16.10.2016, TRIX Antwerpen, Antwerpen (Borgerhout)

Desertfest Tag 3

Text: Stefan Graesslin | Fotos: Motte
Veröffentlicht am 25.10.2016

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Ein kleiner Sonntagsspaziergang zum Trix, eine Tribal Gun und ein Bier zum Start und dann konnte es losgehen mit JOSEFIN ÖHRN& THE LIBERATION in der Vulture Stage. Sie macht mystisch surrealen Traumpop, gemischt mit 60er-Psychedelic und Krautrock. Leider musste ich vorzeitig los und wurde mit DORRE belohnt. Ein feines Stoner-Psych-Noise-Doom-Gemisch aus Belgien. Der ursprüngliche Plan war, eine Show pro Jahr zu spielen, Freibier zu verteilen und nur eingeladene Gäste teilhaben zu lassen. Nach ein paar Jahren erweiterten sie ihren Scope und machen jetzt atmosphärische, intensive Livesets.

Brüssel scheint ein heißes Stonerpflaster zu sein, denn auch MOANING CITIES kommen von dort. Ihre Mischung aus nordafrikanisch- und arabisch-klassischer Musik und Garage Rock ist sehr interessant und abwechslungsreich. Aber dann schnell weiter zu KOMATSU. Gemeint ist hier natürlich nicht der Baumaschinenhersteller, sondern die super-massive Rockband aus Eindhoven, der Rockhauptstadt der Niederlande. Schnell noch 'ne Pommes, und dann ab zu den Powerriffs von EARTH SHIP. Ein Bier dazu und 45 Minuten Bangsound geniessen.

Ich hatte viel von MY SLEEPING KARMA gehört, aber das hatte ich nicht erwartet. Die Jungs haben den großen Saal hypnotisiert. Instrumental, psychedelisch und dabei trotzdem auch noch groovy, das mach' denen mal einer nach. Mein persönliches Highlight des Tages!

Vor BLACK SWARM sollte man sich ein großes Bier kaufen. Oder zwei. Schöner, brutaler Undergroundmetal aus Belgien. Mit DUEL wurde es wieder schön stonerig. Die Jungs aus Austin, Texas, hören sich an, wie eine Tüte auf Acid. Teile von LA MUERTE spielten ja schon am Vortag und so bekam ich ein Soundtechnisches Déjà-vu. LA MUERTE machten schon in den 80ern und 90ern Musik zusammen, lösten sich aber 1994 auf. Nach der Reunion 2015 wurden sie nun auf dem Desertfest willkommen geheißen.

Bei TAU wurde das Publikum erstmal einer Vodka- und Rauchzeremonie unterzogen, bevor der Gitarrist und Sänger seine Schuhe auszog und anfing, "celebraty ethno folk" zu spielen. Zeit für eine Raucherpause, bevor es ein Wiedersehen mit LONELY KAMEL gab. Die Norweger mischen ihren Blues mit klassischem Hardrock und Einflüssen aus den 60ern und 70ern.

Zeit für UNCLE ACID AND THE DEADBEATS! Eingängiger, zweistimmiger Gesang. Dazu einfache Riffs, Gitarrenmelodien und Harmonien ohne Ende. Back to the 70's! Die Engländer sehe ich immer wieder gerne. Zurück in die Doomzone mit CASTLE. Die Beiden aus San Francisco haben 2009 angefangen Melodic Doom mit Heavy Metal Riffs und 70er Rock zu kombinieren. Raus kommt ein eingängiger Sound, der die Füsse auch nicht still lässt (was in der überfüllten Bar gar nicht so einfach war).

SCORPION CHILD aus Austin, Texas - das scheint da die Freakmetropole zu sein - warteten mit "Heavy Acid Rock" auf und weckten das zunehmend weniger und müder werdende Publikum nochmal auf. GOAT startete eine opulente Bühnenshow mit Gewändern und Masken und wieder phantastischer Beleuchtung zu ihrem ruhigen funky tribal Sound. Ich flog wieder. 

TOXIC SHOCK waren zwar schön anzusehen, aber Thrash, Hardcore und Crossover waren jetzt nicht so meins, und so gab es noch Tacco Chips für 5€ und ein letztes Bier, bevor es dann rauf ging zu VODUN. Die überzeugten dann nochmal mit Heavy Sounds und einer sehr schönen Klargesangsstimme.

So. Nach einem 45-Bands-Marathon reichte es auch. Taxi, Hotel, Bett.

Fazit: Ein wirklich tolles Festival in einer quasi perfekten Halle. Es ist so weitläufig, dass man sich ausserhalb der Hallen nicht auf die Füße tritt. Wer Stonerrock mag, sollte dort unbedingt mal hin. Was uns sehr gefallen hat ist das internationale Flair. Man trifft nette Menschen aus ganz Europa. An die belgischen Bier- und Essenspreise muss man sich allerdings gewöhnen. Wir kommen aber nächstes Jahr wieder, da bin ich mir sicher.


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