14.07.2016, Alperstedter See, Erfurt-Stotternheim

Stoned from the Underground Tag 1

Text: Stefan Graesslin | Fotos: Motte
Veröffentlicht am 20.07.2016

Stoned from the Underground Tag 1

So flogen wir nach Erfurt-Stotternheim, um 3 Tage Stonerkultur zu erleben.
Nach einer kleinen Polizeikontrolle:
"Habt Ihr Waffen oder Drogen dabei?"
"Küchenmesser. Und Bier."
"N' Bier hätte ich jetzt auch gerne. Schönen Tag noch."
, fuhren wir auf das Gelände und es war klar: Das wird staubig.
Der Campinggrund ist auf einem abgemähten Acker und während des Aufbauens wurde auch langsam klar, dass der Platz für Zelte und Wohnwagen recht knapp bemessen ist. Dies wird uns noch eine recht gemächliche Abreise bescheren.
Also flugs das Camp errichtet, die Nachbarn kennengelernt und ab auf's Gelände. Das wiederum besteht aus einer Wiese mit ein paar Bäumen und einem Hügel vor der Bühne, von dem man die Bands im sitzen
sehen und hören kann, soweit so wundervoll.

Da startete auch gleich die erste Band im jetzt schon vollen Zelt:


BREIT
    

    


Die Leipziger bauen eine brachial-breite, doomige Soundkulisse auf, die vom verträumten Gesang der Sängerin zu einer spannenden Mischung erhoben wird. Schwere Kost zum Anfang, so mag ich das.

Also mal schnell wieder raus aus dem stickigen Zelt und etwas zu Essen jagen. Halt. Erst Chips kaufen, sonst wird das nix, die kann man aber auch zurückgeben, von daher ganz gut gelöst.

Hier war die Auswahl etwas mager:
Ein Waffelstand, ein veganer Stand, Burger/Pommes und Nudeln mit verschiedenen Saucen. Wir haben uns dann mal wieder für Euch geopfert und uns durch die kulinarischen Angebote gegessen. Motte endschied sich für Waffeln. Ach was Waffeln, SUPERWAFFELN! Meine mediterrane Kartoffelpfanne wollte mir aber nicht so richtig munden.

Als nächstes spielte dann
CHURCH OF MENTAL ENLIGHTMENT
         

Die Jungs (und das Mädel!) - ebenfalls aus Leipzig - legen Blues-Rock mit Punk-Attitüden auf die Bretter. Man könnte meinen sie kämen aus Göteborg, denn diesen 70er-Retro-Rock-Style pflegen sie in ihrer 40-minütigen Show.

6 Uhr durch, Zeit für ein Bier. Oh lala, die Getränkepreise erfreuen ein Großstadtkind: 2,50€ für 0,4l am Bierstand ist echt günstig!

Rauf auf den Hügel und
STONED JESUS gucken!
         

Die Kiewer spielen leider ohne Bassisten, der musste Zuhause bleiben. Die Ansage dazu: "Letztes Jahr konnten wir aus Gründen hier nicht spielen, dieses Jahr sind wir leider nur zu Zweit. Ihr wisst, Dinge passieren. Nächstes Jahr bekommt Ihr dann das volle Paket!"

Nichtsdest trotz spielen sie ihre Klassiker 50 Minuten lang und geben sogar noch eine Zugabe. Ein "Stormy Monday" passt ganz gut in diesen Donnerstag Abend mit einer doch recht kühlen Brise, und auch die anderen Songs, die zwischen Doom, Stoner und Psychedelic pendeln, passen genau zur Kulisse und Uhrzeit. Und da hüpft auch schon der erste Ball durch's Publikum. Danke dafür!

Zeit für etwas Härteres:
Ein Gin-Tonic für vierfuffzich inklusive Pfand, ist aber auch wirklich günstig. Vor allem, wenn er so lecker ist.

1000MODS
                   


Die Griechen spielen feinsten epischen Wüstenrock - Stoner meets Psychedelic. Ein buntes Gemisch von ihren 3 Scheiben "Blank Reality" (2007),  “Liquid Sleep" (2009) und “Super Van Vacation" (2011) wird aufgespielt und nach viel zu kurzen 50 Minuten Sound, fast so gut wie aus dem Studio, ist schon wieder Umbaupause.

DOPETHRONE
         
    


Die Jungs aus Montreal spielen ein echtes Brett. "Scum fuck blues" nennen sie ihren Style, der sich zwischen Heavy Doom, NOLA-Sludge und Black-Metal Anleihen holt und Dich 60 Minuten in den Boden rammt. Von den Jungs, die ihre Band 2008 gründeten, wird sicherlich noch viel mehr saugeiles Material kommen, ich freue mich schon auf ein Wiedersehen!

PETER PAN SPEEDROCK
         

Spielen auf ihrer Abschiedstour netterweise auch auf dem SFTU und legen einen kräftigen Rock'N'Roll hin. Etwas Abwechslung zum Stonersound der anderen Bands, und ein gelungener Tagesabschluss. Die Menge schickt sich an, noch ein letztes Crowdsurfing hinzulegen und pünktlich um 23:45 ist es Zeit, ins Camp zurück zu kehren.

Nach der Anfahrt und den Bands kann man auch nur noch auf die Matte fallen. Geiler Tag, ey!


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