07.07.2017, Rockhouse, Salzburg

DOME OF ROCK - Tag 1

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 19.07.2017

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Das Rockhouse bebte wieder einmal, als der Dome of Rock seine Pforten öffnete und mit zwei (inklusive Preday sogar an drei!) Tagen feinstem Stoner, Doom und Psychedelic lockte. Leider ging sich für Stormbringer, trotz der großen Vorfreude, nur ein einziger kümmerlicher Tag des Festivals aus... und dieser sollte dann immerhin der erste vollwertige Festivaltag sein, an dem es mit BELZEBONG, EGYPT, GOATESS und Anderen ordentlich zur Sache ging! Das heiße, traumhafte Wetter ließ wohl zunächst noch eine Leute am Badesee versumpfen, doch noch vor Einbruch der Dämmerung füllte sich das Rockhouse dann doch noch ordentlich.
 

Den Auftakt gaben in der Bar TERROR COSMICO, die den Zuschauern als Duo instrumentalen Sludge kredenzten, der mit ansprechend Pfeffer im Arsch die Gehörgänge gründlich durchstaubte. Spätestens nach dem gesanglichen Gastbeitrag des WEEDSNAKE-Keifers, war das Publikum hellwach und stand habtacht.

Im Anschluss wurde es zur Eröffnung der Bühne im Saal etwas träumerischer, als die Kärtner von MOUNTAIN groß aufgeigten. Hochklassiger, verträumter Space/Post-Rock lud zu einer musikalischen Reise in höhere Sphären und der kleine Stormbringer-Schreiberling zeigte sich bass erstaunt – denn immer wenn man meint, man hätte in der österreichischen Musikszene schon so ziemlich jede gute Band kennengelernt, dann fällt einem unverhofft so ein Juwel wie MOUNTAIN vor die Füße. Musikalisch ganz großes Kino und ein dickes Daumen Hoch!

Auch in der Bar ging es danach psychedelisch weiter, mit DA CAPTAIN TRIPS. Beruhigt und gechillt, konnten DA CAPTAIN TRIPS aber trotz wunderbarer musikalischer Welten aus wabernden Effekten nicht ganz die Faszination von MOUNTAIN zuvor erreichen.
 


GOATESS
 

Dafür hauten die folgenden GOATESS auf der großen Bühne in der Halle umso mehr rein! Der Bass grummelte wütend durch das Rockhouse, sodass man sich nicht ganz sicher sein konnte, ob es nun wirklich noch die repetitiven Stoner-Riffs waren, oder doch schon das angesagte Gewitter draußen wütete. Das Publikum schwang zu den fetten Klängen jedenfalls kräftig die Matten und ließ sich vom extrovertierten Stageacting des Sängers so richtig mitreißen.

Auch in der Bar bei WEEDSNAKE fetzte es danach ganz ordentlich. Die Spanier wurden vom Publikum begeistert aufgenommen, auch wenn die durchdringende Stimme des Fronters augenscheinlich nicht jedermanns Sache war. Dafür durfte man einen Linkshänder-Bass in freier Wildbahn erleben – ein durchaus seltener Anblick!

Mit EGYPT begab man sich wieder zurück in die Stoner/Doom-Ecke, und es grummelte wieder ganz gewaltig auf der großen Bühne! Etwas straighter und mehr in den Rock-Bereich als noch zuvor die zu Recht umjubelten GOATESS, gab es auch hier wieder ausreichend Möglichkeiten für die Besucher, nach Herzenslust die Haarpracht zu schütteln. Ausufernde Gitarrensoli und ein durchaus etwas in Richtung Psychedelic abdriftendes Schlussdrittel rundeten einen der stärksten Auftritte des Abends ab.

DR. CYCLOPS brachten in der Bar Räucherstäbchen mit und nebelten damit die Bude so ziemlich gründlich ein. Zwar lieferte die Truppe tighten, ziemlich coolen Oldschool-Rock mit Stoner-Schlagseite ab, doch der kleine Stormbringer-Schreiberling mit der feinen Nase wurde von den olfaktorischen Ausdünstungen des Räucherwerks relativ schnell in die Flucht geschlagen.
 


BELZEBONG
 

So fand man sich zur etwas fortgerückten Stunde geschlossen zu BELZEBONG in der Halle ein, die mit ausschließlich grünem Licht, psychedelischen Projektionen und hämmerndem Sound den Denkapparat auf links wendeten. Es mag sein, dass dergestalt gleichförmiger Sound eine beinahe meditative Magie auszuströmen vermag, doch eine gute Stunde lang pure Monotonie mit stumpf ins Hirn gehämmerten Riffs, zu denen analog der Bass schier die Hirnrinde zerfíckt... nunja. Den kleinen Schreiberling vermochten BELZEBONG musikalisch leider nicht zu erreichen und ein immer wieder einmal an den Toms peckendes Mikro tat sein Übriges dazu bei, die Darbietung der Polen zusehends eher in die enervierende Ecke abgleiten zu lassen.

A GREAT RIVER IN THE SKY versöhnten das Gehör anschließend zum Ausklang mit deutlich geschmeidigeren Klängen, was jedoch den Berichterstatter, dessen Gehirn nach der Zerstörungsorgie von BELZEBONG bereits schwer in Schräglage hing, nicht mehr zurück auf den Boden der Tatsachen, beziehungsweise schön komponierter, anspruchsvoller Musik, holen konnte. So verabschiedete sich das kleine Schreiberlein, geschädigt von BELZEBONG und nicht mehr fähig A GREAT RIVER IN THE SKY angemessen zu genießen, schweren Herzens noch vor der Zeit aus dem Rockhouse, um den nächtlichen Frieden vorzuziehen.

Das Herz blutete, als am zweiten Festivaltage sodann COLOR HAZE, MONKEY3 (mussten letztendlich kurzfristig absagen), THE WEIGHT und AEROLITH das Rockhouse beschallen sollten – doch der umtriebige Schreiberling bereits anderweitig verplant war...
Dennoch bot auch der erste Festivaltag ein hochwertiges Programm, in dem für jeden Geschmack etwas dabei war – von verspielten, träumerischen Welten bis hin zum gnadenlosen Vorschlaghammer. Und nächstes Jahr geht sich dann hoffentlich auch wieder die Berichterstattung des kompletten Programms aus!

Die komplette Galerie des Festivals, zum liken, teilen und kommentieren gibt es wie immer auch bei Images Of Pain And Pleasure.


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