27.08.2017, Logo Hamburg, Hamburg

FIRST BLOOD und MYOSOTIS im Hamburger Logo

Text: Jazz
Veröffentlicht am 29.08.2017

Zunächst nur lose mit Gästen gefüllt ist das kellerartige Logo an diesem ungewöhnlich regenfreien Hamburger Spätsommersonntagabend. Die Hardcoreband FIRST BLOOD lädt zum Konzert auf ihrer „European Summer Tour 2017“ ein. Zuvor gibt es allerdings Metalcore von den jungen Hamburgern von MYOSOTIS auf die Ohren.

 

 

Das Sextett MYOSOTIS hat gerade erst seine sehr empfehlenswerte Debüt-EP „Distance“ auf den Markt geworfen und da sind sie schon in der Lage zu beweisen, dass sie ihre Songs live tatsächlich genauso beherrschen. Hervorhebenswert ist dabei der Klargesang von Timo, den ich auf der Bühne nicht in der Qualität erwartet hätte. Bereits bekannt ist mir, was Kilian, der andere Sänger, mit seiner Stimme leisten kann. Er legt mit seinem Shouting im Vergleich zu den Studioaufnahmen sogar noch einen drauf. Überhaupt bekommt der Sound von MYOSOTIS live eine aggressivere Note, während er auf der EP ein tendenziell etwas traurigeres Emotionsspektrum trifft. Aber so soll das auch gerne sein: Musik, die man zuhause genießen und zu der man auf Konzerten ausrasten kann. Und das geht prima. Auch deswegen, weil die Truppe so wirkt, als würde sie das schon eine ganze Weile professionell machen.

Obwohl die Platte erst kürzlich erschienen ist, haben sie schon wieder noch neueres Material im Gepäck, wie zum Beispiel den starken Song „Of Legends and Liars“. Mein persönlicher Höhepunkt, weil mein persönliches Lieblingslied der Band, ist „High Voltage“. Da hört man seit Jahren, Metalcore würde im sterben liegen und hier wird er wiederbelebt. Absolut mehr als Vorband-Feeling! Geil! Gerne wieder! „We are MYOSOTIS!“

 

FIRST BLOOD nehmen die Energie von MYOSOTIS dann gleich auf und die Fans bilden schnell einen großen Violent-Dancing-Bereich vor der Bühne. Nun geht es allerdings deutlich weniger melodisch zu. Dafür wird es roher, direkter, rauer, dreckiger. Vergleiche zu HATEBREED sind sicherlich nicht unangebracht. Die Truppe aus der San Francisco Bay Area spielt brutalen, metallisch angehauchten Hardcore und bedient damit geradlinige Gewaltbedürfnisse im „Tough Guy“-Stil.

FIRST BLOOD, die sich vor 15 Jahren nach dem Originaltitel des Films „Rambo“ von 1982 benannt haben, haben ebenfalls eine neue Platte dabei, von der sie reichlich Songs spielen. „Rules“ heißt das gute Stück, hat einen geradezu konzepthaften Bezug zu diesem titelgebenden Wort und ist im Februar 2017 erschienen. Vor allem die Breakdown-lastigen Passagen lassen das im Laufe der Zeit noch zahlreicher gewordene Publikum immer wieder ausrasten und sorgen dafür, dass es eine wirklich gute Zeit hat. FIRST BLOOD machen Laune! Lediglich der später immer penetranter werdende Gestank im Raum hinterlässt einen leichten unangenehmen Beigeschmack an einem sonst vortrefflichen Abend.


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