16.9.2017, Beim Red Bull Ring, Spielberg

THE ROLLING STONES & KALEO & JOHN LEE HOOKER

Text: Anna Buchbauer | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 18.09.2017

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Zugegeben: Ich bin gestern nicht ganz unvoreingenommen auf das Stones Konzert in Spielberg gegangen. Böse Zungen behaupteten im Vorfeld, dass die Mitglieder schon lange keine guten Leistungen auf der Bühne abliefern und der einzige Grund für eine weitere Tour Geldmangel oder der lang spekulierte Abschied sein muss. Doch dies scheint weit hergeholt zu sein. 

Aber beginnen wir von vorne. Um etwa 20:45 (mit 15 Minuten Verspätung) betrat das Quartett die Bühne - unter großem Applaus des Publikums. Obwohl die Show nicht ausverkauft war, wirkten alle Tribünen bis hin zum Rand gefüllt. Auf den Stehplätzen konnte man sich nicht über zu viel Platz beklagen.

Als Opener bekammen wir "Sympathy for the Devil" zu hören. Dass Drummer Charlie Watts als einziger den Rhythmus hielt, konnte die Stimmung kein bisschen trüben.

 

 

Auch die nachfolgenden Songs wurden ganz getreu dem Motto '"no filter" gespielt. Hin und wieder ein kleiner Patzer, jedoch genau dadurch sehr authentisch. Die Mischung aus roughen und bluesgeschwängerten Tönen machte es aus. Man kann beinahe behaupten, dass es ein Konzert der Superlative war. 

Nach dem zweiten Song, "It''s Only Rock'n Roll (But I like it)" wurde Spielberg von Mike Jagger auf deutsch begrüßt. Er wirkte als hätte er noch genauso viel Spaß am Performen wie vor zwanzig Jahren. Ein Highlight des Abends war für mich der Publikumswunsch "She's A Rainbow". Erstmals an diesesm Abend schnallte sich Mick Jagger die Gitarre um und der seit 35 Jahren in der Band befindliche Chuck Leavell gab die Melodie auf dem Keyboard vor. Das Ganze wurde von einer nicht überladenen, dennoch fantastischen Lasershow umrandet. 

Je länger das Konzert dauerte desto besser wurde die Stimmung im Publikum. Es wurden weitere Klassiker wie "Paint It Black", oder "Start Me Up" gespielt. Auch die ständigen Outfitwechsel von Jagger gaben der Show noch einmal ein gewisses Etwas. Ebenfalls immer noch in Hochform: Keith Richards, der die Songs "Slippin Away" und "Happy" selbst sang. Richards vermittelte hierbei eine mitreißende und fast schon selbstverständliche Leichtigkeit. Der Abend wurde mit zwei Zugaben, nicht aufhörendem Applaus und einem riesigen Feuerwerk beendet. Diese Nacht wird den rund 95.000 Besuchern mit Sicherheit noch lange in Erinnerung bleiben. 

 

 

Aber warum kein Sold-Out? Zum Einem bietet die Location sehr viel Platz. Zum Anderen wurden bereits im Vorfeld die horrenden Preise heftig kritisiert. Für einen Platz im Diamond Circle musste man mit satten 797,- Euro rechnen. Für ein normales Stehplatzticket fielen immer noch stolze 99,- Euro an. Jedoch bekommt man für dieses Geld eine gute Show geboten. Kein Song gleicht einem Anderen und allein schon die Bühnenshow ist sehenswert. 

Mein Fazit? Ich hoffe, dass uns die STONES noch oft in Österreich besuchen kommen. Alle Mitglieder hängen sich noch mit vollem Elan in ihre Shows und sind eine der letzten Bands, die ein richtiges Woodstock Feeling vermitteln können. 

 

Setlist:

1. Sympathy for the Devil
2. It's Only Rock'n' Roll (But I like it)
3. Tumbling Dice
4. Out of Control
5. Just Your Fool
6. Ride 'Em on Down
7. Play With Fire
8. You Can't Always Get What You Want
9. Dancing with Mr. D
10. She's a Rainbow
11. Paint it Black
12. Honky Tonk Woman
13. Slipping Away
14. Happy
15. Midnight Rambler
16. Miss You
17. Start Me UP
18. Street Fighting Man
19. Brown Sugar
20. (I can't get no) Satisfaction 

Encore:
21. Gimme Shelter
22. JJ Flash 


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