10 06 16, Sölvesborg, Sölvesborg

SWEDEN ROCK FESTIVAL 2016 - Tag 3

Veröffentlicht am 01.07.2016

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Tag 3 am SWEDEN ROCK FESTIVAL 2016, Freitag 10. Juni 2016

Nach dem obligatorischen Frühstück und Warteschlange vor der Dusche, gestärkt mit einem kleinen Bier, gehts wieder ab auf das Festivalgelände zum Tag drei.

Und es ging auch gleich los auf der "4 Sound Stage":

Die Hobbits aus dem Auenland und ein Gitarrist mit elfischen Blut von TWILIGHT FORCE  haben zu Mittag die Arschkarte gezogen, denn kurz vor der Show zog ein gewaltiger Sturm auf und pünktlich zum Opener „Forest Of Destiny“ fing es wie aus Kübeln an zu schütten. Doch der Regen störte die ausharrenden Die-Hard-Fans in keinster Weise, denn was die Schweden auf der Bühne zelebrierten war schon allererste Sahne. Die Fans erwartete eine musikalische Reise durch eine zauberhafte, akustische Landschaft der ersten CD „Tales Of Ancient Prophecies" die schöner nicht sein konnte. Adventure Metal, mal bombastisch, heroisch, schnell, abwechslungsreich und mit Melodien ausgestattet die dir den Schlaf rauben. Mit Songs wie „Gates Of Glory" oder „The Power Of The Ancient Force" wurde der Theatralik, passend zu den mittelalterlichen Outfits, viel Raum gegeben. Schwerter wurden geschwungen und als gegen Ende des Sets ein Fan auf die Bühne geholt wurde und von Sänger Christian Eriksson zum Ritter geschlagen wurde, gab es tosenden Applaus. Mit „Powerwind" wurde auch ein Song vom kommenden Album „Heroes Of Mighty Magic“ vorgestellt. Die furchtlosen Kämpfer konnte man dann zehn Minuten später in voller Kampfmontur bei der Autogrammstunde bewundern. Ein heroischer Sieg gegen das Wetter, denn bei der Signing Session scheinte dann wieder die Sonne. Großartiger Gig.


TWILIGHT FORCE

 

Jetzt werden die Schwerter ausgepackt und Shushi zerstückelt. Die Samurai aus dem Land der aufgehenden Sonne stehen auf der Bühne. Der erste Blick auf die Protagonisten zeigt mir Mr. Miyagi (Karate Kid) am Bass, Toshihiro Mifune (Shogun) an den Drums und Akira Takasaki, der mit seine  Kappe aussieht wie ein Rapper oder Graffiti-Sprayer, an der Gitarre. Das ist die Kultband LOUDNESS aus dem Land der aufgehenden Sonne, die das erste mal in der 25jährigen Festivalgeschichte hier auf der "Sweden Stage" auftritt. Und Hut oder Kappe ab, das mit einer Power und einem Drive, der auch sehr gut beim Publikum ankommt.  Ja die "Jungs" rocken noch und lassen alle ihre Klassiker aus den 80ern vom Stapel. Chapeau! Geiler Gig, und vielleicht kommt ja auch mal was Neues. Drauf haben sie es immer noch!


LOUDNESS

Setlist (ohne Gewähr)
Nourishment of the Mind
Crazy Nights
Like Hell
Heavy Chains
The Sun Will Rise Again
Street Woman
Shadows of War (Ashes in the Sky)
Got to Be Strong
The Power of Truth
In the Mirror
Mortality
Crazy Doctor
S.D.I.

Als nächster war GLENN HUGHES auf der "Festival Stage"  mit seinen Mannen an der Reihe. Und ja, der Mann hat's immer noch drauf. Das Set wurde gleich mit dem Kracher "Stormbringer" eröffnet. Eine Stimme hat der Mann, zum Niederknien. In dieser Gangart ging es weiter und Hit um Hit aus seine gesamten Schaffensperiode wurden in das jubelnde Publikum geschleudert. Bei "Mistreated" gab es Gänsehaut pur und die Menge dankte es der Band mit lautem Mitsingen und riesigem Jubel. Mit dem Rausschmeisser "Burn" wurde ein sichtlich zufriedenes Publikum entlassen. Grandiose Show, die "The Voice Of Rock", Glenn Hughes, hier abgezogen hat. Auch viel später noch, hörte man an verschiedenen Ecken die Refrains verschiedener Songs. Well Done.


Glenn Hughes

Setlist (ohne Gewähr)
Flight of the Valkyries
Stormbringer
Orion
Touch My Life
Muscle and Blood
Sail Away
Medusa
Can't Stop the Flood
One Last Soul
Mistreated
Black Country
Soul Mover
Burn
 

LITA FORD
Nach der Signing Session von ihrem neuen Buch "Living Like A Runaway", wo ein sehr großen Andrang herrschte, ging es für Lita Ford gleich auf die Bühne der "Lemmy Stage".

Mit „Gotta Let Go“ beschleunigt die Band auch sofort von Null auf Hundert. Klar, kraftvoll und mit einem brillanten Sound rummste es aus den Boxen. Die Songauswahl war sehr gut abgestimmt, nur der Wettergott spielte nicht mit, denn es fing wieder an zu regnen. Nach „Cherry Bomb " neigt sich mit „Black Leather“ (SEX PISTOLS Cover) die Show dem Ende zu. Natürlich fehlen noch zwei obligatorische Songs und die Band wollte uns diese selbstverständlich nicht schuldig bleiben. „Close my Eyes Forever“ wurde inbrünstig von den Fans mitgesungen und diente nur zu Kühlung der Ohrmuscheln, bevor beim Überhit „Kiss Me Deadly“ noch ein letztes Mal ordentlich die Matte geschwungen wurde, bis der Vorhang leider endgültig fiel. Die Spielfreude der gesamten Band war und ist einfach sagenhaft und die Hauptprotagonistin war in Topform. Danke Lita.


Lita Ford

 

Setlist (ohne Gewähr)
Gotta Let Go
Larger Than Life
The Bitch Is Back (Elton John cover)
Living Like a Runaway
Relentless
Hungry
What Do Ya Know About Love
Back to the Cave
Can't Catch Me
Cherry Bomb
Black Leather (Sex Pistols cover)
Close My Eyes Forever
Kiss Me Deadly


Unser rasende Reporter Tom vergnügte sich, während wir die Frauenpower genossen, an der "Sweden Stage". Am späten Freitagnachmittag genossen wir die letzten Sonnenstrahlen mit „Starköl“ und dem klassischen 70er-Jahre-Rock der Engländer UNCLE ACID & THE DEADBEATS. Der Oldschool Doom-Metal der an frühe BLACK SABBATH erinnert, scheint im Trend zu liegen, denn das Areal vor der „Sweden-Stage“ ist gut gefüllt. Der charismatische Sänger und Gitarrist Kevin performed die Songs wie „Waiting for Blood“, „13 Candles“ oder „I’ll cut you down“ sehr gut und sie gehen ins Ohr. Wenn die Band nicht auf halber Strecke aufgibt, kann man sicher noch etwas Ordentliches erwarten. (Thomas Kalb)

 

Während die HELLACOPTERS auf der "Lemmy-Stage" so wie es aussieht von allen Schweden abgefeiert werden, ist es bei den Hanseaten GAMMA RAY vor der „Sweden Stage“ überschaubarer aber trotzdem genauso voll und die Stimmung auf und vor der Bühne gut. Die Band legt mit „Heaven Can Wait“ auch gleich ordentlich los. Dass sich Kai Hansen für den Gesang im letzten Jahr Unterstützung durch Frank Beck geholt hat, ist zwar bekannt, doch ist der Schreiber dieser Zeilen über dieses Novum zwiegespalten. Es sind halt nicht mehr die Gamma Ray, die man gewohnt ist. Kollege Manfred ist komplett anderer Meinung, für ihn haben GAMMA RAY durch die Unterstützung beim Gesang deutlich gewonnen, weil dadurch auch Kai Hansens Performance wieder deutlich besser geworden ist. Ansonsten ist der Gig souverän, immerhin sind das alles Veteranen. Die Setlist geht quer durch alle Schaffenswerke: „Last before the Storm“, das HELLOWEEN-Cover „I want Out“ und ein schönes Medley zum Abschluss des regulären Sets aus „Rebellion in Dreamland/Heavy Metal Universe/Ride the Sky/Somewere Out in Space“. Als Zugabe gab‘s dann noch ein ebenfalls gut mitgesungenes „To The Metal“ und „Send me a Sign“.


GAMMA RAY

Setlist (ohne Gewähr)
Heaven Can Wait
Last Before the Storm
Fight
I Want Out (Helloween cover)
Induction
Dethrone Tyranny
Master of Confusion
The Silence
Rebellion in Dreamland / Heavy Metal Universe / Ride the Sky / Somewhere Out in Space
Encore:
To the Metal
Send Me a Sign

Keine Kritik muss sich dagegen FOREIGNER gefallen lassen. Mick Jones und seine Mannen legten von Beginn an ihr gesamtes Können und ihre jahrelange Erfahrung in die Waagschale. Sie schossen ein Feuerwerk ihrer Hits auf die tobende Masse die im strömenden Regen stand ab, dass wirklich keiner der Fans still stehen konnte.
Die Band entfaltete überschäumenden Enthusiasmus, der beweist dass sie eine der wenigen Veteranen der 80er sind, die nicht nur wegen der Kohle spielen und Sänger Kelly Hansen ist live ein unglaublich toller Entertainer .

Kleine Anmerkung am Rande: Kelly sprang von der Bühne um zu den Fans zu kommen und landete aufgrund der Nässe auf seinem Ar.. äh Allerwertesten. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch.

Als Manko muss ich aber trotzdem folgendes anführen: Die Songs von FOREIGNER wurden extrem durch diverse Solis in die Länge gezogen und die vorgesehene Spielzeit wurde trotzdem unterschritten. Da hätten sicher noch zwei bis drei Klassiker wie "Say you Will" Platz gehabt.


FOREIGNER
 

Setlist (ohne Gewähr)
Double Vision
Head Games
Cold as Ice
Dirty White Boy
Feels Like the First Time
Urgent
Juke Box Hero
Encore
Long, Long Way From Home
I Want to Know What Love Is
Hot Blooded


In seinen schwarzen Mantel gehüllt, zog es Tom zum Black Metal. Wie am Vortag MAYHEM, haben am Freitag SATYRICON die „Ehre“, zeitgleich mit dem Headliner zu spielen. Und genauso sieht es vor der Bühne auch aus – gerade mal eine gefühlte Handvoll Schwarzmetaller ist vor der „4 Sound Stage“ anzutreffen. Und das obwohl SATYRICON, wie angekündigt, das komplette „Nemesis Divina“-Album, eines der besten Black Metal-Alben (meiner Meinung nach) – runter zocken. Satyr wird sich wohl nicht viel draus machen und die rund 300 Nasen vor der Bühne wirken auch durchaus zufrieden. Als Zugabe gabs von den Norwegern auch neueres Material. „Fuel for the Hatred“, „Phoenix“ und „K.I.N.G.“ entlassen uns in die finstere Nacht. (Thomas Kalb)

 

Und schon wieder eine Abschiedstour von der Abschiedstour, oder doch nicht? Die „Alten Säcke“ TWISTED SISTER legten gleich famos mit dem Song „What You Don't Know" los. Und mit dem Jubel, der ihnen beim Betreten der Bühne entgegenschlug, hatten die in die Jahre gekommen Herrschaften wahrscheinlich selbst am wenigsten gerechnet. Sänger und Ikone Dee Snider hielt gleich von Anfang an engen Kontakt zum Publikum. Basser Mark Mendoza und die Axemänner „Jay Jay“ French und Eddie Ojeda lieferten sich packende Duelle und wirbelten wie wild über die Bühne. Man kann zur Musik von TWISTED SISTER stehen wie man will, aber die Jungs zelebrieren hier höchste musikalische Qualität, verbunden mit gnadenloser Energie. Songs wie „ Burn in Hell", „The Price“, welches dem verstorbenen AJ Pero gewidmet war, „I Believe in Rock 'n' Roll„, „Under the Blade“ oder „We're Not Gonna Take It“ kamen mit einer richtigen Wucht aus den Boxen und wiederlegten alle, die behaupteten das es die Herren nicht mehr drauf haben. Leider war das Spektakel, bei dem die Fotografen die gesamte Show im Fotograben verbringen durften, viel zu schnell zu Ende. Wieder wird eine Legende die Bretter die die Welt bedeuten verlassen, aber alle die den Gig gesehen haben, werden sich mit einem lachenden und weinenden Auge an diese Machtdemonstration zurückerinnern. Danke für diesen tollen Abschluss, ihr „MOTHERFUCKERS“ ward grandios.


TWISTED SISTER

Setlist (ohne Gewähr)
What You Don't Know (Sure Can Hurt You)
The Kids Are Back
Burn in Hell
Destroyer
Like a Knife in the Back
You Can't Stop Rock 'n' Roll
The Fire Still Burns
I Am (I'm Me)
I Wanna Rock
The Price
I Believe in Rock 'n' Roll
Under the Blade
We're Not Gonna Take It
It's Only Rock 'n' Roll (But I Like It)
Come Out and Play
Tear It Loose
S.M.F.

Gleich der Opener „Mystery of a Blood Red Rose“ von AVANTASIA kam arschtight aus den Boxen und es ging auch gleich mit „Invoke the Machine“ weiter, bei dem sich Sänger Ronnie Atkins brillant in Szene setzte. Michael Kiske enterte danach die Bühne und sang die Übertracks „Ghostlights“ und „Avantasia". Nichts, aber auch gar nichts, hat dieser Mann von seiner Stimme eingebüßt. Ein hochmotivierter und immer zu Faxen aufgelegter Sänger, präsentierte sich in überragender Form. Als dann Mr Bob Catley die Bühne betrat und „The Great Mystery" anstimmte, war ein Hauch von Nostalgie im Festivalgelände zu spüren. Der bestens gelaunte MAGNUM-Sänger veredelte den Track mit seiner außergewöhnlichen, traumhaften Stimme und sorgte für Gänsehautalarm. Danach war Jorn-Lande-Time, denn der heizte bei Songs wie „The Scarecrow" oder „Promised Land“ der schon leicht unterkühlten Abordnung von Stormbringer so richtig ein. Überhaupt hat sich Jorn in den letzten Jahren mit seiner tollen Ausstrahlung zu einem richtig unverkennbaren Ausnahmesänger entwickelt. Eric Martin und Amanda Somerville durften dann auch noch ran und als Rausschmeißer kam mit „Lost in Space" ein Song zum Zug, den laut Herrn Sammet alle Leute Scheiße finden (Hat er mir mal im Interview erzählt). Toller Abschluss am Freitag und mit der Kondition schon langsam am Ende, geht’s zurück in die Unterkunft.

Setlist (ohne Gewähr)
Also sprach Zarathustra
Mystery of a Blood Red Rose
Invoke the Machine (with Ronnie Atkins)
Ghostlights (with Michael Kiske)
Avantasia (with Michael Kiske)
The Great Mystery (with Bob Catley)
The Scarecrow (with Jørn Lande)
Promised Land (with Jørn Lande)
Dying for an Angel (with Eric Martin)
Twisted Mind (with Eric Martin & Ronnie Atkins)
Farewell (with Amanda Somerville and Michael Kiske)
The Story Ain't Over (with Bob Catley)
Prelude
Reach Out for the Light (with Michael Kiske)
Let the Storm Descend Upon You (with Ronnie Atkins and Jørn Lande)
Lost in Space (with Amanda Somerville)

So jetzt noch einmal Kraft tanken für den vierten Tag, denn dieser wird im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal "heiß". Lasst euch überraschen!

 


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