21.06.17, Colos-Saal, Aschaffenburg

SUICIDAL TENDENCIES

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 24.06.2017

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Es gibt Dinge, die man erst im Nachhinein, mit etwas Abstand realisiert. Und es gibt Dinge, die sich sehr eindringlich im Geiste festsetzen. So geschehen gestern Abend im Colos–Saal, in dem ich mich innerhalb einer Woche bereits das dritte Mal befinde. Eingefunden haben sich auch die SUICIDAL TENDENCIES, eine Band, die man des Öfteren vom Namen her (richtiger wäre: vong Namen her; Anm.d.Korr.) gelesen oder auch unterschwellig mal nen Song gehört hat, der ins Unterbewusstsein abgeglitten ist, wie ein lecker Eis - gerade bei solchen Temperaturen - den Innenraum des Halses runter gleitet. Jedoch hat aus Mangel an Interesse die Zuteilung von Liedern nie wirklich stattgefunden. Bis gestern, jedenfalls. Und irgendwie erschließen sich einem während und nach einem Konzertbesuch der SUICIDAL TENDENCIES Dinge, die unterschwellig in einem geschlummert haben und urplötzlich ins Bewusstsein rücken, halt....da war doch mal was! Das hat man doch schon irgendwo mal aufgeschnappt. Woran das liegen mag?

Man mag es vielleicht gar nicht wahr haben, aber es muss am Gesamtpaket, das wie ein vorzeitiges Weihnachtspräsent ausgepackt wurde, liegen. Es gab selten Konzerte, die man selbst erleben durfte, bei denen alles, aber auch wirklich alles, bis ins kleinste Detail gepasst hat. Angefangen von der absolut geilen Stimmung, die gar keine Anlaufzeit benötigt hatte. Wo sich über den Sound hinweg zwischen den Musikern und stimmgewaltigen Zuhörern eine Art „Zündstoff“ ausgebreitet hat. Ein paar Funken mehr und man könnte annehmen, der „Laden“ wäre schier explodiert (vorsicht mit diesen Wörten, man weiss ja nie heutzutage...; Anm.d.Korr.). So etwas, das musikalische Repertoire beiseite gelassen, hat es nicht allzu oft gegeben. Aber normalerweise, sollte man auch die Musik nicht aus den Augen und den Ohren verlieren. Die Mischung hat es ausgemacht. Von jedem mehr oder minder bekannten Stil (Hardcore, Surf- und Skatepunk, sowie Thrash Metal) der Band hat sich an diesem Abend keiner durchgesetzt, auch hat nicht jeder Song gleich dem Anderen geklungen. Hier war definitiv sehr viel Bewegung im Spiel - davon zeugt, dass der Boden im „Saal“ eine einzige Pfütze mit Ausrutschfaktor gewesen ist. Man hat es so, und ganz sicher nicht anders, gewollt!


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