach Drinnen ins Warme zu holen. [-Anthalerero-]

Ich mag es hart! Ja meine Herzdame darf gerne mal zuschlagen, mich beißen, oder mich an die Leine legen - und wenn sich die Damenwelt weigert meine niederen Gelüste zu erfüllen, so hilft doch immer wieder gerne unsere Mistress aus. Und das ist eigentlich der einzige Grund warum ich gerade vor der Bühne, des mit Möchtegernprinzessinnen der Klasse „Kleidergröße 52+“ und Weichspülmittelvertretern, die immer noch von Mama angezogen werden, vollgestopften pmk stehe - angeleint und ins Regenbogenland verschleppt, um mit einem XXL-Einhorngemächt (im Fachjargon als „BUC – Big Unicorn Cock“ bezeichnet) aurikulär vergewaltigt zu werden. Dass es mir mehr nach Dreck, Blut und Schützengrabenromantik steht, als nach habsburgerischer Sissi-und-Franzl-Romantik, sollte keinem unserer aufmerksamen Leser verborgen geblieben sein – alle anderen können sich hier noch einmal die persönliche Meinung meiner Krawalligkeit und sonstiger Zuckerwattefresser, sprich, unserer Redaktion, zum heutigen Schaustück „Codex Atlanticus“ abholen. So stehe ich nun also hier und werde niedergeschmettert von Schmalz und Theatralik, verpackt in der Aufführung einer Massen-Kuschelsex-Orgie - wobei im Gegensatz zu Süskinds Original alle bieder erst zum Koitus schreiten, nachdem die royale Traumhochzeit in weiß vollzogen wurde – vorausgesetzt der pickelige Ritter in der „Toys ´R´ Us Faschingsgummirüstung“, schafft es mit seinem Schaumstoffschwert den Drachen zu erschlagen. Jetzt wissen wir, wo die Kandidaten für „Liebesg'schichten und Heiratssachen“ gezüchtet werden: im Metal-Schlagermilieu eines SERENITY-Konzerts… „Geht es eucht gut?“ „Jaaaaa! Kreeeiiiiisch!“ – beim Gabalier geht’s ähnlich zu, nur quellen die Titten dort nicht aus den billigen Corsagen, sondern aus den bis zum Anschlag zugeknöpften Dirndln. Meine dezent sarkastische Ader ließe mich jetzt eine Milieustudie verfassen und der philosophischen Frage nachgehen, ob SERENITY mit ihrem nicht auszuhaltenden Bombast schon an der Grenze zu einem neuen Genre kratzen – Rosamunde-Pilcher-Core! Da jedoch an dessen Ende, weder ihr, werte Leserschaft, noch ich etwas davon hätten – stellen wir einfach nüchtern fest: SERENITY und ich werden keine Freunde mehr. Die sachliche Kritik gibt es von unserer Mistress Anthalerero, während ich mich von der Leine reiße und wie ein verschreckter Hund hilfesuchend zu meiner einzig wahren Fistingqueen (fürs Protokoll – ja, das war ein Kompliment Schatzi) an die Bar flüchte… [-Laichster-] 

Das hat man also davon - nachdem der Laichster ob der symphonischen Klänge, die hier endlich ansprechend deutlich vernommen werden konnten, die Flucht ergriffen hatte, und Kollege Patsch derweilen die Damenwelt zwecks kuschligem Beischlaf zu bezirzen suchte, musste man nun doch wieder selber ran. Machten einem die Kollegen im Vorfeld des Abends noch wenig Hoffnung bezüglich der Soundqualität (was sich bei den Vorgängern auf der Bühne nur allzu deutlich bewahrheitete), so wurde man bei SERENITY von einem für die kleine Location angenehm ausgewogenen Sound überrascht, bei dem lediglich Georgs Vocals streckenweise ein klein wenig leise eingestellt waren und das Schlagzeug dafür etwas dominant agierte - gut, für Letzteres kann man bei kleinen Bühnen nichts, da die ersten Reihen selbiges ohnehin quasi unplugged um die Ohren geblasen bekommen.  Allerdings hatte man schon weitaus Schlechteres auf besser ausgestatteten Bühnen vernommen, insofern: Daumen hoch!

Keinerlei Grund zum Gemecker bot auch die Songauswahl (außer vielleicht für Kollegen Patsch, der lieber ein Klassiker-Set gesehen hätte, oder Kollegen Laichster der... ach, lassen wir das einfach...) - klarerweise hatten sich SERENITY hier zur Feier ihres an diesem Tage erscheinenden Albums "Codex Atlanticus" gleich sieben Songs aus selbiger Scheibe herausgepickt, aber selbstverständlich gewürzt mit liebgewonnenen Titeln wie zB "Royal Pain" und "Velatum". Auf der Bühne regierten Spaß und Spielfreude - es wurde gescherzt und gelacht, Georg trieb so manches lockere Späßchen, sowohl mit Besuchern als auch seinen Bandkollegen und das Publikum im gut gefüllten pmk ging entsprechend ordentlich mit. Wie des Öfteren bei Heim-Shows, griffen SERENITY auch an diesem Abend wieder auf Gastsängerin Tasha zurück, die Georg sowohl bei älteren als auch neueren Songs auf der Bühne gesanglich unterstützte (übrigens selbige Dame, deren Name sich der leidende Terrier bei seiner letzten SERENITY-Show einfach nicht merken konnte - Laichster, ich stempel dir den Namen mal auf den Arsch - mit einem Paddle. Dann merkst ihn dir bestimmt!)

Die neuen Songs von "Codex Atlanticus" fielen bei den Besuchern auf fruchtbaren Boden und hatten live dann doch um einiges mehr Pfeffer im Arsch als auf der recht glattgebügelten, symphoniclastigen Platte. Vor allem das eher aggressive "Sprouts Of Terror" sowie "Spirit In The Flesh", in denen Bassist Fabio D'Amore sowohl im Studio als auch live einen Teil der Vocals übernahm (Fürs Protokoll: dies ist des Rätsels Lösung, die erste Vermutung war tatsächlich richtig!), konnten sich hier als potenzielle Fixpunkte in der neuen Live-Setlist hervortun. Auch das Musical-lastige "The Perfect Woman", mit seiner tiefen Verbeugung vor MEAT LOAF vermochte live vollauf zu überzeugen. Einzig die Ballade "My Final Chapter" zündete nicht so wirklich voll durch, und auch das auf CD so überbordende "Iniquity" mochte live nicht so ganz überzeugen. Dafür war aber mit "Follow Me" und "Caught In A Myth" wieder alles in Butter. Den Livetest hatte "Codex Atlanticus" nach etwas gespaltenen Reaktionen also bestanden und SERENITY zeigten sich in Bestform für die kommende Tour - den lauten Applaus im pmk gab es zu Recht! [-Anthalerero-]

Setlist:

  • Follow Me
  • Sprouts Of Terror
  • Royal Pain
  • Iniquity
  • My Final Chapter
  • Perfect Woman
  • Heavenly Mission
  • Spirit In The Flesh
  • Legacy Of Tudors
  • Serenade Of Flames
  • Caught In A Myth
  • Velatum

 


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