10-03-2016, Rockhouse-Bar, Salzburg

MIDRIFF & THE SELLOUT & OUTLAWED

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 13.03.2016

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Was macht man, wenn einem am Donnerstagabend langweilig ist? Man sucht sich Unterhaltung und findet sie prompt in der Rockhouse-Bar von Salzburg! Klein und fein, geben sich hier die starken Bands die Klinke in die Hand und so manches akustische Juwel wurde dem geneigten Besucher schon kredenzt. Auch an diesem Tag standen die Lauscherchen auf Habtacht, hatten sich doch die Tiroler Durchstarter MIDRIFF angesagt, um in der Bar vorbeizuschauen. Zum Drüberstreuen gab es mit THE SELLOUT und OUTLAWED auch noch zwei Salzburger Bands auf die Hörmuscheln.


Zu Beginn wurde es mit OUTLAWED gleich einmal deftig. Eine schwere Welle an Melodic-Death-Riffs schwappte ins Publikum, bis auf etwas zu leise Vocals überraschend gut abgemischt (Death Metal und Bar sind ja so eine Sache... gaaaaaaanz dünnes Eis) und mit ganz gewaltig scharfem Gewürz im Popo. Überraschung - das Ganze tönt wirklich alles andere als schlecht! Optisch und textlich ein wenig in der Western-Ecke, stand das für den Musikstil eher außergewöhnliche Konzept den jungen Musikern ziemlich gut zu Gesicht - tief ins Gesicht gezogener Schlapphut des Bassisten/Sängers und Blutgrätsche inklusive. Musikalisch bewegte man sich eher in der hymnischen, bisweilen sogar melancholisch angehauchten Ecke (speziell in den langsameren, getragenen Passagen konnte man sogar ein paar Anleihen an SWALLOW THE SUN hineininterpretieren) und konnte mit sichtlicher Spielfreude vollauf überzeugen. Das Publikum in der Bar nahm die, im Vergleich zu den folgenden Bands, recht konträre Kost ziemlich gut auf und spendete artigen Applaus. Gut gemacht!

Setlist:

  • No Man's Land
  • Alive Or Dead
  • Fool's Gold
  • Wages of A Gunslinger
  • A Wagonload Of Justice
  • The Road


 

THE SELLOUT spielten an diesem Abend ihren ersten Gig seit längerer Pause (ca. zwei Jahre, wenn ich richtig unterrichtet bin?) und konnten gleich von Anfang an auf die Unterstützung des Publikums bauen. Schmissige Ohrwurmsongs, ein bißchen in die VOLBEAT-Ecke gehend, fielen bei den Besuchern auf fruchtbaren Boden und animierten so Manchen, das Tanzbein zu schwingen. Der Spaß regierte sowohl vor, als auch auf der Bühne - mit sichtlichem Spaß an der Freude zockten sich die modisch gekleideten Herren durch ihr Set. Zudem gab es auch noch zu verlauten, dass THE SELLOUT soeben auch ihre zweite CD fertiggestellt hatten - das gute Stück mit dem Titel "We Are The Truth" gab es für die Besucher des Abends kostenlos am Merch abzuholen - nach der starken Vorstellung der vierköpfigen Truppe nahmen dieses Angebot auch so einige Leute in Anspruch! Da ist es beinahe schon überflüssig, darauf hinzuweisen dass sich THE SELLOUT in der ganz gut gefüllten Bar ordentlichen Jubel abholen konnten! Die Zugabe-Rufe des Publikums mussten aber aufgrund des knappen Zeitplans leider ungehört verhallen...

Setlist:

  • We Are The Truth
  • Childhood Memories
  • Addicted
  • Once
  • Set Me Free
  • About A Friend
  • Save Enought
  • Generation Slave


... denn MIDRIFF standen bereits in den Startlöchern! Hatte man die kleine Bühne in der Bar kürzlich bei THE VINTAGE CARAVAN selten so vollgeräumt gesehen (frei nach dem Motto, wie viele Verstärker und Boxen können wir stapeln, so lange wir selbst noch Platz auf der Bühne haben?), so konnte man an diesem Abend das gegenteilige Extrem bestaunen. Selten hatte man die Bühne so "leer" gesehen, bei dem spartanischen Equipment, das die drei Tiroler mitbrachten. Doch mehr brauchten sie auch nicht, um den Zuschauern eine Soundwand entgegenzublasen, die sich gewaschen hatte.

Was auf großen Bühnen zugegebenermaßen ein wenig lahm wirkte, entwickelte im kleinen, intimeren Rahmen eine Atmosphäre, die der Berichterstatter den Dreien zugegebenermaßen gar nicht zugetraut hätte. Es wirkte hierbei bestimmt mit, dass die Band als Headliner auch den Bewegungsspielraum auf der Bühne hatte, den sie brauchten - wo auf größeren Bühnen das am Bühnenrand stehende Schlagzeug aufgrund der Aufbauten der Folgebands nur wenig Aktionsradius für die Saitenfraktion zuließ, konnten sich die beiden J's, Jeremy und Joshua, in der Bar frei bewegen. Und gleich wirkte die Show viel fetziger und mitreißender! Einen guten Anteil daran hatte natürlich auch der singende Drummer Paul - es war wie immer ein Erlebnis dabei zuzusehen, wie locker-lässig er diese Doppelbelastung wegsteckte, ohne dass der Gesang oder das Spiel darunter litten.

MIDRIFF nahmen das Publikum mit auf einen Streifzug durch ihre zwei Alben aus lässig groovender Southern/Stoner-Rock Mixtur und ließen in der Bar nichts anbrennen. Jede Note saß und die Energie der auf der Bühne voll abgehenden Musiker übertrug sich auf die Besucher in der Bar, die dem Trio dann auch zuhauf den verdienten Applaus spendeten. Für die Zugabe gingen MIDRIFF gar nicht erst von der Bühne ("Das ist doch doof!" - O-Ton Jeremy) und gaben den Leuten noch einmal ordentlich die Kante, ohne sich recht lange bitten zu lassen. So soll es sein, so muss das! Und dann, nach zuhauf spendiertem Schlussjubel, noch ab an den Merchstand, mit Musik und Shirts eindecken - kleines Detail am Rande, das aktuelle Album "Doubts & Fears" konnte man nicht nur als CD und Vinyl, sondern auch als Kassette (!!) erwerben. Das ist mal richtig retro, cool!

Setlist:

  • Outcry
  • Before I Wake
  • Pumping Iron
  • Only A Pawn (In His Game)
  • Safehouse
  • Long Gone
  • House Of Pain
  • Weekend Rocker
  • Grassman's Cottage
  • Less Than Expected
  • Broken Dreams
  • Playing A Role
  • Regime Falls
  • Soul To Burn

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