12.07.16, Capitol Offenbach, Offenbach am Main

G 3 Tour

Text: Martina Schadt | Fotos: fg
Veröffentlicht am 16.07.2016

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Vorneweg gesagt:

Wer mit überbordenden Gitarrensoli und instrumentaler Rockmusik von vornherein nichts anzufangen weiß, wird an solch einer Konzertreihe wie der „G3“-Tour natürlich weder Freude haben noch Interesse finden, weil die Identifikation mit dieser Art von Musik fehlt. Für alle Anderen, die es zu schätzen wissen, was gute und laute Gitarrenmusik für einen Ausdruck rüberbringen kann, war dieser Abend ein absolutes Highlight, wenn nicht sogar ein Muss. Dass Musik im großen und ganzen zudem auch ohne Gesang auskommt, beweist dies ebenfalls eindrucksvoll. Der Abend war zu keiner Zeit langweilig, da die Musik einfach zu abwechslungsreich gewesen ist. Ok, man kann sich immer irgendwie das Mäulchen zerreißen, was gepasst bzw. nicht gepasst hat. Aber hier zu nörgeln anzufangen wäre sicherlich der falsche Ansatzpunkt, denn es hat soweit gesehen und gehört jedem großes Vergnügen bereitet. Den Musikern sowie dem Publikum. Dieser Abend hat sich ganz sicher nicht lang hingezogen wie ein ausgekauter Kaugummi. Das hat wohl unter anderem mit daran gelegen, dass jeder Musiker maximal eine Stunde Spielzeit hatte.

Angefangen hat das Trio THE ARISTOCRATS mit Guthrie Govan an den Saiten. Mit Fusion sollte man schon etwas anfangen können, denn es war ein sehr wildes Treiben, das da von der Bühne klang, obwohl man bei genauem Hinhören auch eine gewisse Grundordnung während der Stücke vernehmen konnte. Speziell hier muss angefügt werden, das dies bestimmt nicht jedermanns Angelegenheit ist. Das Guthrie Govan Gitarre spielen kann, verdeutlicht seine Flexibilität. Neben dem Fusion-Business ist er zudem noch im Rock- bzw. Blues-Geschäft unterwegs [und ziemlich erfolgreicher Sidekick von STEVEN WILSON in dessen Solo-Band; d.Korr.].

Nach einer Umbaupause von etwa 20 Minuten betrat STEVE VAI die Bühne und man konnte schon an den ersten Takten erkennen, dass die nächste Stunde ein ganz anderer Wind durch die Halle des Capitols wehen wird. Die Gangart war dementsprechend viel härter, die Lichtverhältnisse der Geschwindigkeit der Musik angepasst - möchte man fast meinen. Die technischen Fähigkeiten eines STEVE VAI sollte sich jeder Gitarrenschüler anschauen und versuchen ein solches Level zu erreichen, welches allerdings nur mit dem nötigen unbändigen Willen zu verwirklichen ist. Dass diese Früchte zum Tragen kommen, zahlt sich aus. Das Publikum dankt es mit tosendem Applaus. Viel zu kurz war die Zeit. STEVE VAI hätte gut und gerne noch eine Stunde seine Gitarre bearbeiten können.

Als drittes im Bunde: der Einzelauftritt von JOE SATRIANI - wie gewohnt mit Sonnenbrille und Glatze. Was dieser Mann aus seiner Gitarre herausholt und auf der Bühne zelebriert, ist mehr als beachtlich. Immer in Bewegung, manchmal so flott wie sein Gitarrenspiel. Die kurzen Phasen, in denen es etwas ruhiger zuging, waren wohl nur kurze Verschnaufpausen. Hier gilt: sich auf einzelne Lieder, die gespielt wurden einzulassen, würde den Rahmen sprengen.

Zu guter Letzt gaben sich alle drei Musiker noch einmal die Ehre, zusammen die Bühne des Capitols zu betreten und im Rampenlicht mit ihrem virtuosen Können bei Songs von THE POLICE oder JIMI HENDRIX zu verschmelzen.

Ein wahres Abschluss-Schmankerl!


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