19.5.2015, ((szene)) Wien, Wien

MARDUK & IMMOLATION & ORIGIN & BIO-CANCER

Text: Kalti, Lee | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 27.05.2016

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Der Wiener Konzertbesucher hat es oft nicht leicht: Da buchen die Veranstalter mehrere interessante Bands am selben Tag an verschiedenen Locations und der arme Konzertgeher muss sich dann entscheiden oder wird zum Konzertläufer (die soll es ja auch geben). Auch der heutige Tag spielt wieder alle Stücke: Während MUMFORD & SONS in der Stadthalle, sowie DAVID DUCHOVNY in der Arena, zwar definitiv interessant sind aber nicht ins Stormbringer.at Portfolio passen, kann man AXL/DC im Happelstadion wohl zum Stammpublikum unseres Onlinemagazins zählen. Gut, dass dort Drachentöter Siegfried und Fotograf Kubacca die Stellung hielten (hier gehts zum Bericht) – unser eins bevorzugt heute nämlich die Fahrt nach Simmering in die ((szene)), um ein Thrash/Death/Black Spektakel der feinen Art zu erleben. [Kalti]

Thrash aus dem Süden
BIO-CANCER hatten die zweifelhafte Ehre in einer fast komplett leeren ((szene)) den Abend zu eröffnen, scheinbar war ihnen das aber keine wirkliche Hürde, sie legten sich von Anfang an gut ins Zeug. Die fünfköpfige griechische Band steht für sauberen Trash, den sie mit ihrem legeren Auftreten in Sneakers noch unterstreichen. Abgesehen von den wallenden Mähnen, die wirken als wären sie aus einer Werbung für Haarspülungen auf ihre Köpfe gephotoshopped worden kann man sich außerdem noch über Lefteris’ keifenden Gesang freuen - oder wundern, je nach Neigung.
Extrem energiegeladen war die Show auf alle Fälle, nicht zuletzt aufgrund von Lefteris’ Luftgitarren-Einlagen und seinem stetigen Auf und Ablaufen inklusive Wasser verpritscheln. Ist wohl schön warm geworden, da oben auf der Bühne. Auch wenn es bei guter Inszenierung eine feine Sache sein kann, waren die gangshouts bei der Live-Show eher störend und zu wenig artikuliert um Wirkung zu entfalten. Insgesamt eine musikalisch etwas fade Angelegenheit, aber ein annehmbarer Start des Konzertabends. 


BIO-CANCER


ORIGIN spielten zu Anfang ihrer Show ein Zitat aus Battlestar Galactica ein und schon flogen ihnen die Herzen der Fans zu - ein Noob, wer es nicht kennt! 
Gleich zu Beginn wurde klar: ORIGIN werden nicht umsonst als eine DER Größen der derzeitigen Death Metal Szene gehandelt. 
Nach einer kurzen Aufwärmrunde fragte Jason Keyser (Vocals) in die Runde, ob das Wiener Publikum ein rumstehendes und mitnickendes Publikum sein möchte oder doch lieber eins der moshenden Sorte - und dann legten die Herrschaften aus den Vereinigten Staaten so richtig los und gaben den Rest der Show die versprochenen 200 Prozent. 
Es ist eigentlich schon eine eigene Show für sich, Mike Flores dabei zuzusehen wie er den Bass streichelt, klopft und zupft - der Mann führt mit seinen Fertigkeiten alle Bassisten-Witze ad absurdum. In einem Interview meinte er einst lakonisch, sein sehr individueller Stil habe sich nur deshalb entwickelt, weil er keine Plektren zur Verfügung hatte - auf alle Fälle unvergesslich. 
ORIGIN haben lange Jahre nicht als Band geprobt, sondern sich immer nur knapp vor Tourbeginn oder vor den Aufnahmen für Alben getroffen - jeder von ihnen hat sich quasi individuell und doch miteinander weiter entwickelt, was per se schon eine spannende Tatsache ist, wenn man ORIGIN dann live miteinander performen sieht und hört, merkt man davon nichts. Sie wirken harmonisch, perfekt eingespielt - und werden immer besser.


Mike Flores (ORIGIN)


Musikalische Kampfkunst
IMMOLATION waren die Stars des Abends. Plötzlich war kein Platz mehr frei vor der Bühne und die Luft war aufgeladen vom dröhnenden, wuchtigen Klang der so typisch ist für die New Yorker Death-Metal-Ikonen. 
Gerade noch so eingestimmt auf visuelle Reize kam man nicht umhin, das eigenwillige Spiel von Robert Vigna zu beobachten - wenn er die Gitarre bearbeitet, sieht es ein bisschen aus wie Kampfkunst. [Lee]

„Leck oasch bist du deppat“ – Die lange Mähne von Ross Dolan fetzt auf der Bühne umher – ein Wunder, dass da nirgends etwas hängen bleibt. Death Metal in reinster Reinform wird da kredenzt. Man weiß nicht, ob man Headbangen soll, oder Augen schließen und genießen. Die abgehängte Halle der ((szene)) ist gefüllt, fast jedermann hat sich hineingedrängt und selbst dem ärgsten „Die – Hard“ – MARDUK Fan bleibt die Spucke weg.


IMMOLATION

Keep On Rolling Panzer
Nach einer ewig andauernden Pause startete der Panzer seinen Motor.  Eigentlich hätte dieser schon letztes Jahr im Winter halt in Wien machen sollen. Das Konzert und die Tour wurde aber Aufgrund eines Tourbus – Versagens abgesagt und wird nun nachgetragen: Tour Nummer vier, des letzten Jahr erschienen Meisterwerks „Frontschwein“ steht mittlerweile am Plan– Die Energie ist nicht weniger geworden. 

Als Fotograf ist MARDUK immer eine gewaltige Herausforderung:  Man steht im Foto... äh Schützengraben und ist im Zwiespalt, ob man diesen gleich wieder verlassen, oder doch noch auf eine rauchfreie Sekunde warten soll. Da man einen bildtechnischen Auftrag zu erfüllen hat, entscheidet man sich für zweiteres und kämpft sich für Sie, Liebe(r) Leser(in) und Betrachter(in), durch den Dauerrauch um doch ein paar gute Schüsse zu erlangen. Das goldene vom Ei ist es wohl nicht, seien Sie nicht zu kritisch.

Von Beginn an bretterten die Schweden in gewohnter Manier durch das Set. Keine großen Ansagen, kein Herumgespiele – Dauergehobel vom Feinerfeinsten. Ob der Vielzahl der Alben mussten die alten Werke etwas kürzer treten. Energetisch und in Höchstform scheinend ging es Schlag auf Schlag. Zwischen alten Klassikern wie „Azrael“ und „Materialized In Stone“ wurden gekonnt neue Songs vom „Frontschein“ Album platziert.


Mortuus (MARDUK(

Je länger das Konzert allerdings dauerte, desto weniger Leute befanden sich in der Konzerthalle. Man merkte eindeutig, dass sehr viele Fans für IMMOLATION angereist waren und mit dem Straighten Black Metal Marduks nichts anfangen konnten oder durch die grandiose Performance ihrer Helden schon gesättigt waren. Bei „Panzer Division Marduk“ gab es den Höhepunkt jedes Fans. Mit „Wolves“ schloss man das offizielle Set würdig ab. Für die tapferen Verbliebenen gab es noch „Fistfucking God's Planet“ als Zugabe, dann war die Partie auch schon wieder zu Ende. 

MARDUK gaben ein fettes Lebenszeichen von sich und zeigten, dass das „neue“ Material definitiv herzeigbar ist. Trotzdem wurde ihnen an diesem Abend die Show von IMMOLATION gestohlen.[Kalti]


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