23.05.2017, Livestage, Innsbruck

COLD SNAP & WOLVES WITHIN

Veröffentlicht am 31.05.2017

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Dieser Tag war ein erneutes Beispiel dafür, wie ereignisfaul die derzeitige Metalszene geworden ist. Ja es war Dienstag. Ja der Feiertag war erst zwei Tage danach. Ja, auch ich gehe nicht auf jedes einzelne Konzert nur damit gegangen ist. Aber: Wenn zu einer halbwegs vernünftigen Zeit freier Eintritt für zwei wirklich hervorragende Bands in der Livestage ist, dann sollte man doch erwarten dürfen, dass mehr als - ausser mir selbst und unserer Fotografin Tina - nur zwei (!) weitere Personen anwesend sind. Eine seltene Gelegenheit, Bands zu bestaunen, die trotz des ausgedünnten Publikums eine unglaublich energiegeladene Show lieferten und für - ich kann es nicht oft genug bemängeln - lediglich vier Personen, spielten als wäre es eine gesteckt volle Halle gewesen.

WOLVES WITHIN

Euer erstes Versäumnis waren WOLVES WITHIN aus Schweden. Runder, knackiger Coresound mit großartigen Vocals und verspielter Gitarrenarbeit, immer punktgenau auf die vielen Höhepunkte aufbauend. Jede Nachwuchsband Tirols dieses Genres hätte sich hier einfinden dürfen um zu sehen was eine Band innerhalb von nur neun Monaten Bestehens auf die Beine stellen kann. Ordentliches Merchandise, ein eingängiger, ausgewogener Sound und fehlerfreies, unterhaltendes Vortragen des Erdachten. Eine Tour im Ausland mit anderen hervorragenden Künstlern, um jeden, der sie hört, vom Fleck weg zu begeistern. Wie viele von euch haben das nach neun Jahren noch nicht geschafft? Und dann empfindet man es nicht einmal für notwendig, zu erscheinen und sich so jemanden anzuschauen und etwas zu lernen. Lieber noch ein Bierchen im heimischen Proberaum und bemängeln, wieso man nicht entdeckt wird.

 

WOLVES WITHIN

 

COLD SNAP

Euer zweites und noch viel verwerflicheres Versäumnis waren die Kroaten von COLD SNAP. Eine Kombo, so perfekt in Charme und Technik wie es nur möglich ist. Mit einheitlichem Bühnenoutfit und bis ins letzte, noch so unwichtig erscheinende Detail durchdachter Show wusste das Sechserpack mit einem nicht wirklich genau definierbaren Crossover, im Core-Genre beheimateten Sound zu überzeugen und spielten vor, ja nur vier Leuten, als ginge es um ihr Leben. Spürbare Freude und eindeutig jahrelange Bühnenerfahrung rundeten die Performance des Best-Ofs dreier Alben aus fast 15 Jahren Bandbestehen wunderbar ab. Zudem konnten COLD SNAP etwas an jenem schlecht besuchten Tag feiern, nämlich einen Labelvertag mit niemand geringerem als Arising Empire, einem Sub-Label von Nuclear Blast. Und das wurde auf der Bühne ordentlich gefeiert. Mit unerschöpflicher Spiellust und diesem natürlichen, witzig gehaltenen Charme der beiden Sänger, die sich wunderbar gegenseitig die Bälle ihrer Ansagen zuspielten und uns auch ohne Musik einen vollen Abend lang hätten unterhalten können. Gegen Ende der Show kam mit einem heavy Cover von "Bongo Bong" und der Hilfe der äußerst tanzwütigen WOLVES WITHIN doch tatsächlich noch mehr, und es kam wirklich enorme Partystimmung unter den wenigen Besuchern auf und entließ jeden der erschienenen Gäste mit einem zufriedenen Grinsen.

 

COLD SNAP

 

 

 


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