19.05.17, Arena Leipzig, Leipzig

JOE BONAMASSA

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 29.05.2017

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Momente sind entscheidend, seit jeher. Wie lange solch ein Moment andauert, ist individuell und hängt von der jeweiligen Situation ab. Er kann durchaus kurzweilig sein oder eben auch für eine gewisse Länge oder darüber hinaus anhalten. Hier ist kein Zeitlimit gesetzt, denn jeder sorgt für seinen eigenen Moment, so wie beim Konzert von JOE BONAMASSA am 19.05.17 in der Arena in Leipzig.

Glückshormone hoch Hundert sprudelten durch Körper, Geist & Seele: Einfach berauschend und unter die Haut bis in die Haarspitzen gehend. Was will man mehr? Dass hier bleibende Erinnerungen geschaffen wurden, die es so sicherlich nicht wieder geben dürfte, steht außer Zweifel!

Genau genommen gibt es nicht annähernd in irgendeiner Form irgendetwas zu bemängeln. Dieses Konzert von JOE BONAMASSA war so ausgewogen und in sich stimmig, wie ein göttliches Mahl. Bereits beim ersten Lied „ This Train“ wurde jedem in der Arena ganz klar vor Augen geführt, wohin die Reise an diesem Abend für diese vollgestopften, einfach nur geilen zwei Stunden Musik hingehen sollte. Das Zusammenspiel zwischen Gitarre und Bass war nicht nur der Höhepunkt des zweiten Songs; dieses Funktionieren und dabei Spaß zu haben lag förmlich in der Luft und übertrug sich partikelweise in die gesamte Arena.

Diese Infektion in musikalischer Hinsicht ist perfekt. Das Wechselspiel der etwas leiseren bis hin zu lauteren, härteren Klängen, die bis in die Extase getrieben wurden, so dass einem beim Zusehen selbst der Schweiß - weiß Gott wohin - getrieben wird...Man kann es nicht in Worte fassen! Der dritte Song an diesem Abend, BONAMASSAs „Blues of Desperation“, stellte dies mit eindringlichen Argumenten unter Beweis.

Zwischendurch kannte die musikalische Keule keine Gnade! Schier erbarmungslos und doch ziemlich cool und „abgebrüht“, ohne Anzeichen irgendeiner Anspannung, wurde hier nicht nur ein Set „heruntergeleiert“. „Schlacksig“ wäre wohl ein passender Begriff, um diese, man möcht fast schon sagen „Coolness“, mit einem Wort beschreiben zu müssen. Man könnte sich über jedes Lied im Einzelnen hermachen, das wäre bei Weitem zu viel und würde den Rahmen sprengen.

Bei „Love Ain’t A Love Song“, nach etwas mehr als der Hälfte der Setlist, demonstrierte er noch einmal seine spielerischen Wandlungsfähigkeiten, die von rockigen Klangkomponenten zu beeindruckend gefühlvollen, psychodelicartigen Passagen hinüber zu schweben schienen. Mit einer derart spielerischen Leichtigkeit, dass so Manchem ob der Schönheit der Mund offen stand. Dies kam auch immer wieder durch die Interaktion mit BONAMSSAs Bandmitgliedern zustande. Eine Art „Geben und Nehmen“, sich in die Augen zu schauen und zu wissen, was das Gegenüber gerade spielt, das macht ein solches Ereignis zu einem echten Highlight.

Niemand, aber auch gar niemand musste hier sein Kommen bereuen!


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