25.05.-27.05.2017, Burgruine Schweinsburg, Bornstedt

Dark Troll Festival VIII

Veröffentlicht am 27.06.2017

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Darktroll Festival VIII
 
Auch in diesem Jahr fand das Dark Troll Festival ganz traditionell zum Achten Mal in Folge statt. Fans aus Nah und Fern versammelten sich auf der Burgruine und feierten zu einer Mischung von Black- Pagan- und Mittelaltermucke ab. 
Das Festival war dieses Jahr zum ersten Mal ausverkauft und beweist uns dadurch, dass es immer noch einen wahnsinnigen Ansturm auf die heidnische Musikszene gibt. Unter anderem passt das Ambiente einfach perfekt dazu. Eine Burgruine im Wald, mittelalterliches Flair und ein hochkarätiges Line-Up – was wünscht sich der Metalhead mehr? 
 
Donnerstag 
 
Meine Reise begann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Nach etwa fünf Stunden reibungsloser Fahrt (genau zum Sonnenaufgang) kamen wir in Bornstedt an. Danach begann die Suche nach unserem Camping Platz. Es gab insgesamt zwei Campingplätze. Campingplatz A befand sich oberhalb der Burg, inmitten des Waldes, auf einem Fußballfeld. Platz B lag in der Sporthalle, unten in Bornstedt. Geparkt wurde bei der Sporthalle. Nach einem Fußmarsch von etwa zehn Minuten fanden wir uns auf dem fast vollständig vollen Fußballfeld wieder. Das Stormbringer-Lager wurde aufgeschlagen und wir warteten geduldig den Einlass ab.  
 
Die Tore der Burg wurden um 13:00 geöffnet. Bis zur ersten Band blieb noch genug Zeit für einen ausführlichen Rundgang. Neben einer Menge an passenden Merchandise-Ständen, gab es auch eine ausgezeichnete Cocktailbar und genug Essensstände welche abwechslungsreiche und zum Flair passende Köstlichkeiten lieferten (Geheimtipp: Knoblauchbrot!). [Anm. d. Lekt.: Ach, das riecht hier so...]
 
Pünktlich um 16:00 eröffneten uns WALDTRAENE (zum Dritten Mal in Folge) – mit einem neuen Album im Gepäck – das Festival. Mit der Akustikshow, bestehend aus Flöte, Gitarre und Gesang füllte sich der Platz langsam aber sicher. Mit ihren heidnischen Texten lud das Musikduo die Crowd zum Mitsingen ein. 
 
Anschließend feierten die Ukrainer von RAVENTALE Deutschlandpremiere und brachten das anfänglich noch ruhige Publikum zum headbangen. Sie präsentierten uns eine gekonnte Mischung aus Black- und Doom Metal. Zu ihrer Show kam viel Nebel hinzu und erinnerte mich ein wenig an MAYHEM. Dennoch fehlt es den Jungs nicht an Individualität. Insgesamt ein sehr gelungener Nachmittags-Akt.  
 
Nach einer kleinen Pause konnte ich mich dann auch schon auf COUNTLESS SKIES freuen. Die Großbritannier werden seit ihrem Debütalbum „New Dawn“ auch bei uns extrem gehypt und mit Größen wie INSOMNIUM verglichen. Bereits während des Umbaus füllte sich der Platz rasend schnell. Als die Jungs ihre Show eröffneten wurde mitgefeiert wie bei kaum einer anderen Band zuvor. Ihr verhältnismäßig buntes Bühnenbild und Songs, welche in einen tranceartigen Zustand versetzen, ergeben die perfekte Mischung. 
 
Kurz danach ging es mit LAGERSTEIN weiter. Die Piraten-Metal Band reiste aus dem fernen Australien an und lieferte eine Show zum Mittrinken ab. Die siebenköpfige Band schaffte es die ernste Stimmung aufzubrechen und die Fans zum Lachen zu bewegen. Insgesamt eine sehr schöne Abwechslung. 
 
Als nächstes kam mein persönlicher Liebling  für Freitag – EÏS. Die Jungs von EÏS schaffen mit modernen Elementen dem etwas angestaubten „90er Black-Metal  neues Leben einzuhauchen. Es wird dargestellt um was es im Black Metal wirklich geht. Um große Emotionen und der Einsamkeit eine Stimme zu verleihen. Die Jungs schafften es, diese Werte an das Publikum weiterzugeben und eine großartige, melodische Black-Metal Show abzuliefern. 
 
Pünktlich um 21:40 trat unser heutiger Headlinger auf die Bühne – WOLFHEART! Als neues Projekt von Mastermind Tuomas Saukkonen, etablierten sich die Jungs bereits als Geheimtipp der finnischen Metalszene. Leider waren die Lichteinstellungen während der Show nicht gerade die Besten. Besucher der ersten Reihen rüsteten sich teils mit Sonnenbrillen, da es leider viel zu grell war. Auch der Sound hätte einen Ticken leiser sein können. Nichtsdestotrotz trübte dies die Stimmung kaum. WOLFHEART zeigte sich als ein würdiger Headliner. 
 
(Aufgrund großer Übermüdung THE COMITTEE leider nicht gesehen.)
 
Freitag
 
Nach einer erholsamen Nacht und einem tollen Frühstück ging es um Punkt 14:00 mit FERNDAL los. Als neues Projekt von Alboin und Abarus von EÏS veröffentlichten sie im April ihr gleichnamiges Debütalbum welches  auf große Beliebtheit gestoßen ist. Als der Nebel die Bühne bedeckte startete die Show mit einem Gänsehaut erregenden Cello-Solo. Anschließend betraten die Jungs von 
FERNDAL die Bühne und brachten uns eine geballte Ladung Schwarzmetal mit. Die Crowd wurde durch ein unvergleichliches Zusammenspiel von Klassik Black Metal mitgerissen. 
 
Im Anschluss durften wir uns auf VARGRIMM freuen. Nach einigen Besetzungswechseln und zwei Studienalben sind VARGRIMM endlich wieder live unterwegs und glücklicherweise dieses Jahr am Dark Troll vertreten. Die Jungs zeigten vollen Körpereinsatz und konnten uns beweisen, dass es ihnen nicht an Individualität fehlt - somit konnten sie Spannung für das kommende Album schaffen. Besonderer Pluspunkt: nach dem Gig gingen die Jungs persönlich durch das Infield und verteilten handsignierte Deomo-CD’s.
 
Danach ging es auch schon mit JÖRMUNGAND weiter. Die Kölner haben sich als eine namenhafte Pagan-Metal-Band etabliert. Durch die neue Live-Show und einer grandiosen Keyboarderin, konnte uns die Truppe voll und ganz überzeugen. 
 
Nach einer kurzen Erholungspause konnten wir endlich BALFOR zu Gesicht bekommen. Mit dem aktuellen Album „Black Serpent Rising“ im Gepäck lieferte uns das Quartett einen erinnerungswürdigen Barbaric-Black-Metal Auftritt. Anschließend betraten THORONDIR die Bühne. Mit einer deftigen Ladung Pagan-Metal, welche mit einer Prise Folk-Metal gespickt wurde, brachten sie die Burg zum Beben. 
 
Mit etwas Verspätung betraten dann auch endlich HATE die Bühne. Die Band feiert ein Bestehen von 26 Jahren und tourt aktuell weltweit. Oft werden sie mit der Black/Death-Szenegröße BEHEMOTH verglichen, da ihre Musik genauso vielfältig ist und zum Headbangen bis zum Nackenbruch einlädt. 
 
Danach ging es auch schon mit WOLFCHANT weiter. Das Sextett beweist uns, das der Pagan-Metal alles Andere als tot ist. Die hochkarätige Mischung aus aggressiven Melodien, treibenden Riffs und epischen Parts liess das Publikum wahrhaft mitfeiern. 
 
Danach – pünktlich um 22:25 – der heutige Headliner, auf den viele gewartet haben: NARGAROTH! Es bedarf nicht vieler Worte, denn diese Band ist eine wahre Größe. Bereits beim Umbau war der Platz gefüllt und ein Durchkommen nach vorne schon fast unmöglich. Als Ash und Co. die Bühne betraten, wurden sie bereits euphorisch von der Crowd in Empfang genommen. Sie boten uns eine gewaltige Ladung an Black-Metal und lieferten uns Klassiker, wie „Black Metal ist Krieg“ und „Seven Tears Are Flowing Down The River“. 
 
Anschließend wurde der Freitag von ABSU beendet. Die selbst betitelten "Arrogantly Executing Mythological Occult–Metaler" lieferten einen gebürtigen Schluss und machten Vorfreude auf den nächsten Festival-Tag. 
 
Samstag 
 
Mit Vorfreude und leichtem Gehörverlust startet auch die Stormbringer-Crew pünktlich in den letzten Tag. 
 
Unsere Opener heute sind VIKE TARE von der wunderschönen Nordsee. In ihren Texten behandeln sie Themen die thematisch noch recht unberührt sind und heben sich so deutlich von anderen Pagan-Metal-Bands ab. [Anm. d. Lekt.: Bier...?] Durch hohen Miteinbezug des Publikums konnte das Quintett eine gute Stimmung schaffen. 
 
Kurze Zeit später standen KNAAT auf der Bühne. Die Newcomer aus München wissen wie man deftigen Pagan Metal an das Publikum vermittelt. Durch eine interessante Live-Show und stimmungsmachenden Mitgliedern freuen wir uns in Zukunft noch mehr von KNAAT zu hören. 
 
Um etwa 16:15 marschierten WALDSCHRAT auf die Bühne. Die etwas ungewöhnliche Kombination aus Black-Metal und Neofolk hat uns neugierig gemacht. Das Quintett feiert die Arbeiten zu „Metropolis wird fallen“ mit uns und hinterlässt einen bleibenden Eindruck. 
 
Danach ging es auf zu BUCOVINA. Sie sind eine der hochkarätigsten Bands ihres Heimatlandes Rumänien. Die exquisite Mischung aus Black, Folk und Heavy Metal sorgte für einen unverwechselbaren Sound. 
 
Im Anschluss durften wir BELENEOS erwarten. Das ehemalige Ein-Mann-Projekt bietet uns eine gute Kombination aus dem Pionier-Black-Metal der 90er Jahre und modernen Pagan-Metal. Es wurden sowohl neue als auch alte Werke gespielt und  die Crowd fleißig zum Mitfeiern bewegt. 
 
Nun war es endlich soweit – viele erwarteten bereits sehnsüchtig MINAS MORGUL. Für diese Band braucht es keine Worte. Die Truppe aus Frankfurt/Oder ist aus der hiesigen Black-Pagan-Szene nicht mehr wegzudenken. Die Schwarzmetaller haben somit ihren ersten Dark Troll-Auftritt mit Bravour gemeistert. 
 
Meine Reise ging dann um Punkt 22:15 mit unseren heutigen Headlinger MANEGARM weiter. Das gesamte Infield war gesteckt voll und konnte den Auftritt dieser Szenegröße kaum erwarten. Die gesamte Live-Show war ein Spektakel auf höchstem Niveau. Es war alles dabei, was das Herz eines Pagan/Viking-Metal Fan höher schlagen lässt. Von Geigensolos bis hin zu epischen Parts – nichts hat gefehlt. 
 
Anschließen brachte ENSIUM als letzte Band für dieses Jahr die Burg zum Beben. Es wurde Black-Metal auf höchstem Niveau geboten. Das Zusammenspiel aus euphorischen und melanchonisch getränkten Parts machte ENSIUM zu einem unvergleichlichen Erlebnis. 
 
Mein Fazit über das Dark Troll Festival VIII? Es hat einfach alles gestimmt. Das Genre-übergreifende Zusammenspiel der Bands, die malerische Location und die perfekte Organisation. Trotz eines ausverkauften Festivals ging das familiäre Flair nicht verloren. Es war definitiv eines meiner schönsten Festivals und bereits jetzt freue ich mich, wenn nächstes Jahr die Burg wieder bebt! 

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