29-02-2016, Rockhouse-Bar, Salzburg

THE VINTAGE CARAVAN & DEAD LORD & TIEBREAKER

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 04.03.2016

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Es gibt so Tage, da braucht man nichts mehr als gepflegten, klassischen Rock und Metal, um sich pudelwohl zu fühlen. So ein Tag war am Montag den 29. Februar 2016 - dieses spezielle Datum gibt es ja nur alle vier Jahre und so musste dieser Schalttag natürlich auch genutzt werden! Wenn man schon in Ermangelung eines Geburtstags (Mann, wäre ich noch jung, wenn ich an diesem Tag Geburtstag hätte...) keinen Grund zum feiern hat, dann erfindet man eben einen! Und die Rockhouse-Bar in Salzburg bot an diesem Abend den perfekten Grund: dort machten nämlich THE VINTAGE CARAVAN im Zuge ihrer Österreich-Auftritte Station. Mit der Unterstützung von DEAD LORD aus Schweden und TIEBREAKER aus Norwegen konnte dann eigentlich nichts mehr schiefgehen - oder?

 

Der Start mit TIEBREAKER war bereits vielversprechend - grooviger, teils bluesiger Rock beschallte die Bar und brachte die Mauern das erste Mal zum Erbeben. Zwar zeigte sich das Publikum zunächst in den Reaktionen noch etwas zurückhaltend, doch von kühler Atmosphäre konnte man keinesfalls sprechen. Bereits recht zahlreich anwesend, wagten sich schon viele Besucher direkt vor die Bühne und sogen die Töne geradezu in sich auf. TIEBREAKER beeindruckten vor allem durch ihre große Spielfreude, die vielen Zuschauern schnell ein breites Grinsen ins Gesicht tackerte - vor allem Fronter Elrik tat sich sowohl durch sein raues, kraftvolles Wüstenorgan hervor(solch ein Engelsgesicht, und dann so eine Stimme... hui!), als auch dadurch, dass er zu jeder Zeit den Draht zum Publikum suchte, die Zuschauer zu animieren wusste und auch auf Zwischenrufe elegant konterte. Anhand des starken Applauses hatte das Aufwärmprogramm ordentlich gefruchtet - und das brauchte das Publikum auch...

 

... denn weiter ging es mit DEAD LORD. Klassischer, energiegeladener Rock, oftmals mit einer frühen Heavy Metal-Schlagseite - bei den Schweden brannte die Bude im wahrsten Sinne des Wortes! Oftmals konnte man sich des Gefühls einer gewissen Nähe zu THIN LIZZY nicht erwehren, vor allem in den Gitarrenharmonien und auch der Rest des Sounds wirkte wie frisch aus den 70ern bis frühen 80ern - und schlug an diesem Abend ein wie eine Bombe. Das Publikum in der ziemlich gut gefüllten Bar (wir reden hier von einem Montag!) ging gnadenlos ab und Fronter Hakim Krim versprühte dazu passend mit Wuschelfrisur und irrem Blick blendende Laune. Party, Party und nochmal Party - die schmissigen Titel der schwedischen Truppe, die gerade einmal zwei Alben am Start hat, funktionierten einfach vorzüglich. Man merkte zu jeder Zeit welche Hingabe da auf der Bühne betrieben wurde, dadurch sprang der Funke so exzellent aufs Publikum über. Leider konnten DEAD LORD aufgrund des straffen Zeitplans keine Zugabe spielen, obwohl die Zuschauer hartnäckig danach verlangten - aber macht nichts, beim nächsten Mal dann! Und so gut wie die Schweden ankamen, wird es da bestimmt auch ein nächstes Mal geben - derweilen gab es lauten Jubel, den die vier auch sichtlich genossen. Wer sich jetzt ärgert, dass er nicht da war - selbst schuld!

 

Über einen Nichtbesuch konnte man sich auch bei den folgenden THE VINTAGE CARAVAN ärgern, schaffte es das isländische Trio doch trotz des perfekten Auftritts, den DEAD LORD zuvor hingelegt hatten, das Niveau mit links zu halten. Gut, fairerweise muss man sagen, dass die Stimmung bei den Vorgängern definitiv am besten war - das lag aber auch am party-affinen Songmaterial, wohingegen THE VINTAGE CARAVAN doch eher die bluesige, oftmals psychedelische Schiene bedienten. Dementsprechend waren im Publikum dann auch eher die Genießer am Zug, doch man konnte anhand der dichten Reihen vor der Bühne und der Tatsache, dass kein einziger Besucher bis zum Schluss des Auftrittes abhanden kam, erkennen, dass auch die Isländer der Bar ganz gehörig einheizten. Drei so harmlos, fast noch ein bißchen kindlich aussehende Bübchen - und solch eine massive, mitreißende Soundwand. Whow. THE VINTAGE CARAVAN sind live wahrhaftig eine Macht, das muss man einfach einmal selbst gesehen und erfahren haben. Genau wie bei den Vorgängern auf der Bühne sprühte die Spielfreude nur so aus allen Ritzen und übertrug sich auf das Publikum, das begeisterten Applaus spendete. Zuguterletzt bekamen die Besucher hier auch ihre lautstark eingeforderte Zugabe, nach der das Trio mit lang anhaltendem Jubel verabschiedet wurde.

Dass sich schließlich auch noch alle drei Bands bereitwillig hinter die Merchandise-Buddel klemmten und den Fans brav signierten, was ihnen unter die Nase gehalten wurde, war dann noch das Sahnehäubchen auf einem perfekten Konzertpotpourri. THE VINTAGE CARAVAN können es wirklich - aber auch DEAD LORD und TIEBREAKER sollte man auf dem konzertalen Schirm behalten. Den Berichterstatter hat's jedenfalls gefreut, er tanzte, wie so viele andere, nach dem Konzert gelöst in die regnerische Nacht hinaus.

Wer nun auf den Geschmack gekommen sein sollte, der kann sich hier noch den ausführlichen Talk des Kollegen Mike mit den sympathischen Isländern THE VINTAGE CARAVAN reinziehen!


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