19.11.16, Festhalle Frankfurt, Frankfurt

RED HOT CHILI PEPPERS

Text: fg | Fotos: fg
Veröffentlicht am 23.11.2016

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Mann Oh Mann!!! Wie lange ist es her, als uns die RED HOT CHILI PEPPERS das letzte Mal mit ihrer Musik beglückt und beehrt haben? Die Schublade der Erinnerung im Kopf lässt sich nicht öffnen. Ergo, kommt bei allem Nachdenken kein Ergebnis zustande, was sich hier in der Festhalle in Frankfurt als zweitrangig erweist. Denn das Hier und Jetzt steht im Vordergrund und die Gedanken waren wie weggeblasen als RED HOT CHILI PEPPERS die Bühne enterten und die Augen und Ohren belebten. Ab diesem Zeitpunkt spielten Zeiträume, was wann, wo gewesen ist, keine allzu große Rolle mehr. Man weiß es nicht genau, aber schätzungsweise 4 – 5 Jahre waren es bestimmt. Warum man hier von Glück sprechen kann, lässt sich Anhand eines Zitats aus Baltasar Gracians Buch „Handorakel und Kunst der Weltklugheit“ entlocken: „...Übersättigungen an Glück sind tödlich...“ Das impliziert einem auf anderem Wege, dass gute Musik Glück ist, und nicht tödlich. Warum? Diese Frage lässt sich genauso beantworten: Die RED HOT CHILI PEPPERS spielen nicht in einem kurzen, aufeinander folgenden Rhythmus, jedes Jahr, ihre Konzerte in Deutschland; weshalb wohl auch die meisten davon ausverkauft sind. So war es dementsprechend auch in der Frankfurter Festhalle. Man könnte daraus schlussfolgern, dass der Hunger auf gute Musik als ein äußerst glücklicher Zustand beschrieben werden kann. Von daher gibt es keine Übersättigung(en), die einem die Langeweile in die Knochen treibt. Man kann auch auf hohem Niveau jammern, das wäre im Falle der Band mehr als angemessen, ein Loblied sozusagen. Außerdem kam es einem so vor, dass die Zugabe als Erstes gespielt worden ist und das bekannte Pferd von hinten aufgezäumt wurde. Aber bitte eins nach dem anderen.

Das Set startete mit "Can’t Stop" und die Festhalle verwandelte sich von da an in einen Chor. Als dann noch "Otherside" angestimmt wurde, brach ganz sicher auch bei den allerletzten Besuchern das Eis. Das i-Tüpfelchen gab es mit dem Klassiker "Snow (Hey Oh)". Die Hitliste der PEPPERS ist ellenlang und man hätte das Musikbegeisterte Volk allein schon damit füttern und ernähren können. Aber ohne „Dani California“, ohne „Scar Tissue“ & ohne „Under The Bridge“ sind die RED HOT CHILI PEPPERS und das Publikun an diesem Abend ausgekommen. Allein dieses Potential an Songs, wären 100%ige Nummern zum Mitsingen, Mitgrölen und einer enormen Endorphineausschüttung für ein ohnehin bereits berauschtes Publikum gewesen. Was will man mehr? Auf der einen Seite gibt es Verzicht auf Nichtgehörtes, auf der anderen Seite eben etwas neues Gehörtes. Die Band ist dafür bekannt nicht jeden Abend die gleiche Setlist zu spielen. Das Repertoire ist einfach dermaßen immens. Dieser Abend beruht nätürlich nicht nur auf den Songs, mit denen RHCP bekannt geworden sind. Die Lieder des neuen Albums jedoch lassen die Stimmungsbarometer der „altbackenen“ Fans förmlich absacken. Wahrlich aus Gewohnheit. Lediglich „Dark Necessities“ passt bis hier ins Soundgefüge und hält noch gut mit dem Anfang des Abends mit. „Go Robot“ oder „Goodbye Angels“ verstreuen eher eine Aura eines lockeren Feelings und den Eindruck, dass dies eher Eintagsfliegen sind, die ziemlich schnell ad acta gelegt werden können. Sie wollen nicht so recht in das Muster an gewohnter Musik der RCHP fallen. In die Merkliste des Gehirns müssen diese beiden Lieder beleibe nicht aufgenommen werden. Auf den ohrenbetäubenden und euphoriesierenden Jubel zum Ende des Stückes „Dark Necessities“ streuten sich, wie zwischendurch immer wieder zu hören war, Improvisationen des Bassisten mit ein. Und dann kam wohl mit Abstand der härteste Song dieses Abends. Mit "Me & My Friends" gelang der Sprung zurück zu den Wurzeln und den Anfangstagen der RED HOT CHILI PEPPERS.

Der Abend wurde fast schon natürlich, als wäre es nichts, mit „Give it away“ nach knapp 90 Min beschlossen und dieses Konzert geht genauso in die Annalen der Geschichte ein, wie die vorherigen Konzerte von RHCP auch.

Man sagt, um einen Sahnetag zu erwischen, muss alles passen, im Allgemeinen: „Da müssten sämtliche Feiertage (Ostern, Pfingsten & Weihnachten) auf einen Tag fallen“. Um es kurz zu fassen, solch einen Tag hat es in Frankfurt gegeben. Man kann sogar von einem Sahnetag mit Häubchen sprechen


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