6.3.2017, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer, Wien

GOTTHARD & PRETTY MAIDS

Veröffentlicht am 13.03.2017

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Dieses Hardrock-Package kann sich sehen lassen: zwei Bands mit jahrzehntelanger Erfahrung und entsprechenden Erfolgen, und beide bringen aktuelle Topalben mit. Die Dänen PRETTY MAIDS mit „Kingmaker“ und die Schweizer Rocklegende GOTTHARD mit „Silver“. Die Ingredienzien für eine außergewöhnliche Rockparty waren also gegeben und das fast ausverkaufte Gasometer entsprechend vorbereitet.

Eröffnen durften (oder besser: mussten) die dänischen Veteranen, und taten das bestens vom ersten Ton an. Mit „Mother Of All Lies“ begann ein Set, das die ganze erstaunliche Karriere des Danish Dynamite seit 1984 abdeckte. Nachdem die PRETTY MAIDS und auch GOTTHARD bei der laufenden Tour mit den Drummern Probleme hatten, war ich gespannt, wer diesmal hinter der Schießbude Platz genommen hatte. Beim München-Gig war Allan Tschicaja erkrankt, aber Ronnie und Ken reagierten professionell und ließen ihren früheren Zeugler Michael Fast einfliegen. In Wien war wieder Allan wieder mit von der Partie, und das unüberhörbar, für meine Gefühle sehr laut und dominant, sodass vor allem die Keyboards etwas untergingen (vielleicht stand ich auch auf der falschen Seite im Saal). Ansonsten gab’s beim Auftritt von PRETTY MAIDS nichts zu meckern, auch das Publikum kam schnell in Fahrt. Ein Highlight jagte das nächste, keine ausufernden Soli oder andere Egospielchen störten den Spielfluss, die Songauswahl war perfekt, auch wenn beileibe nicht alle Tophits untergebracht werden konnten. Angesteckt durch die Spielfreude gingen die Fans von Beginn an mit und sie erwiesen sich auch sehr textsicher. Obwohl schon 30 Jahre auf dem Buckel, waren wie immer „Love Games“ und „Future World“ würdige Rausschmeißer nach dem einstündigem Set, und mit Recht wurden die Mannen um Frontman Ronnie Atkins und dem recht füllig gewordenen Ken Hammer abgefeiert.

Setlist
01. Mother Of All Lies
02. Kingmaker
03. Face The World
04. Rodeo
05. I.N.V.U.
06. Bull’s Eye
07. Little Drops Of Heaven
08. Back To Back
09. Red, Hot And Heavy
10. Love Games
11. Future World

 

Nach einer erstaunlich kurzen Umbaupause ließen sich die Headliner nicht lange bitten, um ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum zu zelebrieren. Die Bühnendeko bestand diesmal nur aus großen silbernen Buchstaben (SILVER) und mit dem Titelsong des neuen Albums ging’s gleich in die Vollen, im wahrsten Sinne des Wortes. Nämlich so lautstark, dass es einen fast umblies. Dies blieb das ganze Konzert so. Den Die Hard-Fans ganz vorne war’s egal, sie sangen begeistert mit und reagierten auf jede Geste der Band enthusiastisch.

Weiter hinten im Gasometer musste man sich mit Ohrenschützern helfen, sodass man die wirklich tollen Melodien und Songs der Schweizer Legende auch genießen konnte. Geboten wurde eine kompetente Auswahl aus 25 Jahren bodenständigem Hardrock. Im Mittelpunkt neben den Gründungsmitgliedern Marc Lynn und Leo Leoni der Sänger Nic Maeder, der sich sehr selbstbewusst aus dem langen Schatten des unvergesslichen Steve Lee lösen kann. Aushilfsdrummer Dani Loeble (HELLOWEEN) macht seine Aufgabe äußerst routiniert und souverän. Sehr beeindruckend das Akkustikset mit „One Life, One Soul“, „Let It Be“, „Angel“ und „Heaven“, letzteres natürlich Steve Lee gewidmet.

Langeweile lassen GOTTHARD nicht aufkommen, die unvermeidlichen Soli werden nicht in die Länge gezogen, lediglich das Einschlagen auf den Bass von Marc mit den Drumsticks können sie sich sparen, das war nur unangenehmer Lärm. Die Begeisterung war trotzdem groß und blieb auch bis zum Schluss erhalten. Entgegen anderen Konzerten der Tour gab es diesmal vier Zugaben, sodass die Fans sehr befriedigt in die Simmeringer Nacht entlassen wurden. Ich freue mich auf die nächsten 25 Jahre, vielleicht mit etwas geringerer Lautstärke!

Setlist
01. Silver River
02. Electrified
03. Hush
04. Stay With Me
05. Mountain Mama
06. Remember It’s Me
07. Feel What I Feel
08. Sister Moon
09. What You Get
10. One Life, One Soul
11. Let It Be
12. Angel
13. Heaven
14. Miss Me
15. Firedance
16. Top Of The World
17. Lift U Up

18. Standing In The Light
19. Come together                                                                                                      

20. All We Are

21. Anytime, Anywhere


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