04.03.2017, Röda, Steyr

HIGH FIVE & KENDRA & ASHES TO DUST u.a.

Veröffentlicht am 07.07.2017

Die zweite Vorrunde der Saison 2017 des SPH-Bandcontests war aufgrund der tollen musikalischen Leistung aller sechs Bands, die am Abend des 04.03.2017 im Röda Steyr auftraten, ein voller Erfolg. Von der ersten bis zur letzten Band wurde dem zahlreich erschienenen Publikum feinste Unterhaltung quer durch alle Musikgenres geboten. Der freundliche Umgang der Bands untereinander im gemütlichen Backstage-Bereich trug außerdem dazu bei, dass man - wie schon in der letzten Saison – nicht das Gefühl hatte, dass ein Wettstreit zwischen ihnen herrschte. Die Bandmitglieder, die nicht gerade selbst auf der Bühne standen, verfolgten aufmerksam die Shows der anderen Bands.

Den Abend eröffneten THE SEPP JUNIORS unerwartet professionell. Die Bühnenpräsenz und der Spaß, den alle Bandmitglieder bei dem frühen Auftritt hatten, fesselten die bereits erschienenen Zuseher und auch die Jury, die den Alternative Rockern sogar die höchste Wertung des Abends verliehen. Kein Wunder, der Auftritt versprühte eine unbändige Energie, was einen Liveauftritt auszeichnen sollte. Waren es die wunderbaren Gitarrenmelodien und –riffs, das lässige Schlagzeugspiel oder die prägnante Vocal-Performance des Sängers Florian – an der Truppe gab es kaum etwas auszusetzen.

THE SEPP JUNIORS, die sich für diesen Bandnamen der Legende nach aufgrund des gemeinsamen Vornamens ihrer Väter, nämlich Josef, entschieden hatten, spielten in ihren Songs mit den Genres von Rock bis Metal, mit deutschen und englischen Texten und waren dadurch der wunderbarste Opener, den man sich für einen Bandcontest vorstellen kann. Sehr schade, dass sie nur zwei Fans zum Kommen motivieren konnten und durch den frühen Auftritt leider auch wenige Zweitstimmen erhielten. Dadurch blieb ihnen trotz Jury-Sieg das Weiterkommen in die nächste Runde verwehrt. Ich hoffe aber, noch viel von dieser motivierten Band zu hören.

THE SEPP JUNIORS
THE SEPP JUNIORS (c) Jakob Kramer

Es folgte unmittelbar die zweite positive Überraschung des Abends. Denn für die Female-Fronted Metalband KENDRA war es der erste Auftritt überhaupt. Die akribische Vorbereitung und die unzähligen Stunden im Bandproberaum machten sich aber bezahlt. Neben der einwandfreien Leistung an den Instrumenten verlieh vor allem Frontfrau Sophie der Band das gewisse Etwas. Natürlich lehnten sich KENDRA musikalisch an Vorbilder wie EPICA und Co. an, aber durch die frische, leidenschaftliche Performance der Band sah man über solche offensichtlichen Parallelen und dadurch eine etwas fehlende Eigenständigkeit gerne hinweg.

Das Publikum zeigte sich sichtlich begeistert und auch ich habe mich köstlich amüsiert, vor allem durch die Wandlungsfähigkeit der Sängerin. Bei einigen Songparts griff sie brav in ihre Keyboardtasten, die meiste Zeit aber gestikulierte sie während der Gesangsparts theatralisch wie ihre Vorbilder und überraschte vor allem bei einzelnen Growlpassagen. Durch ihr wildes Headbangen zeigte sie, dass sie im Herzen doch eine Metallerin ist, worüber ihr zierliches Äußeres hinwegzutäuschen droht. Ich bin schon auf die nächste Show von KENDRA gespannt.

Nun folgten die Jungspunde von HIGH FIVE, die sich erst vor Kurzem in der bekannten Linzer Location „Ann and Pat“ in die Herzen vieler junger – zum großen Teil weiblicher – Fans gespielt hatten. Und dadurch war auch ein großer Publikumszuspruch gegeben. Alle Bandmitglieder sind nicht älter als 17 Jahre, aber bereits auf einem erstaunlich hohen musikalischen Niveau. Gitarrist Max feierte sogar erst seinen 16. Geburtstag an eben jenem Abend, was natürlich eine besondere Feierstimmung erzeugte. Sympathikus Felix am Bass und am Mikro überraschte entgegen seiner Erscheinung als Punk-Metalhead mit einer wunderbar klaren, eher poppigen Stimme. Die Begeisterung im Publikum war grenzenlos. Wenn so junge Bands bereits so professionell agieren, sollten ihnen die Bretter, die die Welt bedeuten, auf vielen Veranstaltungen bereitstehen. Ich werde die Jungs jedenfalls bald wieder sehen wollen.

Nun zu etwas ganz Anderem: Singer/Songwriter-Kunst stand auf dem Programm. Solokünstler TOBYAS überzeugte bei seiner Performance mit seiner Westerngitarre (aus Tschechien!) vor allem mit seiner außergewöhnlichen Stimme. Stimmungstechnisch ging es jetzt ein wenig ruhiger zu, doch sein zahlreich angereister Fan-Kreis goutierte die musikalische Leistung mit lautstarkem Applaus zwischen den Songs. Ein sympathischer Auftritt eines Künstlers, der für eine gewisse Zeit zum genussvollen Lauschen einlud und auch etliche neue Fans motivieren konnte, eine Zweitstimme abzugeben.

Den Partymodus starteten danach 31 CATALYST mit einer schwungvollen Punkrock-Performance. Somit wurde nochmal richtig Gas gegeben und das Publikum zu späterer Stunde zum Abgehen motiviert. Frontmann Max begeisterte mit seinen Ansagen und seiner sympathischen Bühnenpräsenz. Die von verhältnismäßig weit hergereisten Fans dankten es der Band mit großem Beifall. Einen Wermutstropfen hatte der Auftritt aber doch, denn es lief nicht alles so rund, sodass sogar ein Song unterbrochen werden musste, was leider auch der Jury auffiel, die diesmal ein wenig zögerlicher mit hohen Noten war. Nichtsdestotrotz boten 31 CATALYST gute Unterhaltung und werden bei der nächsten Show sicher für einen reibungsloseren Ablauf sorgen.

Die ein wenig undankbare Aufgabe, als letzte Band des Abends zu performen, erfüllte die Metalband ASHES TO DUST, die zwar von einigen Fans sehnsüchtig erwartet wurde, aber leider mit weniger Publikumszuspruch von den schon teilweise müden Zuhörern rechnen musste. Technisch war die Band aber über jeden Zweifel erhaben, denn ASHES TO DUST wissen genau, was sie machen. Die bereits veröffentlichte EP „Take Shelter“ zeugt von der Professionalität der Band. Metal ist natürlich Geschmacksache, ich aber war regelrecht begeistert und die Show verging wie im Flug. Gerne hätten ASHES TO DUST noch einige Songs spielen dürfen.


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