28.05.2016, Netphen-Deutz, Netphen

Freak Valley Festival Tag 3

Text: Stefan Graesslin | Fotos: Motte
Veröffentlicht am 07.06.2016

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HUNGER! Also Kaffee stürzen, Burger kaufen, Liegestühle erobern. Das waren die ersten, wichtigen Aktivitäten am leider schon letzten Tag. Dadurch habe ich von POWDER FOR PIGEONS nicht viel mitbekommen, außer dass die beiden Australier einen langsamen, satten, fuzzy Sound hingelegt haben.

Die Heiterkeit stieg aus dem Suppenkoma hervor, als ich den Ansager wieder hörte: „Lieeebe Frooindöö und nun aus Schweden SNOWY DUNES! Vieeeeel Spass!" SNOWY DUNES rockten die Wake& Bake Stage mit ihrem psychedelischen Vintage-Hardrock im 60er-Style und ich kann sie mir wirklich gut auf größeren Bühnen vorstellen.

Doomig ging es mit BLACK LUNG auf der großen Bühne weiter, da musste ich mal wieder Kopfschütteln und kann trancebedingt nichts über die Umgebung sagen.
Der Ansager wieder: „Der Fahrer mit dem Kennzeichen hm-hm 667, wird zu seinem Auto gebeten, sein Zelt ist zusammengebrochen und auf sein Auto geflogen.“

Mit den BLACK RAINBOWS und ihrer Supermothafuzzalicious Stonermusik, wurden wieder die Freunde der besonders geformten Zigaretten angesprochen. Irgendwo hängengeblieben zwischen LED ZEPPELIN und BLACK SABBATH, wurden hippieske Gefühle geweckt, die auch bei THE GOLDEN GRASS nicht wieder verschwanden - nun war die Stonerhochzeit erreicht. Die US-Amerikaner machen einen, wie sie es nennen, Heavy-Country-Funk-Boogie and psychedelic Freakbeat. Das kann man gar nicht besser umschreiben.

Mit FARFLUNG wurde es nun seeeeeeeeeeehr stoned-psychedelisch. Als würde man direkt in ein schwarzes Loch fliegen und dabei laut Hurra rufen… 

Oh, ein anderer Ansager betritt die Bühne: "Liebes Publikum, es kann sein, dass wir evakuieren müssen! Ein Gewittersturm kommt auf uns zu und wir telefonieren halbstündlich mit dem Deutschen Wetterdienst. Also wenn ich auf die Bühne komme und 'Evakuierung!' rufe, machen wir ein kleines Kennenlernspiel. Ihr rechts von der Bühne, geht durch den Backstagebereich in die Werkstatt und Ihr links, geht durch den Haupteingang ins Büro. Nicht drängeln, es ist Platz genug für alle.
Was wirklich wirklich wichtig ist: In Halle und Büro ist striktes Rauchverbot. Ihr dürft also da drin nicht Rauchen und auch nicht Kiffen!"

Na das kann ja heiter werden…

Die Schweden MONOLORD stonerockten uns aber dann doch wieder herunter und spielten ein 50-minütiges Set ihrer zweiten CD Vaenir.

ROTOR performten ihr trocken-instrumentales Album „Fünf“. Sie vereinen 70er-Space- mit 90er-Stonerrock und wechselten munter zwischen psychedelisch-ruhigen Parts und Headbangphasen

Von LONELY KAMEL haben wir nicht viel mitbekommen, der Starkregen und das Gewitter haben uns irgendwie abgelenkt. Ein paar Hartgesottene sind aber stumpf auf der Wiese vor der Bühne geblieben und haben im Regen getanzt. Glücklicherweise wurde es nicht so schlimm, dass wir evakuiert werden mussten. Hier schon wieder ein fettes Lob an die Orga, man hat sich die ganze Zeit sicher fühlen können, weil sie aufgepasst haben. Das hat man auch schon anders erlebt.

Mit ELDER wurde es nun wieder episch, mit klassischem Stonerrock und psychedelischen Parts. Mir fehlt das deutsche Wort für „Mindblowing“.

Mit BUSHFIRE kam eine Überraschungsband auf die kleiner Bühne - die Feuershow fand ich echt beeindruckend und die Musik ist 100% Big-Riff-Rock!

ORANGE GOBLIN kamen zurück zu ihrem “most favourite Festival in the World!” und gaben dem Festival ein würdiges Heavy-Metal-Finale. Man merkt ORANGE GOBLIN an, dass sie in ihrer 20 jährigen Bandgeschichte mit vielen Größen unterwegs waren: ALICE COOPER, MOTÖRHEAD, BLACK SABBATH, DIO, MONSTER MAGNET u.v.m., doch dieses kleine Festival hatte es ihnen merklich angetan und sie spielten, als wären wir im ausverkauften Wembleystadion. Einfach großartig.

Zufrieden und durchnässt machten wir uns auf den Weg, den Berg hoch, um zu schauen, was vom Campingplatz übrig geblieben war. Das war erstaunlich viel, aber unerstaunlich feucht. C‘est la vie, das gehört auch dazu.

 


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