23.07 - 24.07.16, Tanzbrunnen Köln, Köln

AMPHI - FESTIVAL 2016 TAG I

Text: Martina Schadt | Fotos: fg
Veröffentlicht am 31.07.2016

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Leute, wie die Zeit vergeht! Lang fiebert man auf einen Termin wie das Amphi-Festival hin und schwuppdiwupp, ist dieses Festival auch schon wieder vorbei. Es ist wie mit einem gut zubereitetem Essen. Das Vorbereiten und Kochen dauert länger als der Schmaus selbst. Zurück zu den Wurzeln, hieß es dieses Jahr für das Amphi-Festival. Und es muss erwähnt werden: Es ist genau der richtige Ort, dieses Festival dort wieder stattfinden zu lassen. Kurze Wege zu den verschiedenen Veranstaltungsorten, mit Ausnahme des Schiffes. Alles gut zu Fuß erreichbar. Schöne Runde Sache!!!

Dass man auch nicht alles sehen, hören und erleben kann, versteht sich fast schon von selbst. Und eine Ruhepause zwischen den musikalischen Stürmen und bei diesem genialen Wetter braucht es allemal.

 

Wir haben uns auf folgende Bands eingelassen und erwähnen diese hier.

 

MONO INC.

Das Publikum ging bei MONO INC. spielte hier verrückt, ging von Anfang an mit und tanzte sich die schwarze Seele aus dem Leib. Zwischendurch hat es immer wieder Szenenapplaus gegeben, u. A. weil hier nicht nur pyrotechnisch ein Feuerwerk abgebrannt wurde, sondern auch in musiklischer Hinsicht. Dass es hier extrem gut zur Sache ging, müsste im Normalfall nicht erwähnt werden. Sänger Martin Engler ließ es sich während des Liedes „Gothic Queen“ nicht nehmen von der Bühne zu gehen und seinem Publikum (auch den Rollifahrern am rechten Bühnenrand) persönlich die Hände zu reichen. Diese Geste verdient allergrößten Respekt.

Beim zweiten Lied „Symphonie of Pain“ zeigte das Publikum seine äußerst gute Textsicherheit und übertraf an manchen Stellen Sänger Martin Engler, was den Lärmpegel betraf.

Vor dem vierten Lied entledigte sich Martin Engler seiner Kleidung (Jacke) und griff selbst zur Gitarre. In den Anfangszeiten von MONO INC. bearbeitete der Sänger das Schlagzeug, aber das nur nebenbei erwähnt.

Man kann bekanntlich Vergleiche ziehen. Diese Band wirkte hier in Köln auf dem Amphi deutlich reifer und gelöster, als noch vor einem Jahr in Leipzig auf dem WGT. Man kann sich also freuen und gespannt sein, was MONO INC. noch so in Petto hat!!!

 

PETER HEPPNER

„Once in a Lifetime“, „Kein Zurück“, „Künstliche Welten“ und natürlich „The Sparrow and the Nightingales“ durfte nicht fehlen… Alle waren sie dabei - die Kultsongs von WOLFSHEIM. Eine Hymne folgte der Nächsten. Ich kann es nicht verbergen, der Auftritt von Peter Heppner zählte für mich persönlich als einer der Acts des Amphis, auf die ich mich am meisten gefreut habe.

Dieser in sich ruhende Künstler, ohne viel Tamtam steht er da, sinnend auf der Bühne, neben sich sein obligatorischer Notenständer, in den er immer wieder hineinblickt. Der Synthie-Sound erfüllt den Äther und dann diese unverkennbare, gefühlvolle Stimme…umnebelt, umhüllt das Geschehen, die Sinne, nimmt einen mit in das Gestern, das Morgen und lässt einen im Hier und Jetzt eintauchen in tiefe, schwere Gefühle von Hoffnung und Zuversicht. Eintauchen in „Meine Welt“, ins „Alleinesein“ und aufzusteigen in „I won’t give up“.

Viel zu schnell erklang „Das geht vorbei“. Das jähe Erwachen, dass es wirklich schon vorbei ist – das ersehnte Konzert! Und Peter Heppner die Bühne schon verlassen hat und trotz Zugaberufe es „Kein zurück“ gibt. Doch die Abendsonne erhellte den dunklen Himmel! 

Dieses Prinzip spiegelt sich immer wieder und begleitet Heppner auch in seinen Solostücken.

Leichtigkeit und Schwere, Halt und Verloren sein, zeichnet die Lieder von WOLFSHEIM aus, diesem markanten Prinzip ist Heppner auch in seinen Solostücken treu geblieben. 

 

TARJA

Welche herkömmlichen Synonyme, welche Superlativen kann man bei dieser Frau samt Band überhaupt verwenden? Powergeladen, energievoll bis zum Abwinken und Umfallen? Hier ist keine Steigerung mehr möglich. Selbst zu Zeiten Tarjas bei NIGHTWISH hat man das bereits erleben dürfen. Aber das ist bekanntlich Schnee von gestern. Hier auf dem Amphi–Festival ist eine andere Zeit, ein anderes Datum und NIGHTWISH wohl oder übel ad acta gelegt. Und totgesagt, wie viele vielleicht denken mögen, ist Tarja wahrlich nicht. Denn Totgesagte leben länger, wie ein altes Sprichwort bereits schon belegt hat. Beispiele gibt es in der Musikszene bekanntlich genug. Einen Imageverlust wird es wohl bei ihr gegeben haben, als es mit NIGHTWISH zu Ende gewesen ist. Doch auch dieser Verlust hat den Vorteil, dass sogenannte Fans eben ewig gestrig sind und Tarja samt neuer Band keine Chance einräumen wollen. Warum auch immer. (Anm. d. Lekt.: Und wo genau ist da jetzt der Vorteil...?) Auf der anderen Seite kommen die neu hinzugewonnenen Fans in Scharen und bereuen dies nicht. Auch hier in Köln nicht. Es wäre zu müßig hier einen Unterschied zu machen, welcher Song denn nun von NIGHTWISH und welcher Song eben nicht von NIGHTWISH gespielt wurde. TARJA ist Tarja, mit ihrer ausgefeilten Stimme, die fast sämtliche Höhen und Tiefen auslotet! Da spielt es fast keine große Rolle, welche Band die Musik dazu liefert. Und dass diese Band Potenzial hat, braucht hier nicht explizit erwähnt zu werden. Dieser Abend ist definitv viel zu schnell vorrüber gegangen. Bitte mehr davon, Tarja.


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