25.05.2016, Stadion Linz, Linz

STEEL CITY FESTIVAL 2016 feat. QUEEN & ADAM LAMBERT

Text: Dragonslayer | Fotos: Michelle
Veröffentlicht am 29.05.2016

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Es war zugegebenermaßen ein, sagen wir, avantgardistisches Billing, das sich den geneigten Karteninhabern für das wiederauferstandene "Steel City Festival" in der Stahlhauptstadt Linz bot: So sollten doch die britischen Rock-Titaten von QUEEN, wieder verstärkt durch den US-Amerikaner ADAM LAMBERT, als Headliner das Comeback-Festival headlinen. Soweit, so gut - doch das übrige Lineup überraschte dann doch: Denn nebst den Kultrockern aus UK gaben sich noch ausschließlich heimische Acts wie KRAUTSCHÄDL, SEILER & SPEER und WANDA die Ehre.

Von dem bunten Billing ließen sich die Fans aber nur bedingt abschrecken, und so pilgerten dennoch rund 15.000 Besucher an diesem Mittwochabend ins Linzer Stadion - am Ende doch fast ein bisschen enttäuschend für ein am Papier doch starkes Lineup, vor allem wenn man bedenkt, dass SEILER & SPEER und WANDA derzeit jeder für sich alleine schon die größten Hallen unseres Landes ausverkaufen - von den Rock-Granden QUEEN muss man da noch gar nicht sprechen.

Aber ja, es ist halt Österreich - da hat klassischer Rock wie viele andere Genres einen schweren Stand. Aber trotzdem passt die Stimmung natürlich auch bei 15.000 Nasen, auch wenn der Pseudo-Falco-Schmäh von WANDA diesmal nur bedingt zündet. Immerhin SEILER & SPEER konnten mit ihrem mal urigen, mal nachdenklichen, aber oft auch tieffliegend humorigen Austropop beim Publikum punkten.

Genretechnisch fallen aber dann doch eigentlich nur die Helden von QUEEN ins Stormbringer-Portfolio, und daher soll diesen auch der Bericht in erster Linie gewidmet werden.

Und QUEEN sind und bleiben halt einfach QUEEN - mit oder ohne John Deacon, und neuerdings vor allem(!) mit ADAM LAMBERT. Der junge Mann hat nämlich den Songs des legendären FREDDIE MERCURY, sowohl stimmlich als auch durch seine Präsenz, bereits bei den letzten gemeinsamen Touren wieder deutlich mehr Leben eingehaucht, als sein Vorgänger PAUL RODGERS (BAD COMPANY, FREE) noch davor. Und diesen Trumpf spielen die Königinnen des Rock auch diesmal wieder gekonnt aus.

Eine mit Welthits gespickte Setlist, nach der sich eigentlich jeder Fan alle zehn Finger ablecken muss, wird bei leider etwas dünnem Sound hier am Feiertag-Vorabend in den Linzer Nachthimmel gepfeffert - auch wenn dadurch vielleicht auf den einen oder anderen selten gehörten Klassiker verzichtet wird.

Dennoch legen QUEEN mit "One Vision" und "Hammer To Fall" gleich mal ordentlich rockig los, die beliebten Radio-Hits der Marke "Fat Bottomed Girls", "Killer Queen" und vor allem "I Want To Break Free" kommen beim Linzer Publikum hervorragend an, und ADAM LAMBERT channelt bei "Somebody To Love" sowohl Freddie Mercury als auch George Michael gleichermaßen.

Die emotionalen Highlights der Show gibt's aber dann natürlich von den QUEEN-Urgesteinen Brian May und Roger Taylor: Während ersterer traditionell an der Spitze der im Stadio aufgebauten Rampe, allein mit Akustikgitarre bewaffnet, gemeinsam mit dem Linzer Publikum "Love Of My Life" anstimmt (bei dem dann am Ende auch erstmals Freddie Mercury per Videoeinspielung zu Wort, respektive Gesang kommt), performt Zweiterer das emotionale "These Are The Days Of Our Lives" (getrommelt von Taylor-Sproß und THE DARKNESS-Drummer Rufus Taylor) und dann gemeinsam mit ADAM LAMBERT wieder "Under Pressure", das angesichts des erst kürzlichen Todes von DAVID BOWIE natürlich lautstark abgefeiert wird.

Nebst "Crazy Little Thing Called Love" und dem Partykracher "Don't Stop Me Now" kann ADAM LAMBERT vor allem bei "Who Wants To Live Forever" seine ganzen stimmlichen Kapazitäten auspacken, und bringt diesen Song auch diesmal wieder in einer brillanten Version, wie sie sonst wohl nur Maestro Mercury höchstselbst besser hätte performen können.

Auch ein Gitarrensolo von Brian May darf natürlich nicht fehlen, und auch wenn der gute Dr. May spielerisch heute nicht immer ganz so auf der Höhe ist, so wird das doch durch seine ungebrochen sympathische Bühnenpräsenz leicht wieder wettgemacht; und wenn dann zum Abschluss des regulären Sets noch das unsterbliche "Bohemian Rhapsody" (bei dem sich Brian May in ein spaciges Outfit wirft, das wohl gleichermaßen Freddie Mercury als auch David Bowie Tribut zollt) im Videowall-Duett zwischen Freddie und ADAM LAMBERT sowie "Radio GaGa" angespielt werden, haben QUEEN & ADAM LAMBERT auch den letzten Fan überzeugt; die obligatorischen Zugaben in Form von "We Will Rock You" und "We Are The Champions" sind dann nur noch Formsache.

Und so machen QUEEN & ADAM LAMBERT auch in Linz wieder Laune, und mittlerweile sollte wohl auch klar sein, dass QUEEN ohne ihren amerikanischen Kollegen wohl nicht mehr auftreten werden und auch sollten; zu gut, zu stimmig passt er einfach ins Gesamtkonzept von QUEEN, und ist wohl der aktuell qualifizierteste Sänger für den Posten - das merkt man nicht zuletzt an den durchwegs positiven Reaktionen der QUEEN-Fans.

Heute litt die Show zwar am doch etwas leisen Sound und einem nicht ganz auf der Höhe seiner Kunst spielenden Brian May, aber letztlich soll dieser Bericht enden, wie er begonnen hat: QUEEN sind und bleiben einfach QUEEN.

Und daher: Immer wieder gerne.

Setlist QUEEN & ADAM LAMBERT:
One Vision
Hammer to Fall
Seven Seas of Rhye
Stone Cold Crazy
Fat Bottomed Girls
Play the Game
Killer Queen
I Want to Break Free
Somebody to Love
Love of My Life
These Are the Days of Our Lives
Under Pressure
Crazy Little Thing Called Love
Don't Stop Me Now
Another One Bites the Dust
I Want It All
Who Wants to Live Forever
Last Horizon
Guitar Solo
Tie Your Mother Down
Bohemian Rhapsody
Radio Ga Ga
-------------
We Will Rock You
We Are the Champions
God Save the Queen


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