09.06.2016, Sölvesborg, Sölvesborg

SWEDEN ROCK FESTIVAL 2016 - Tag 2

Veröffentlicht am 25.06.2016

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Tag 2 am SWEDEN ROCK FESTIVAL 2016, Donnerstag 9. Juni 2016

Nach einem gemütlichen Frühstück im Garten unseres Hauses mit Speck und Ei und anschließender Befehlsausgabe (Wer schaut sich was an, wer fotografiert was..), ging's gegen Mittag bei strahlenden Sonnenschein wieder aufs Festivalgelände.

Quasi als Opener, fungierten LORDI um 12.00 Uhr (???) Mittags auf der "Lemmy-Stage". LORDI bei strahlenden Sonnenschein, ohne Deko und ohne Pyros ist, wie wenn man Jackie-Cola ohne Jackie trinkt. Sorry, aber als Fazit bleibt mir: Sie waren da und haben gespielt, mehr aber auch nicht! Immer wieder bemerkte man wie körperlich anstrengend und schweißtreibend es ist, so kostümiert auf der Bühne zu stehen. Immerhin hatte es ja ungefähr 26 Grad.

 


LORDI

 

Auf der "Sweden Stage" geben sich HALESTORM ein Stelldichein. Die Sonne brennt und eine gut gelaunte Lizzy Hale holt sich gemeinsam mit einer nicht gerade kleinen Menge an Fans einen Sonnenbrand. Da ich nur das erste Album von HALESTORM damals etwas angespielt hatte, war mir die Band zwar nicht unbekannt, ich wurde dennoch äußerst positiv überrascht. Die gesamte Gruppe sprühte nur so von Spielfreude und sie rissen gleich von Beginn an mit „Apocalyptic“ und „Love Bites (So do I)" das Publikum mit. Überhaupt ist der schmissige Hard Rock von HALESTORM ideal für ein Festival. „It’s Not you“, „I like it Heavy“, „Mz Hyde“ oder „Freak Like Me“ gehen gut ins Ohr und animieren gemeinsam mit dem Mittags-Bier zum abrocken. Well done HALESTORM ! (Thomas Kalb)

Jetzt wurde es mal Zeit zu einem Abstecher in das Zelt zur "Rockklassiker Stage", wo einige junge skandinavische Nachwuchsbands die Chance zu einem Auftritt auf diesem Festival bekamen.

Eine von diesen Bands sind die Schweden ELEINE rund um Frontfrau, wie sollte es anders sein, Eleine. Der symphonische und epische, mit progressiven Einschlägen angehauchte Sound a la WITHIN TEMPTATION, kam beim Publikum sehr gut an. Frontfrau Eleine verlieh mit ihrem Outfit und Stageacting dem Ganzen noch ein orientalisches "Prince of Persia" Flair. Alles in Allem ein guter Gig der Band und höchstwarscheinlich werden wir in nächster Zeit noch mehr von ihnen hören.

In diesem Video könnt ihr euch selbst davon überzeugen.

 


ELEINE

 

Im Sauseschritt ging es dann zur "Sweden Stage"- wo die Ami-Kombo L.A. GUNS, rund um Sänger Phil Lewis und ex-W.A.S.P.-Drummer Steve Riley, einen Glamour- und Hairspray Flair der 80er vebreiteten. Solider Auftritt der Jungs, welcher in ihrem kommerziell größten Erfolg, der Powerballade "The Ballad of Jane", gipfelte. Ja, die Jungs rocken auch nach vielen Jahren noch.

Kleines Detail am Rande: Der erste Sänger der 1983 gegründeten L.A GUNS war ein gewisser Axl Rose, der aber nach dem ersten Demo die Band verließ und HOLLYWOOD ROSE gründete. Mitglieder der beiden Bands haben sich dann zusammengetan und GUNS N' ROSES gegründet!

 


L.A. GUNS

Setlist (ohne Gewähr):
No Mercy
Showdown (Riot on Sunset)
Sex Action
Never Enough
I Wanna Be Your Man
Over the Edge
Wheels of Fire
Hellraisers Ball
Drum Solo
Gypsy Soul
Purple Rain (Prince cover)
One More Reason
Electric Gypsy
The Ballad of Jayne
Rip and Tear

 

Eigentlich wollte ich mir im neu angelegten Biergarten neben der Sweden Stage nur mein Nachmittagsgetränk zulegen, als aber die Herren von ENTOMBED AD loslegten, war ich so dermaßen von der Darbietung beindruckt, das ich mir den ganzen Gig ansah und so leider SIXX:AM auslassen musste, um die sich ein Kollege kümmert. Die Band war ständig in Bewegung, und mit ihren Old School Death Metal und großartig aufgelegten Frontbrüller LG Petrov, zerlegten sie mit Mördersound und einer Brutalität nach allen Regeln der Kunst die Stage und gehörten zu den besten Bands des Festivals.

 


ENTOMBED AD

 

Weiter ging es zur "Lemmy Stage" wo SIXX: AM ihren Auftritt begannen. Die Truppe um MOTLEY-CRÜE-Basser Nikki Sixx bot ein energieladenes Set, mit einer grandiosen Setlist. Man erkannte sofort die Spielfreude der Truppe und, ja, ich muss sagen, sie sind jetzt zu einer Einheit zusammengewachsen. Absolute Highlights des Sets waren "Skin", "Prayers for the Damned" und "Life Is Beautiful". Das Publikum sog fast jeden Song regelrecht auf und der Mitsing- oder "Mitgröhl"-Faktor war enorm hoch. Daumen hoch für SIXX: AM. (Pat St. James)

 


SIXX:AM

Setlist (ohne Gewähr):
This Is Gonna Hurt
Rise
When We Were Gods
Everything Went to Hell
Live Forever
Skin
Dead Man's Ballet
Prayers for the Damned
Goodbye My Friends
Lies of the Beautiful People
Stars
Rise of the Melancholy Empire
Life Is Beautiful

Auf der "Festival Stage"  gab es dann "Thrash at its Best" mit den Kollegen von SLAYER.
Gut, so ganz wie in früheren Jahren war der Gig nicht, sicher werden alle etwas älter und vor allem Tom Araya hat man es gegen Ende des Sets schon angehört, dass die Stimme nicht mehr so dabei war und er etliche Textzeilen dem Publikum überließ. Ansagen gibt es wie gewohnt von SLAYER nur wenige, was aber niemanden betrübt. Die Meute will Songs, sie will sie schnell und sie will sie laut. Und genauso bekommen die Fans sie nach der Hälfte des Sets auch vor den Latz geknallt. „Seasons in the Abyss“ geht formlos in „Dead Skin Mask“ über. Man merkt, dass die vier Herren sichtlich Spaß an der Sache haben. Es folgt „Reign in Blood“, “South Of Heaven„ und ein geniales „Angel Of Death“.
SLAYER gehören noch immer zu den Thrash-Giganten der Liga. Obwohl mein erstes SLAYER Konzert (5.10.1990, Clash of the Titans) schon über 25 Jahre zurück liegt, haben die Herren nichts von ihrer Faszination und Intensivität verloren und zocken ihre Hits noch immer mit einer Aggressivität und kompromisslosen Härte runter.

 


SLAYER

Setlist (ohne Gewähr):

Delusions of Saviour (Intro)
Repentless
Disciple
Die by the Sword
Black Magic
War Ensemble
When the Stillness Comes
You Against You
Postmortem
Hate Worldwide
Mandatory Suicide
Fight Till Death
Pride in Prejudice
Take Control
Seasons in the Abyss
Dead Skin Mask
Raining Blood
South of Heaven
Angel of Death

 

Nach der geilen Darbietung von SLAYER waren gleich darauf die nächsten der „Big Four“, nämlich MEGADETH, an der Reihe und zogen gegen Kerry King und seine Mannen den Kürzeren. Obwohl die Songauswahl zwischen neuen Songs und Hits ziemlich gut abgestimmt war, sprang der Funke bei mir nicht richtig rüber. Natürlich sind Klassiker wie der Opener „Hangar 18" oder „Wake Up Dead“, „Symphony Of Destruction“, „Holy Wars“, oder auch neue Tracks wie „She Wolf" oder „Fatal Illusion," noch immer ein Garant für angeknackste Halswirbeln. Aber für mich war der Auftritt fast ein wenig zu routiniert. Natürlich ist das Jammern auf höchstem Niveau, dennoch feierten die Fans gegen Ende des Sets Meister Mustaine und seine Mannen kräftig ab. Und ja, der neue Klampfer Kiko Loureiro ist ein echter Gewinn für die Truppe.

 


MEGADETH

Setlist (ohne Gewähr):

Prince of Darkness
Hangar 18
Wake Up Dead
In My Darkest Hour
The Threat Is Real
She-Wolf
Post American World
Sweating Bullets
Poisonous Shadows
Trust
A Tout Le Monde
Fatal Illusion
Dystopia
Symphony of Destruction
Peace Sells
Holy Wars... The Punishment Due

 

 


Pic by Jason-Steve Mageney

 

Und dann kamen, nein erschienen sie - Her Majesty, QUEEN. Schon nach dem Opener "One Vision" und dem darauf folgenden "Hammer To Fall" war klar, das dieser ein Auftritt der Extraklasse wird. Adam Lambert agierte, trotz seiner jungen Jahre, als routinierter Fronter, Brian Mays Gitarrenspiel ist über jeden Zweifel erhaben und Roger Taylor an den Drums rundete das Gesamtkonzept QUEEN ab. An den Percussions stand, wie sich später herausstellen sollte, mit Rufus der Sohn von Roger. Weiter ging es mit Hits am laufenden Band. Bei jedem Song wurde die Lichtshow intensiver, bis dann die Laser über das Publikum schossen und das Festivalgelände in ein Lichtermeer tauchten. "A Kind of Magic" wurde von Roger Taylor gesungen, und das sehr gut. Das Drum-Battle zwischen Vater und, wie sich hier herausstellte, Sohn, war von vielen Emotionen geprägt. Gänsehautstimmung kam bei "Bohemian Rhapsody" auf, als nach Beginn des Songs durch Adam, auf der mittleren Leinwand plötzlich Freddie Mercury eingeblendet wurde und dieser den Song im wahrsten Sinne des Wortes "zelebrierte". Nach dem regulären Set, das mit "Radio Ga Ga" beendet wurde, kam es nach kurzer Pause, wie es kommen musste. Schon nach den ersten Drumschlägen von "We Will Rock You", sah man nur in den Himmel gestreckte Hände und ich glaube, dass QUEEN nicht oft einen Chor dieser Größenordnung hat. Von Vorne bis Hinten wurde mitgesungen und geklatscht, was sich auch beim darauffolgenden "We Are The Champions" fortsetzte. Mit der Hymne "God Save The Queen" wurde der Auftritt von QUEEN beendet.

 


QUEEN

Ich habe schon viele Konzerte, auch von großen Bands, gesehen, aber dieser Auftritt war Extra-, nein, Weltklasse. Angefangen von der Setlist, den Musikern, dem hammermäßigen Sound bis hin zur fantastischen Licht- und Videoshow war alles perfekt. Und nein, es wirkte nicht gekünstelt oder einstudiert, denn man sah jedem einzelnen Musiker die Spielfreude und die Emotionen an.

Egal ob Metaller, Rocker oder einfach nur Zuschauer: Die Meinung nach dem Konzert war bei Allen: "Das war sensationell und Weltklasse in allen Belangen".

Setlist (ohne Gewähr):
One Vision
Hammer to Fall
Seven Seas of Rhye
Stone Cold Crazy
Another One Bites the Dust
Fat Bottomed Girls
Play the Game
Killer Queen
Don't Stop Me Now
Somebody to Love
Love of My Life (Brian May on vocals)
A Kind of Magic (Roger Taylor on vocals)
Drum Battle
Under Pressure
Crazy Little Thing Called Love
I Want to Break Free
I Want It All
Last Horizon (Brian May cover)
Guitar Solo
Tie your Mother Down
Bohemian Rhapsody
Radio Ga Ga
 Encore:
We Will Rock You
We Are the Champions
God save the Queen

Quasi zum Drübersteuen, gab es nach Mitternacht noch KING DIAMOND auf der "Lemmy Stage". Der King und seine Mannen waren der richtige Rausschmeißer an diesem Tag. Die ausgewogene Mischung aus Klassikern wie „Welcome Home“, „Sleepless Nights“ und “Halloween“, bis hin zu den MERCYFUL FATE Klassikern „Melissa„ oder „Come To The Sabbath“, riss die Fans begeistert mit. Als Abschluss wurde das gesamte Album „Abigail„ aufgeführt, nein zelebriert und mit verschiedenen Showeinlagen unterlegt – ganz großes Kino. Alle Songs überzeugten durch den druckvollen Sound und das spielerische Können jedes einzelnen Musikers. KING DIAMOND sind einfach eine grandiose Liveband und verstehen es blendend, das Feeling, die Dramatik und die Theatralik ihrer Musik zu transportieren und an das noch zahlreich vorhandene Publikum weiterzureichen. Man mag zu dieser Band und dem Gesang stehen wie man will - Fakt ist, dass es die Herren grandios verstehen eine beindruckende Stimmung zu erzeugen. Sehr geil.

 


KING DIAMOND

Setlist (ohne Gewähr):
Out from the Asylum
Welcome Home
Sleepless Nights
Halloween
Eye of the Witch
Melissa  (Mercyful Fate cover)
Come to the Sabbath (Mercyful Fate cover)
Arrival
A Mansion in Darkness
The Family Ghost
The 7th Day of July 1777
Omens
The Possession
Abigail
Black Horsemen
Insanity

 

So, und wieder dasselbe Ritual wie gestern: nach Hause, Bierchen schlürfen, diskutieren und anschließend in die Heia. Gute Nacht, bis Morgen!

 

 

 

 


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