26.08. - 27.08.16, Waldbühne Hardt, Wuppertal

FEUERTAL - FESTIVAL 2016 TAG II

Text: Martina Schadt | Fotos: fg
Veröffentlicht am 08.09.2016

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Der zweite Tag des Feuertalfestivals stand im Zeichen von Folk und Mittelalter(rock)musik. Da Eric Fish an diesem Tag nur für SUBWAY TO SALLY (Hauptakt des Abends) zum Mikro greifen wollte, übernahm kein anderer als Asp höchstpersönlich die Moderation des Tages. Und dies war für viele Anwesenden nochmals ein besonderes Highlight, der Stimme des Meisters der guten Worte zu frönen. Ich sag nur: „Feuertal!! Hallo ihr schönen Menschen!!! Ich will euch hören...Heyhoo, heyhoo, heyhoo!“

Hier sind nun folgende Hauptbestandteile des vergleichbar guten Musikschmauses des Vortages:

FIRKIN:

Die Ankündigung von Asp ließ keine Zweifel offen, wo die Band FIRKIN herstammt: „Wo gibt es saftige grüne Wiesen? Wo regnet es oft? Wo gibt es viele Schafe?... Natürlich in Ungarn!“ Bummm! Nicht  von der „grünen“ Insel??? (Wie man wohl eher vermuten könnte!) Irish–Folk–Rock aus Budapest – geht sowas denn? Japp, ganz sicher und ohne Zweifel: Das haben sie bereits auf mindenstens 500 Konzerten in elf Ländern bewiesen. Es ist schon etwas crazy wie und mit welchem Humor FIRKIN ihre Show abziehen! Doch manch einer, der die ungarische Mentalität kennt, würde sagen typisch ungarisch... wild und zügellos! Was diese Band an Energie raushaut, geht quasi auf kein Schaf-Fell. Mit Bier und anderen diversen Getränken musste man sich erst gar nicht an die Bühne wagen, denn hier wurde gepogt, was das Schuhwerk hergab. Also vorher an die Theke und abfüllen was reinpasst! Und dies ist ja auch sinnbildlich für den Namen der Band: FIRKIN steht nicht nur für Musik mit füllendem Charakter. Nein, im Englischen benutzt man eben dieses Wort für ein Volumenmaß. Na dann, Cheers! oder Egészségedre!, wie die Ungarn sagen würden!

 

VERSENGOLD:

VERSENGOLD sind mittlerweile kein Geheimtip mehr in deutschen Gefilden. Moderator Asp bezeichnete sie sogar als die Durchstarter in der Mittelalterfolkszene. Die sieben hübschen Mannen aus Bremen verbreiteten von der ersten Minute an eine freudige Feierstimmung und gaben mit ihrer übersprudelnden Spielfreude an den treibenden Instrumenten, wie der irischen Rahmentrommel Bodhràn oder der Nyckelharpa, auch genannt Schlüsselfiedel, den Rhythmus sowie den Ton für diesen Abend vor. Mit typischen Stories über Saufgelage, Trunkenbolde und „Weiber“, wie man früher zu sagen pflegte, und mit witzigen Textwerken über Gott & die Welt pushten sie die Menge zu wildem Tanzen und Grölen auf. Denn erst, so gebot Malte „Snorre“ Hoyer, der Lead-Sänger von VERSENGOLD mit der schlagfertigen Zunge, erst „...wenn ihr vollkommen ausrastet und den Steinbruch hier zum Beben bringt, bekommt ihr von uns die Absolution!“ Das ließen sich die Sünderinnen und Sünder nicht zweimal sagen und der Steinbruch erzitterte!

 

SUBWAY TO SALLY:

„Wo ist Frau Schmitt?“ – Diese Frage stellte sich sofort dem geneigten Publikum als SUBWAY TO SALLY die Bühne betraten. Frau Schmitt wird wohl, wie im allseits bekannten Netz preisgegeben wurde, bis auf weiteres von Ally „The Fiddel“ vertreten. Bleibt nur zu hoffen, dass dies kein Indiz dafür ist, dass Frau Schmitt nach 24 Jahren intensiver Musik die Segel bei SUBWAY TO SALLY streicht – aus welchen Gründen auch immer. Eine Band, die sich über solch lange Zeit in Originalbesetzung befunden hat, ist für meine Begriffe ein selbstredendes Zeichen für die Stimmigkeit einer Gruppe. Und somit fehlte etwas an diesem Abend. Und das macht diese Angelegenheit etwas profan. Nicht das Ally deswegen eine weniger gute Geigerin wäre, ganz und gar nicht! Aber das Auge hat sich eben an Dinge gewöhnt und es gewöhnt sich auch erst an Dinge, die es mehrmals sieht. Aber hoffen wir mal, dass Frau Schmitt bald wieder die Subways vervollständigt. Original ist eben Original, wie man es eben kennt und liebt!

Aber nichtsdestotrotz war der Headliner des Abends ein Genuss für das Mittelalter/Metall- Herz und Ohr. Eric Fish und seine Mannen gaben ein wildes Liedgut-Repertoire aus den verschiedensten Alben zum Besten. Ein Kultsong nach dem anderen. Eine Hymne folgte der nächsten. Mit der dunklen Seite der Seele, laut Eric Fish, setzt sich ihre letzte Scheibe „Mitgift – Mördergeschichten“ von 2014 auseinander. Durchwegs düster scheinen die Geschichten über die menschlichen tiefen Abgründe, vielleicht auch der eigenen Seele, die zu Liedern verarbeitet wurden; was den Menschen dazu treibt sich als Werkzeug dem Bösen auszuliefern und von sich Besitz ergreifen zu lassen. Hier geht es um die Suche nach Halt, Geborgenheit, Liebe und Vertrauen, Dinge, die im normalen Leben einfach nicht zu finden sind bzw. nicht zu finden waren. Die Identifikation mit SUBWAY TO SALLY ist enorm. Die Textsicherheit der Fans bei eigentlich allen Liedern fassungslos gut. Höchster Genuss für alle – auf der Bühne und vor der Bühne. Schaurig schön der Schweiß, der einem den Buckel herunterläuft... Gänsehaut pur!

Und am Ende, nach eineinhalb Stunden Wahnsinns-Show, wusste das Publikum genau, was es als Zugabe hören wollte: „Blut, Blut, Räuber saufen Blut...“ Der ganze Steinbruch war erfüllt vom fordernden Gegröle der Meute. Und ihr unbeirrbares Drängen wurde belohnt. Eric und Co betraten nochmals die Bühne und gaben dem Volk, was es forderte.

DANKE, kann man da nur sagen: Für diese Nacht! Für diese zwei Tage musikalischer Erfüllung!

Auf dass die Flammen des Feuertals auf alle Zeit brennen mögen und sich noch viele Menschen entzünden und sich rufen lassen... ins Feuertal... ins Feuertal nach Wuppertal!!!


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