22.10.2016, ((szene)) Wien, Wien

Fuzzfest Vienna 2016 Tag 2

Veröffentlicht am 06.11.2016

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Der zweite Tag des FUZZFESTs versprach durch den Headliner eine ausverkaufte ((szene)), die am Vorabend gerne noch ein wenig gefüllter hätte sein können. Doch an diesem Abend waren wirklich alle Stoner-Rock Fans und auch Mitglieder von Bands wie den umtriebigen MONSTERS OF THE ORDINARY, die bald ihr drittes Album veröffentlichen werden, vor Ort. Schon zum frühen Beginn der ersten Band COJONES um 19:00 Uhr gesellten sich viele Besucher in die Konzerthalle, ein paar - mich eingeschlossen – schafften es „Abendessensbedingt“ leider erst zur zweiten Band. Deshalb übergebe ich schnell mal an Kollegen Kalti. [Florian Rosenberger]

Während Kollege Rosenberger noch bei Freunden einen Schweinsbraten oder ähnliche deliziöse Dinge zu sich nahm, trieb es meine Wenigkeit schon zu früher Stunde an den Veranstaltungsort. Im Gegensatz zum Vortag, war bei der ersten Band COJONES die Halle schon gut gefüllt. Man musste feststellen, dass sich jetzt schon mehr Leute eingefunden hatten, als am Vortag bei der letzten Band GREENLEAF noch übrig geblieben sind. 
Der Name ist Programm und so traten COJONES auch mit Eiern in der Hose auf. Fetter, groovender Stoner Rock gleich zu Beginn des zweiten Fuzzfest Tages. Da wundert es Niemanden, dass solch eine Anzahl von Leuten den Weg in die Halle gefunden haben um die Kroaten abzufeiern. [Kalti]


WE HUNT BUFFALO

Die mir bis zu diesem Tage unbekannten WE HUNT BUFFALO aus Kanada standen dann auf dem Programm und wussten sehr zu gefallen. Das geniale Intro „Ragnarock“ und das lässige „Back to The River“ vom aktuellen Album „Living Ghosts“ trafen voll meinen Geschmack. Generell wurden bis zur Ausnahme des EP-Titeltracks „Blood From A Stone“ und dem coolen KYUSS Cover „Thumb“ nur Songs des Album-Zweitlings gespielt – das Debüt somit komplett ausgespart. Gerne hätte ich WE HUNT BUFFALO noch länger gelauscht: Die Riffs überrollen einen nur so und auch die Stimme von Frontmann Ryan Forsythe gefällt. Definitiv eine Bereicherung des Genres, die gerne mit RED FANG und Konsorten wieder auf Tour gehen dürfen.

Durch das reichliche Freundesaufkommen und die Nachbesprechung des ersten Konzertabends muss ich auch für die Steirer WITCHRIDER von „meinem“ Fotografen berichten lassen: [Florian Rosenberger]

Mit TRUCKFIGHTERS und WE HUNT BUFFALO auf Tour zu sein hat schon was. Dabei verstecken brauchen sich WITCHRIDER definitiv nicht. Die Grazer, die seit 2012 existent sind und mit einem full-length-Album und einer EP im Gepäck durch die Lande ziehen, lieferten einen geniale Show ab. Fetter Sound, super Ansagen zwischendurch (auch mal in leichtem, für Wiener verständlichen Steirisch) und geiles Riffing lassen den Kopf nur so wippen, da kann man dann auch nicht widerstehen und muss fast die Vinylsammlung erweitern.[Kalti]


WITCHRIDERS

Zu PARASOL CARAVAN war ich aber wieder zur Stelle, beeindruckten mich die Linzer ja schon einige Male. Den Auftritt am LAKE ON FIRE 2015 habe ich unter anderem aufgrund meines Bierkonsums zugegebenermaßen nur peripher mitbekommen. [Anm. d. Lekt: Schande über dich!] Spätestens nach dem Release des aktuellen Albums „Para Solem“ und den Berichten über das phänomenale Konzert auf der „Panta R&E“-Label Night im letzten Jahr, wo sie die ((szene)) in Schutt und Asche gelegt hatten, standen PARASOL CARAVAN auf meiner „Concerts To Go-Liste“. Das Konzert in meiner Heimatstadt Steyr im Frühjahr im „Röda“ war dann wohl das Beste, was in dieser Stadt je stattgefunden hatte (ROCKODILE-Konzerte ausgenommen).

Im letzten Jahr wurde also die ((szene)) nach dem Abriss von PARASOL CARAVAN wieder aufgebaut, was man sich hätte sparen können, denn was die Stoner Rocker an besagtem Abend wieder mal vom Stapel ließen, kam schon fast dem Armageddon gleich. Neben den musikalischen Fähigkeiten, dem lässig-relaxten Drumspiel von Vincent Böhm, den coolen Gitarrenriffs und -melodien des Gitarrenduos Kolar und Reikersdorfer, der fett wummernde Bass und der vielleicht genialsten Stoner-Rock Stimme von Alex Kriechbaum seit einem John Garcia, war die Spielfreude, die das Quartett am Abend an den Tag legte, unglaublich.

Stimmlich ließen sich auch Parallelen zu Michael Poulsen von den kommerziell sehr erfolgreichen VOLBEAT erkennen, was die Linzer in höhere Sphären katapultieren sollte. Absolut internationales Niveau, das PARASOL CARAVAN mindestens Europa, wenn nicht die ganze Welt erobern lassen wird. Ich werde wohl in Zukunft kein Konzert der Linzer in der Gegend mehr auslassen und würde dies jedem Stoner Rock Fan wärmstens ans Herz legen.

Nach dem fulminanten Auftritt von PARASOL CARAVAN war ich bereits mehr als zufrieden mit der musikalischen aber auch meiner alkoholischen Bedienung des FUZZFESTs. Somit verkam die Show der TRUCKFIGHTERS für mich mehr zur Zugabe als zum Headliner-Konzert. Es waren eh genug Fans anwesend, die die Schweden vom Beginn bis zum Ende durchgehend abfeierten. Dem Publikum wurde an diesem Abend von dem fetzigen Opener „Mind Control“ des letzten Albums „Universe“, über das wummernde „Atomic“ vom 2007er Werk „Phi“, das atmosphärische „Last Curfew“ vom Nachfolger „Mania“ und „Desert Cruiser“ vom eigentlichen Debütalbum „Gravity X“ fast alles geboten, was das Fanherz begehrte. Das neue Album „V“ wurde unter anderem mit dem brachialen „Hawkshaw“ eingebracht.


PARASOL CARAVAN

Die Bühne wurde vor allem von Gitarristen „Dango“ in Beschlag genommen, der durchgehend - wie ein tollwütiges Känguru – hüpfte, was der Bühnenboden hergab. Mich würde es nicht wundern, wenn die Band beim nächsten ((szene))-Konzert durch die Bühne krachen würde. Das Gehüpfe zeigte zwar die energetische Komponente der Band, ging mir aber nach einer gewissen Zeit mächtig auf die Nerven. Da ich generell kein Fan von kurzen Hosen auf Bühnen bin und das Känguru auch noch seinen drahtigen Oberkörper präsentieren musste, war mir die hyperaktive Performance irgendwann zu Viel des Guten. Sympathiepunkte sammelte bei mir eher Sänger und Bassist „Ozo“, der bodenständiger agierte. Der im Hintergrund werkende Schlagzeuger „El Danno“ sorgte für den richtigen Rumms und ordentlichen Groove, den man den TRUCKFIGHERS nicht abschlagen kann.

Zusammengefasst bin ich von der Veranstaltung an sich vollends begeistert, sie darf gerne wiederholt werden. Die Stoner-Rock-Szene würde ja genug Bands hergeben, die Location ((szene)) zeigte sich zwar auch von ihrer besten Seite, vielleicht wäre die Arena mit dem „Dreiraum“ und der „Kleinen Halle“ eine Alternative, damit man den Festival-Charakter ein wenig gerechter wird, da es doch eher zwei Konzertabende mit je fünf Bands waren als ein Get-Together wie beim „Desertfest“ Berlin und London. Aber egal, wie die nächste Version des FUZZFESTs aussehen wird, wir werden definitiv wieder dabei sein! [Florian Rosenberger]


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