05. 04. 2017, Backstage (Werk), München

ARCH ENEMY & LACUNA COIL & THE HAUNTED

Veröffentlicht am 01.05.2017

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Die Stormbringer-Sektion Oberösterreich machte sich auf den Weg nach München, um sich eine Prise Death Metal zu holen. Also auf ins "Backstage", wo sich THE HAUNTED, LACUNA COIL und schließlich ARCH ENEMY die Ehre gaben.

So lasse man den Abend anrollen:

THE HAUNTED machte den Anfang. Das Werk füllte sich nur langsam, selbst als Band in Trash-Melodicdeath-Manier den Abend eröffnete. Frontman Marko legte sich zwar ins Zeug, nur war es schnell ersichtlich, dass es ein harter Anfang sein wird. Nach drei Songs und nach dem Fotogewitter, war irgendwie die Luft raus. Pulver zu schnell verschossen? Oder macht sich die Tour bemerkbar? Man kann nur mutmaßen. Marko gab jedoch nicht auf und gab weiter Stoff. Leider war es dem Ende zu eher ein musikalischer Brei, als eine perfektionierte Performance. Auch waren nur eine handvoll Metaller dazu bereit, ordentlich abzubangen.

Nach einer Verschnaufpause und kurzer Frischluftzufuhr ging es weiter mit Runde zwei: LACUNA COIL - aber Tapetenwechsel für mich, mir war kalt und zog mich mal in den Fotograben zurück.

Zu LACUNA COIL stürzte sich Kollege Alex S. in die Fotografenschlacht, womit der Beobachter- und Berichterstatter-Teil dem anderen Teil des Stormbringer-Duos zufiel. Das war im Falle von LACUNA COIL, durch Kriegsbemalung und einheitlichen Zwangsjacken-Look, eine optisch ansprechende Sache, doch musikalisch lief es für die Italiener so gar nicht rund. Zum Einen mussten sie ebenfalls mit relativ schlechter und vor allem unausgewogener Soundqualität ein Auslangen finden, zum Anderen stellte der stilistisch inzwischen recht umfangreiche Gothic Metal von LACUNA COIL das Publikum vor einige Schwierigkeiten. Vor allem die im mittleren Drittel deutlich softer werdenden Songs mochten zwar die anwesenden Damen zu entzücken, aber entlockten dafür den zahlreichen männlichen Metalheads, die sich bereits auf die blauhaarige Amazone freuten, so manches gelangweilte Gähnen. Zwar gab es an der Performance von LACUNA COIL nichts auszusetzen, doch gesanglich lag so manches im Argen. Sofern man die Vocals des Gesangsduos gut vernehmen konnte - der Herr der Schöpfung war oft schon zu weit im Hintergrund - blieb vor allem die kreischig und bemüht wirkende Stimme von Sängerin Cristina Scabbia unangenehm im Ohr haften. Kraftlos und schrill im Vergleich zu der durchaus gelungenen aktuellen Scheibe "Delirium", konnten LACUNA COIL ihr an und für sich solides Songmaterial leider live so gar nicht adäquat umsetzen. Schade. [Anthalerero]

Teil 3: ARCH ENEMY - wieder zurück aus dem Graben

Zeit für Schlumpfinchen! Seit dem Abgang von Angela und das Debüt von Allisa ist das Thema ARCH ENEMY ein oft diskutiertes. Die einen lieben Alissa, die anderen wendeten sich ab. Gerechtfertigt?

Der Auftakt von Alissa war geprägt von einem weiten Sprung vom Potest, zischende CO2 Fontänen, Strobos, ein wenig Headbangen und sorgte gleich mal für Stau im Fotograben. "Enemy Within" war somit schon mal eine gute Wahl für den ersten Song, der in tiefem Gegröhle aus ihr raus kam. Gefolgt von „Revolution“ und dem Titelsong des letzten Albums „War Eternal“. Kritiker und Skeptiker hörte man munkeln, dass die Stimme zwar für die zierliche Blauhaarige doch sehr anseh(hör)bar sei, aber bei Weitem nicht die Tiefe von Angela erreicht. Zu oberflächlich, weniger aus dem Bauch raus. Aber sind eben nur Kritiker.
Die Setlist der schwedischen Erzfeinde zog sich durch sämtliche Klassiker von ARCH ENEMY, wie "Stolen Life", "Heart Of Darkness", und "We Will Rise". „As The Stages burn“ „Ravenous“ und „Avalanche“  wurden von CO2-Werfern unterstrichen, während Michael Amott und Jeff Loomis an den Gitarren, Sharlee D’Angelo am Bass und Daniel Erlandsson an den Drums technische Perfektion und Bühnenroutine demonstrierten.

Rund 90 Minuten lang wurde die Masse mit sehr gutem Metal verwöhnt und ARCH ENEMY verabschiedeten sich mit "Blood on Your Hands", "Snow Bound" und "Nemesis". Zurückgelassen wurde eine durchgeschwitzte und erschöpfte, auch teils heisere Masse an Metallern, die spätestens zum Schluss auf ihre Kosten kamen. Diejenigen, die noch nicht von Alissa überzeugt waren, sind es vielleicht jetzt...wer weiß?!


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