04.03.2017, Grugahalle Essen, Essen

KREATOR & SEPULTURA & SOILWORK & ABORTED - Homecoming-Show

Text: inhonorus
Veröffentlicht am 08.03.2017

Der Nacken schmerzt. Der Körper ist geschwächt. Die Ohren immer noch taub! So fühlt man sich am Tag 1, nachdem die KREATOR/SEPULTURA-Dampframme über einen hinweg gezogen ist. An diesem Samstag enterten die Ruhrpott-Thrash-Götter und die brasilianische Thrash-Legende die Grugahalle in Essen. Für KREATOR war es sprichwörtlich eine Homecoming-Show der besonderen Art und Weise – immerhin spielte man zum ersten Mal in seiner Bandhistory in der Legendären Grugahalle!

 

SOILWORK:

Doch der frühe Samstagabend fing dabei noch recht melodisch an. Nachdem um kurz nach 18 Uhr die belgische Death-Metal-/Death-Core-Kapelle ABORTED den Startschuss gaben, folgten nach gut einer halben Stunde Spielzeit (die der Rezensent leider wegen dem am Wochenende im Ruhrpott schon zum Standard gehörenden Bahnverspätungen leider verpasst hat) die schwedischen Melodic Deather von SOILWORK. Da SOILWORK schon seit langem neben IN FLAMES, AT THE GATES und DARK TRANQUILLITY zu den stilprägenden Bands des Genres gehören, verwundert es nicht weiter, dass die Grugahalle schon rappelvoll war. Die Ränge waren gut besetzt und der Innenraum proppenvoll. Doch es gab auch die Metalheads, die ausschließlich für das Thrash-Duo angereist waren. So tummelten sich, während SOILWORK die Grugahalle mit ihrem Melo-Death heimsuchte, noch einige dutzend Metalheads im Vorraum und bereiteten sich mit dem ein oder anderen Stauder-Pils auf das Konzert vor. Die Soundabstimmung bei SOILWORK war großartig. Die Lichteffektspielereien gelungen. Und so spielten sich SOILWORK querbeet durch ihre Diskografie. Songs wie „The Ride Majestic“, „The Living Infinite I“ oder „Late for the Kill, Early for the Slaughter“ durften ebenso wenig fehlen wie die Klassiker „Nerve“ oder „Stabbing the Drama“. SOILWORK heizten das Publikum gekonnt ein und übergaben ein durchweg eingestimmtes Publikum an die brasilianische Thrash-Keule.

 

Setlist

The Ride Majestic
Nerve
Rise Above the Sentiment
Bastard Chain
The Living Infinite I
Two Lives Worth of Reckoning
Late fort he Kill, Early for the Slaughter
Stabbing the Drama

 

SEPULTURA:

Gegen 20 Uhr war es für viele dann endlich auch soweit und mit SEPULTURA stand das erste große Highlight des Abends auf dem Programm. Und wer hätte heute nicht besser auf Mille & Co einstimmen können als die Speerspitze des brasilianischen Thrashs? SEPULTURA brachten mit „Machine Messiah“ auch gleich ihr brandaktuelles Album mit, das zwar nicht an alte Cavalera-Großtaten heranreicht, aber vielleicht das stärkste Album der Green-Ära geworden ist. Und so bestand die Setlist des Abends zum einen Teil aus neuem „Machine Messiah“-Material und zum anderen aus alten Klassikern. Auch nach all den Jahren hörte man noch immer, dass sich Metalheads über Cavelera unterhielten. Ja, auch heute noch ist der gute alte Max bei SEPULTURA-Auftritten anscheinend immer noch allgegenwärtig. Mit „I Am The Enemy“ vom neuen Output startete man auch – wie zu erwarten war – aggressiv in den Auftritt. Die Nummer zündete sofort und riss das Publikum ab dem ersten gefallenen Akkord mit. Mit „Phantom Self“ und „Resistant Parasites“ setzte SEPULTURA nochmal einen drauf. Doch gerade bei den alten Songs wie „Inner Self“, „Arise“ oder „Refuse/Resist“ brachte der Tharsh-Mob die Grugahalle beinahe zum Einstürzen. So setzten auch bei „Inner Self“ passenderweise die ersten Crowdsurfer-Aktivitäten des Abends ein. Ein kleiner Geschmack auf das, was da noch bei KREATOR kommen sollte. „Ratamahatta“ looste zwar etwas ab und wurde vom Publikum nicht ganz so wohlwollend aufgenommen wie beispielsweise ein „Arise“, doch „Roots Bloody Roots“ gab den Metalheads dann wieder genau das, was sie wollten. SEPULTURA legten ein astreinen Auftritt hin – wie gewohnt mit Headliner-Qualitäten – und die Grugahalle war schon jetzt mehr als am Brodeln.

 

Setlist

I Am the Enemy
Phantom Self
Resistant Parasites
Inner Self
Arise
Refuse/Resist
Ratamahatta
Roots Bloody Roots

 

KREATOR:

„Schon seit ich in den 80ern JUDAS PRIEST live in der Grugahalle gesehen habe, wollte ich hier spielen und den größten Moshpit in der Geschichte der Grugahalle auslösen“ so Mille während des Konzerts. Und eines steht definitiv fest: dieser langersehnte Traum des KREATOR-Frontmanns ist wahrlich in Erfüllung gegangen. Schon bei den ersten Riffs von „Hordes Of Chaos“ wurde die gesamte Grugahalle in den reinsten Moshpit verwandelt – und das die gesamte Setlist durch. Der bis dato am längsten dauernde Moshpit, dem der Rezensent beiwohnen durfte. Highlight der ganzen Mosh-Pit-Sause war dann obenrein der wahrscheinlich größte Circle-Pit, den die Grugahalle jemals miterleben durfte. KREATOR-Mille rief während des Gigs dazu auf, dass er vom Anfang der Bühne bis zum letzten Winkel der Halle eine Schneise haben und den größten Mosh-Pit der Grugahalle erleben wollte – und so kam es. „Chaos… Everyone against everyone… CHAOOOS!“ wie zutreffend!
KREATOR brachten mit „Gods Of Violence“ ebenfalls ihr brandaktuelles Album mit, das schon jetzt zu den Top-Thrash-Platten des Jahres gehört. Songs wie „Satan Is Real“, „Phantom Antichrist“, „People Of The Lie“, „From Flood Into Fire“, „World War Now“ oder auch ganz altes Material wie „Extreme Aggression“, „Flag Of Hate“, „Under the Guillotine“ und „Pleasure to Kill“ ließen die 5000 Zuschauer keine Minute zum Verschnaufen. Für KREATOR war dies eine ganz spezielle Homecoming-Tour, die bei vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird. Und vielleicht folgt nächstes Jahr sogar die Fortsetzung, denn der KREATOR-Frontmann erklärte während der Abriss-Veranstaltung, dass es eine Ehre sei, in der Grugahalle zu spielen und "wer weiß, vielleicht endet unsere Tour ab jetzt ja jedes Mal in der Grugahalle, wenn ihr nur alle kommt." Das lasse ich mal völlig unkommentiert… freuen würden sich wahrscheinlich Dutzende, und wiederkommen auch. Ein unsterblich geiler Auftritt von Mille & Co!

 

Setlist

Hordes Of Chaos
Phobia
Satan Is Real
Mars Mantra
Phantom Antichrist
Gods Of Violence
Fallen Brother
People Of The Lie
Enemy Of God
From Flood Into Fire
Apocalypticon
World War Now
Hail to the Hordes
Extreme Aggression
Violent Revolution
Flag Of Hate
Under the Guillotine
Pleasure to Kill


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