19.08.17, Colos-Saal, Aschaffenburg

Anti-Flag (No Gods No Masters)

Text: Fred Gasch | Fotos: Fred Gasch
Veröffentlicht am 23.08.2017

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Die gesamten gesellschaftlichen Probleme, die durch Frust, z. B. mit Gewaltexzessen während eines Fußballspieles, abgebaut werden, sind sicherlich nicht das richtige Ventil, um Luftverdichtungen im Gehirn zu beseitigen und sich die Köpfe gegeneinander einzuschlagen. Dagegen hilft im Grunde genommen das gesellschaftliche Phänomen Musik. Hier lassen sich viel einfacher Menschen erreichen, um etwas zu bewirken und an einem Strang zu ziehen. Und da war der erste Paukenschlag in musikalischer Hinsicht im Colos-Saal in Aschaffenburg mit dem Konzert von ANTI-FLAG ein erstes Zeichen, wohin die Reise an diesem Abend hingehen sollte oder gar hingehen musste. Klar ist es einfach zu sagen, dass es eigentlich egal sein sollte, welches Ereignis man auch besucht: Es sollte Völkerverständigung, nicht nur für den Moment eines Konzertes oder welcher Veranstaltung auch immer sein.

Ja, hier liegt der Ansatz. Wenn sich zudem bei besagtem Konzert ein kleiner Saal in eine große laute Hölle verwandelt, liegt das u. a. auch an ANTI-FLAG.

Farbe zu bekennen und den Mut zu haben, dies auch auszusprechen, können sich nur Künstler erlauben. Als „Normalsterblicher“ landet man sofort in einer geschlossenen Anstalt, obwohl man ja Recht hätte. Aber Recht haben und Recht bekommen sind bekanntlicher Maßen zweierlei verschiedene Dinge. So gesehen ist es wichtig, solche Bands wie ANTI-FLAG zu kennen, die in solch einer verworrenen Welt klar Stellung beziehen. Klar gegen Antisemitismus, Homophobie etc. und Flagge zeigen. Den Kampf gegen die Unwahrheiten auf sich nehmen und mit dem Aspekt der „künstlerischen“ Freiheit Akzente und Nadelstiche setzen, die so manchem „Ordnungsliebenden“ ein großer Dorn im Auge sowie im Ohr sein dürften.

Die Wehmut der Wahrheit schmerzt doch nur die, die die Worte der Wahrheit nicht deuten wollen oder eben doch so in ihrer Dummheit verfangen sind und sie nicht verstehen können und dadurch zu „Mitläufern“ und „Handlangern“ werden oder geworden sind.

Auch der Wahrheit steter Tropfen höhlt genauso den Stein, wie vieles andere auch. Doch jeder empfindet und sieht diese Wahrheit wohl aus egoistischer Sichtweise nur für sich selbst und legt sie dementsprechend, wie ein Fähnchen im Wind für sich selbst auch noch aus. Dem treten ANTI-FLAG mit dem fast schon urtypischen, rotzigem Sound des Punk, so wie man ihn aus früheren Zeiten her kennt, entgegen.

Es ist doch klar wie Kloßbrühe, um mal an einer Platitüde festzuhalten. Es geht nur in und mit engem Zusammenhalt, diese Miseren, diese Mißstände nicht nur zu erkennen sondern auch aufmüpfig genug zu sein, dagegen anzugehen, anzukämpfen, Brothers & Sisters. Aber bitte gewaltfrei!

Als Vorreiter dienen solche Bands wie ANTI-FLAG.

Should i stay or should i go? (Coversong an diesem Abend von THE CLASH), diese Frage ist mehr als berechtigt. Diese Entscheidung liegt bei jedem selbst...


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