18-03-2017, Rockhouse Laakirchen, Laakirchen

Metal For Jakob & Emily

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 21.03.2017

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Bereits im Vorjahr waren wir bei dem, inzwischen zur Kult-Veranstaltung gewordenen, Benefiz-Event unseres Redakteurs Manuel Ennser „Rock for Jakob“ zugegen. Auch in diesem Jahr wird wieder mit harten Klängen für den an Lissenzephalie und Epilepsie leidenden Jakob um Spenden geworben. Auch die kleine Emily, die an einem Herzfehler, einem neu entstandenen Gendefekt, sowie am Kleefstrasyndrom leidet, wird mit den Einnahmen der Veranstaltung, sowie des zuvor stattfindenden Metal-Flohmarktes unterstützt.

Bereits der am Nachmittag stattgefundene Metal-Markt präsentierte sich als gut besucht und auch das abendliche Konzert im Rockhouse Laakirchen konnte auf starkes Besucheraufkommen, das die kleine, gemütliche Location gut ausfüllte, zählen. Die Spendenbox am Eingang wurde anständig gefüllt, während drinnen ein Quartett aus der kernigeren Metal-Ecke dem Publikum ordentliche Riff-Bretter vor die Birnen knallte.

 


Jungspund-Thrash mit Oldschool-Attitude

Bereits zum Auftakt ließen sich CHAINBREÄKER nicht lumpen und ballerten aus vollen Rohren. Der Vierer aus Linz mochte dabei so manchen Anwesenden ordentlich zu überraschen, ließen Herren doch, trotz durchwegs jugendlichem Alter, hohe spielerische Klasse durchblitzen. Klassischer, 80er-lastiger Thrash/Speed bretterte durch die Anlage im Rockhouse und tackerte so Manchem ein ordentliches Grinsen ins Gesicht. Auch optisch wirkten die Vier wie direkt den 80ern entsprungen – hautenge Hosen, Patronengurte und weiße Turnschuhe – CHAINBREÄKER haben den straighten Thrash nicht nur musikalisch, sondern auch optisch verinnerlicht. Lässige Kracher wie „Oldschool Attitude“ oder „Acid Attack“ unterstützten den positiven Eindruck der jungen Linzer – auch die witzige Einlage mit zum Zwecke der prompten Leerung ins Publikum gereichten Bierkrug beim TANKARD-Cover „(Empty) Tankard“, kam gut an (auch wenn sich der Krug nicht schnell genug leeren wollte... Leuteee, keine Lust auf Bier? Was ist los?!) und machte aus CHAINBREÄKER einen perfekten Opener. Diese Burschen sollte man sich schon einmal vormerken.

Setlist:
Bestial Execution + Mind Control + Party Crasher + Oldschool Attitude + Awakening Of Evil + Breaking The Chains + Blood For Blood + Empty Tankard (TANKARD Cover) + Acit Attack

 


Todesmetallischer Hobbit - noch immer hasserfüllt

Jungspunde vs. altgediente Recken – die nächsten im Reigen waren RAPTURE aus Bayern. Der dem Stormbringer-Schreiberling bereits vom Vorjahr bekannte Death-Metal-Hobbit feierte seine Rückkehr auf österreichischen Boden und zeigte sich hasserfüllt wie eh und jeh. Die knackigen Schwedentod-Walzen der seit 1992 dienenden Bayern rollten durch das Laakirchner Rockhouse und die zwischen Wahnsinn und purem Entertainment pendelnde Performance eines entfesselt agierenden, bloßfüßigen Fronters schien einige Leute durchaus zu verstören – verkrochen sich doch so manche Zuseher recht weit hinten in der ohnehin kleinen Location. Zum richtig heftigen Abgehen hatten die Instruentalisten von RAPTURE leider nur sehr wenig Platz auf der Bühne, die sich als ziemlich beengt für eine fünf Mann starke Band erwies. Doch die Bayern machten das Beste aus dem geringen Platzangebot und zockten sich Kollisionsfrei und mit sichtlichem Spaß durch ein Mörderbrett von Set. Kranker Schwedentod mit augenzwinkernder Performance – da passt der Lack! Man kann auch auch Grinsen, während man den Zuhörern zu Liebesliedern wie „Zombie Queen“ einen gepflegten Scheitel zieht...

Setlist:
Psycho Masters + Maxima Ormiga + Have Fun! Now! + Zombie Queen + Road Dream + Temple Of The Pieces + Less Human Than Human + Hotel Paradise

 


Zwei-Mann-Zerstörung

Nach der Annihilation durch die Nachbarn, durfte das heimische Zwei-Mann-Abrisskommando HECKSPOILER sodann die Reste zusammenkehren. Alles was sie dafür brauchten, um dem zahlreichen Publikum einen ordentlichen Arschtritt zu verpassen, waren ein Bass und ein Schlagzeug. Dazu eine Portion ordentlicher Wut im Bauch, die mit Nachdruck hinausgeschrien wurde und schon hatten HECKSPOILER das Publikum fest an den Eiern, öhm, fest im Griff. Ganz klar – Power-Duos sind momentan voll im Trend, wie die euphorischen Reaktionen der Besucher bewiesen. Trotz rotzig-punkiger Attitüde kam man jedoch nicht umhin zu bemerken, dass zur Oberliga ähnlich gelagerter Acts wie wie WHITE MILES und MANTAR, oder auch BÖLZER aus der härteren Ecke, noch ein Respektabstand bestand. Das lag wohl zum einen an der eher kreischigen, wenig ausdrucksstarken Stimme, die auch durch den satteren, basslastigeren Sound nicht ganz aufgeworgen wurde, wiewohl auch an der Tatsache, dass die durch rohe Energie erzeugte Atmosphäre vergleichbarer Duos hier nicht so recht herauskommen wollte. Die Zuseher störten sich daran aber am allerwenigsten und gingen zu HECKSPOILER trotzdem ganz gewaltig ab.

 


Abrissbirne fortgeschrittenen Alters - rüstig, nicht rostig!

Wer noch Kraft hatte, der schüttelte sich hernach zu MORBID BREED noch das Resthirn aus dem Schädel. Die eigentlich schon seit 2011 aufgelösten Vorchdorfer hatten sich extra für den guten Zweck noch einmal zusammengefunden, um hier in Laakirchen zur Freude der zahlreichen Besucher noch einmal nach Herzenslust zu lärmen.  Ähnlich wie RAPTURE zuvor, mussten sie zu Fünft ein Auslangen auf der kleinen Bühne finden – etliche verhedderte Kabel der beiden agilen Shouter inklusive. Gröbere Kollisionen konnten nicht verortet werden, dafür wurde alles zu diesem Zeitpunkt noch aufrecht stehende, von den Oldschool-Todesmetall-Walzen, die die Truppe aus dem Archiv geholt und gründlich entstaubt hatte, geplättet. Hie und da konnten natürlich, aufgrund der teils längeren Bühnenabstinenz, ein paar Unstimmigkeiten verortet werden, doch jene gingen in der Begeisterung des Publikums und den fetten (übrigens wie alle Bands des Abends überraschend gut abgemischten) Klängen unter. Markerschütterndes Growling, knackiges Riffung (vom Vater des kleinen Jakob an der Gitarre) und wummernder Bass, während Kollege Manuel Ennser (gleichzeitig, wie erwähnt, Organisator des Konzertes) schweißtriefend den Altherren-Blastbeat aus dem Drumset prügelte – so muss das!

Setlist:
Feces/Messenger Of Death + Necrophiliac + Desecration/Cold Blooded Bitch + Legacy + Pleasure + No Compromise + Hatred Unknown + Grind Massacre + Claustrophobic

 

Auch mit Klängen der jungfrauenabschlachtenden Sorte kann man gehandicapten Kindern helfen – das beweist Kollege Manuel mit seiner „Rock/Metal for Jakob“-Eventreihe jedes mal wieder aufs Neue. Ein Projekt, das auch wir von Stormbringer nur allzu gerne unterstützen! Auf diesem Wege möchten wir im Namen des Organisators allen Leuten, die für Jakob und Emily gespendet haben, ein großes Dankeschön aussprechen!

Eine erweiterte Fotogalerie des Konzertes findet ihr auf der Facebook-Seite von Images Of Pain And Pleasure.

Die nächste Gelegenheit für eine kleine Spende mit einem amtlichen Paket an tollen Bands belohnt zu werden, ist am 1. April im Mezzo Ohlsdorf. Dort geht die Rock-Version für Jakob und Emily über die Bühne, mit AUSTROFRED, HACKMONOCUT, AUSTRIAN BLUES COMBO und INSÖRT.


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