26.10.2016, Marx Halle, Wien

THE CURE & THE TWILIGHT SAD

Text: bender
Veröffentlicht am 01.11.2016

Vor acht Jahren waren THE CURE im Zuge der Veröffentlichung ihres „4:13 Dream“ Albums das letzte Mal in Wien, danach konnte man sie in Österreich nur noch auf dem Frequency Festival bestaunen. Eine neue Platte haben sie seit damals zwar immer noch nicht herausgebracht, aber das 40-jährige Bandjubiläum ist wohl Grund genug, um noch einmal auf eine ausgedehnte Tour zu gehen. Leider war die ausverkaufte Marxhalle hierfür kein optimaler Austragungsort, da sie für einen solchen Andrang einfach nicht geeignet ist, was dann auch zwangsweise zu endlosen Warteschlangen beim Eingang, den Toiletten und Getränkeständen, sowie der Garderobe geführt hat.

Wer um 20 Uhr also nicht gerade mit Schlangestehen beschäftigt war, der hatte das Glück sich bereits der wirklich überzeugenden Vorgruppe widmen zu können. Die Schotten von THE TWILIGHT SAD haben erst kürzlich mit ROBERT SMITH zusammengearbeitet, und ihr leicht Post-Punk angehauchter Indie-Rock passt von der Stimmung her ohnehin perfekt zum Sound des Headliners. Der leidenschaftliche Sänger konnte mit seiner eigenwilligen Performance, die manchmal schon in Richtung Ausdruckstanz und Pantomime tendierte, auf alle Fälle einen bleibenden Eindruck hinterlassen, und nach nur sieben Songs war der Auftritt dann auch schon viel zu schnell wieder vorbei.

THE CURE wurden danach natürlich gleich frenetisch bejubelt, als sie auf der Bühne erschienen, aber die ersten paar Songs wirkten doch noch etwas steif und wollten keine rechte Stimmung aufkommen lassen. Erst ab dem etwas flotteren „The Walk“ kam die Band so richtig auf Touren, und weitere Highlights wie „Inbetween Days“ und „Lovesong“ konnten das Eis dann endgültig brechen. Die Musiker (unter ihnen auch der langjährige DAVID BOWIE Gitarrist REEVES GABRELS) spielten sich allesamt routiniert und gewohnt stoisch durch ihr Programm, nur der Bassist im Rockabilly Outfit fiel durch viel Bewegung und seine Posen etwas befremdlich auf. Nach 17 Nummern und knapp 90 Minuten Laufzeit war das reguläre Set erstmals zu Ende, aber dennoch hatte man nun erst die Halbzeit erreicht, da noch drei massive Zugabenblöcke folgen sollten. Vor allem der erste Block konnte mit dem großartigen „Burn“ vom THE CROW Soundtrack sowie „A Forest“ überzeugen, während im Folgenden eigentlich nur „Fascination Street“ wirklich herauszustechen vermochte. Ganz am Ende kamen dann noch - von „Lullaby“ über „Friday I`m In Love“ bis hin zu „Boys Don`t Cry“ - gebündelt all ihre wohl bekanntesten Hits, die beim verbliebenen Publikum (ein Teil ist ob der enormen Spielzeit schon vorzeitig abgewandert) noch einmal für mächtig Begeisterung sorgen konnten. Die Band hat auf alle Fälle einen gelungenen Querschnitt ihres Schaffens dargeboten, wobei der Schwerpunkt vor allem auf dem (beinahe zur Gänze gespielten) „Disintegration“ Album lag. Trotz des etwas behäbigen Starts konnten THE CURE wohl die meisten ihrer Anhänger begeistern, auch wenn nicht alle die kompletten drei Stunden durchgehalten haben, und für viele noch eine weitere Stunde in der Schlange an der Garderobe folgen sollte.

Setlist (ohne Gewähr):

  • 1. Plainsong
  • 2. Pictures Of You
  • 3. Closedown
  • 4. High
  • 5. A Night Like This
  • 6. The Walk
  • 7. The Baby Screams
  • 8. Push
  • 9. In Between Days
  • 10. Sinking
  • 11. Charlotte Sometimes
  • 12. Lovesong
  • 13. Just Like Heaven
  • 14. Primary
  • 15. From The Edge Of The Deep Green Sea
  • 16. Prayers For Rain
  • 17. Disintegration
  • Zugabe 1:
  • 18. It Can Never Be The Same
  • 19. Want
  • 20. Burn
  • 21. A Forest
  • Zugabe 2:
  • 22. Shake Dog Shake
  • 23. Fascination Street
  • 24. Never Enough
  • 25. Wrong Number
  • Zugabe 3:
  • 26. Lullaby
  • 27. Hot Hot Hot!!!
  • 28. Friday I'm In Love
  • 29. Boys Don't Cry
  • 30. Close To Me
  • 31. Why Can't I Be You?

 


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