16.07.2016, Alperstedter See, Erfurt-Stotternheim

Stoned from the Underground Tag 3

Text: Stefan Graesslin | Fotos: Motte
Veröffentlicht am 22.07.2016

 

Es ist heiß. Es gibt einen Badesee. Wir haben kein Badezeug mit. (Anm. d. Lekt.: Aaaahahaha!) Finde den Fehler. Naja, was soll's, klären wir das Ganze mit Halbschatten und Gerstenkaltschorle.


PASTOR
         


Die Wiener fingen 2012 an zu jammen. Daraus entstand diese feine Band, die zwischen starken Riffs, abgespaceten Solos und Gesang aus den tiefen 70ern rockt. Im völlig überfüllten und überhitzten Zelt spielten sie stolze 40 Minuten. Die Wände des Zelts aufmachen half auch nur bedingt, weil da nur noch mehr Leute anstanden. Vielleicht wäre hier die Hauptbühne angebracht gewesen, aber so hatte man einen gewissen Kuschelfaktor.

DAMPFMASCHINE
         


Dadaistische, deutsche Texte, kombiniert mit wildem Rock. Da dampfte im immer noch heißen, vollen Zelt nicht nur der Moshpit. Die Maschine ist anbetungswürdig!

Das schreit nach Abkühlung! Mehr Bier. Heute ist ja leider schon der letzte Tag.


Netterweise ging es nun auf der Hauptbühne weiter mit HEAT
              


Die fünf Jungs aus Berlin vereinen viele Facetten des Rocks. Melodische, catchy, 70s-Rock-Songs sind das Ergebnis.

TRAVELIN JACK

              


Moment mal. Steht die da wirklich mit nem Federtop und roter Legging auf der Bühne? Ja. Das tut sie. Und dann haben die Berliner auch noch so viel Spaß beim Zocken. Geil. So viel Energie auf der Bühne zum Old School Hard Rock, das geht ans Herz. Glitter is bigger than Satan! Und der Sound ist echt fett.

WITCHSORROW
         


Nicht einmal an einem sonnigen, warmen Tag mit Picknickdecke auf einer Wiese, holt einen dieser Heavy Doom Metal auf den Boden des Lebens zurück. Eher unter den Hügel. Grimmige Gitarren als Erbe von SAINT VITUS und BLACK SABBATH kombiniert mit einer grimmigen Stimme, da hüpft das Doomer-Herz.

Zeit also für einen weiteren Snack und ein Bier dazu.

CAUSA SUI
    


Heiterer, aber auch psychedelischer ging es weiter. Die Dänen sind auf experimentellen Streifzügen durch die Musikgeschichte der letzten 50 Jahre. Ausgiebige Ausflüge machten sie in den 60er und 70er Jahre Rock.

SUMA
        


SUMA spielten das letzte Mal 2009 auf dem SFTU und sind damit alte Bekannte. Wir feierten ein Wiedersehen mit diesen Hohepriestern des Dooms aus Schweden. Atmosphärische, Trance induzierende Klänge wechseln sich mit Sluge oder Noise ab. Harter Stoff und sehr Düster. Mein Überraschungshighlight auf diesem Festival.

GOMER PYLE
         


Yieha! Nachdem ich die auf dem Freak Valley sah, musste ich mir natürlich allen Content von den Amis und Holländern kaufen. Leicht beschwippst, aber Textsicher, fing ich an, meine Hügelnachbarn zu nerven. Die 1994 gegründete Band spielt die ganze Bandbreite des Stonerrocks, von Grunge über Heavy Rock Parts, bis hin zu psychedelischen Jams. Ein Hochgenuss für jeden Stoner-Liebaber!

MOTHER TONGUE
         


MOTHER TONGUE waren so gar nicht meins. Der Versuch, das Publikum in sehr amerikanischer Manier aufzubauschen, vertrieb mich Richtung Camp. Vielleicht unfair von mir, aber auch der Sound, den ich auf dem "Heimweg" hörte, ging mir nicht mehr ins Gehör. Dadurch habe ich wohl 3/4 einer intensivern Show verpasst, wie sich im Nachhinein herausstellt. Schade. Dabei sind die Jungs bereits seit 1990 unterwegs und haben bereits mit KYUSS oder RATM getourt und Youtube Videos zeigen, dass sie es echt drauf haben.

Zurück in einen völlig überhitzten und schwülen Wohnwagen und erst mal 2 Bier lang lüften. So eingeparkt, wie wir waren, kamen wir eh nicht vor 12 vom Hof und diese Prognose sollte richtig sein. Also am Sonntag erstmal in aller Ruhe die durchaus adäquten Sanitären Anlagen genutzt, Müll weggebracht, Heringe gesucht, gefrühstückt, die abreisenden Nachbarn angefeuert, lalalalangweilig!
Ah. Um Eins ging es dann los, und wir schlängelten uns an den Satus vorbei zurück nach Hamburg.


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