02.05.17, Barclaycard Arena, Hamburg

IRON MAIDEN

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 05.05.2017

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Aus drei mach fünf Konzerte. Und alle miteinander ausverkauft. Frankfurt & Oberhausen wurden zweimal bespielt und beglückt, bevor das Publikum in Hamburg zu diesem Genussevent gekommen ist. Und man muss sagen/schreiben, das Warten in der Reihe als letzter Konzertort hat sich mehr als gelohnt. Zumal, wie bei vielen anderen Konzerten die Naturen eher aufgesetzt und arrogant ihr Set „heruntergeleiert“ haben. Ganz anders IRON MAIDEN. Hier kam in keinster Weise ein Gefühl von etwaiger Überheblichkeit, Künstlichkeit oder Aufgesetztheit auf. Die Wirkung trat schon beim Intro „Doctor Doctor“ unmittelbar ein. Diese Injektion war der Auftakt zu einem nahezu zweistündigen Feuerwerk durch die Geschichte von IRON MAIDEN. Klassiker wurden ebenso zu Gehör gebracht, wie die Hits aus der Hoch-Zeit dieser einmaligen Band. Sie steht nicht umsonst auf dem Heavy Metal-Thron von dem aus sie das „Sagen und die Regie“ über das alle Altersklassen umfassende Publikum hat.

Man könnte meinen, dass Sänger Bruce Dickinson mit dem Schwingen des Mikrofonständers einfach mal kurzerhand den Takt vorgibt. Das Publikum dankte es ihm mit donnerndem Applaus und ließ diese Taktvorgabe und diesen Ausbruch von Temperament nicht einfach an sich vorüber gehen. In den letzten fast 40 Jahren haben IRON MAIDEN aber auch gar nichts von ihrer Authentizität in irgendwelchen Schubladen abgelegt, um generell gesehen aus dem Gedankengut der Heavy Metal-Szene jemals zu verschwinden. Dass diese Band eine Institution des guten Geschmackes ist, braucht man im Normalfall nicht zu erwähnen, weil sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruht und dadurch einen Substanzverlust erleidet.

Dies verdeutlicht noch immer die immense Bühnenpräsenz aller beteiligten Bandmitglieder. Jeder hat auf seine eigene Art sein Pulver rausgehauen. Die Steigerung zu einem Pulverfass entwickelte sich wabernd über diesen Konzertabend, bis schließlich die Explosion mit den Zugaben zum endgültigen Ende führte.

Für Außenstehende, die sich noch nicht großartig mit dieser Band auseinandergesetzt haben, könnte es sein, dass das Überraschungsmoment wohl andere Wellen geschlagen hat, weil dies in dieser Form so noch zu sehen bzw. zu hören gewesen ist. Dies zeichnete sich stellenweise durch akrobatische Einlagen von Gitarrist Janick Gers aus. Mit fast 60 Jahren so eine „Sohle“ aus der Hüfte heraus aufs Parkett der Bühne in der Barclaycard-Arena hinzulegen, ja davon träumt so mancher unter uns. Einfach faszinierend dieses Spektakel. Jede Band ist ein Team, genauso wie eine Fußballmannschaft, die aufeinander abgestimmt ist. So auch IRON MAIDEN. Da gab es in keinster Weise einen Qualitätsverlust zu verzeichnen. Die Beherrschung der Instrumente ist mehr als beachtlich. Das ist reiner Wahnsinn und so mancher Hobbygitarrist und Profigitarrist konnte sich hier eine Lehrstunde für das eigene Spiel abholen.


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