23.09.2017, Altes Kino Landeck, Landeck

SILIUS & TULSADOOM & BACKSTABBERS

Text: Thomas Patsch | Fotos: Julian Raggl, Martin Hammerle, Thomas Patsch
Veröffentlicht am 26.09.2017

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Die Hölle erwachte heute in Landeck und spuckte 7, äh 5 Demons in Person der Oberländer Groove-Thrasher aus. SILIUS luden zur Album-Release-Show! Mit dabei die Barbarenhorde TULSADOOM und die Stoner-Youngsters BACKSTABBERS!

BACKSTABBERS
Als Erste durften die BACKSTABBERS vor das schon zahlreich versammelte Publikum treten. Ein vertrautes Gefühl für die vier Jungspunde, kamen sie doch direkt aus Südtirol angereist, wo sie heute schon einen Gig absolviert hatten. Dergestalt bestens aufgewärmt, walzte der Vierer schwere Stoner-Riffs aus der Kino-PA. Besonders der Bandsong blieb dabei in Erinnerung, ansonsten lieferte die Oberländer Nachwuchshoffnung ein staubtrockenes Paket, das in der Schnittmenge von THE OBSESSED, KYUSS und Konsorten angesiedelt ist. Das Oeuvre wußte wohl zu munden, und so Mancher hatte mit der Idee, dass Sänger Simon mit seinem charmant-kaputten Organ gar an Doom-Grandseigneur Wino erinnert, nicht unrecht. Gerne hätte man sich noch länger in der imaginären, sengenden Sonne der akustischen Wüste gewähnt, doch nach rund einer Dreiviertelstunde hieß es „cut“, da die BACKSTABBERS noch weiter nach naheliegende Nauders mußten, wo die Band heute noch ihr drittes, finales Konzert absolvieren sollte, auch keine schlechte Leistung so ein Live-Triple! BACKSTABBERS...gute, sympathisch wirkende Truppe, die sowohl in puncto Arbeitsmoral als auch songtechnisch gesehen mehr Follower verdient hat, also gönnt den Youngsters ein Like!

TULSADOOM
Durch den Ausfall der eigentlich eingeplanten VOLBEAT-Covertruppe rutschten TULSADOOM im Billing nach oben. Bei Crom kein Fehler, wie schon der Opener „The Glory Of Thulsa Doom“ verdeutlichte. Dank des fetten Mitbrüllers herrschte sofort Stimmung im Alten Kino, auch wenn wohl nicht alle Anwesenden mit den Conan-Fans vertraut waren. Amtlich mit Fell, Leder und Knochen ausstaffiert, fiel die Horde aus dem Osten in Landeck ein, den Westen mit Schwert und Feuer zu erobern. Ein Leichtes dank des starken Songmaterials, das heute im Kino erschallte, können die Wiener doch auf einen reichhaltigen Fundus von Live-Granaten zurückgreifen. Aber auch das neue, punkige „Fist From The Grave“ von der brandneuen Split mit HELLRAZORS, zu dem es ja auch einen Videoclip (hier zu sehen) gibt, vermochte zu gefallen. Der “Hammer Of Thorgrim“ ging auf das Auditorium nieder und generell war amtlich Barbaren-Party angesagt, Kracher wie „Barbarian Bitchfuck“ und „Riders Of Doom“ prasselten auf das feierwütige Volk ein, welches die wilde Horde ansprechend hochleben ließ. Diese wiederum ließ sich nicht lumpen und überzeugte mit einer stimmig-runden Performance voller martialischer Posen und auch Fronter Burny aka Sototh Dult zeigte sich agil, erklomm den Drumriser und sorgte für die entsprechende Stimmung. Unter dem Schlangenbanner von Thulsa Doom überzog der Fünfer den Wilden Westen mit einer rund 50minütigen Verwüstung und verließ – nicht ohne zur „Barbarian Beer Attack“ mit dem Publikum ansprechend anzuprosten - das akustische Schlachtfeld als Sieger.

Setlist:
The Glory Of Thulsa Doom
The Coal Of Blue Fire
Storms Of The Netherworld
Fist From The Grave
Barbarian Bitchfuck
Death Adder
The Hammer Of Thorgrim
Skulls
Riders Of Doom
Barbarian Beer Attack


Full House im Alten Kino! (Foto: Oliver Schilcher)

SILIUS
Mit „Hell Awakening“ krachte der heutige Headliner vor Kurzem in die dichtgepackte Veröffentlichungslandschaft. Heute galt es, das Debut auch live zu präsentieren, natürlich auf heimischem Boden und im rappelvollen Alten Kino. Und es sollte ein beeindruckende Album-Release-Show werden, die große Zahl der Anwesenden überraschte sowohl Band als auch Veranstalter wie auch den Berichterstatter. Über 200 Fans hatten sich eingefunden, ihre Helden zu feiern und taten dies auch lautstark und enthusiastisch. Selbst der krankheitsbedingt arg geschwächte Axtmann Haui mobilisierte alle Kräfte, die Band nahm die seitens des Publikums ausgesandten Vibes auf und ließ die Energie (gleich mit dem energiegeladenen Opener „Immortalize“) in einem Wechselspiel mächtig verstärkt ins Auditorium zurückprallen. Klar war es für SILIUS heute ein klassisches Heimspiel, ein derartiges Maß an Zuspruch und Begeisterung, wie sie der Band heute zuteil wurde, verblüffte aber trotzdem. Was für ein Erfolg für die geerdeten wie sympathischen Musiker, die heute ihre Lorbeeren ernten konnten, sich verdientermaßen in Zuspruch und Anerkennung baden konnten und dem Publikum die Neo-Thrash-Kante gönnten. Der Großteil des Debutdrehers knallte aus den Boxen, zu Hits wie „Anger Management“ oder „Invictus“ kreiste ein friedlich-kontrollierter Pit. Es ging dermaßen rund, dass es einen Konzertbesucher im Rollstuhl nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich mitsamt seinem Rollstuhl „umhaute“, sodass der Rolli-Fahrer nach einer kurzen Schrecksekunde auf Geheiß von Sänger Mottl auf die Bühne gehievt wurde, da frontrow dermaßen der Bär steppte.

Neue Nummern (u.a. „Dance On Your Grave“) wurden auch rausgehauen, obwohl es eigentlich galt, das jüngst via Massacre Rec. veröffentlichte Debut vorzustellen. Drummer Ralph strotzte nur so vor Energie und beförderte vor lauter Punch und Enthusiasmus gleich das Bassdrum-Pedal ins Nirvana, sodass Band und Publikum eine kurze, unfreiwillige Verschnaufpause gegönnt wurde. Der liebgewonnene „Bomber“ kreiste heute ebenfalls über Landeck und Martl durfte einmal mehr den Lemmy zum Besten geben. „7 Demons“ sorgte für das lässige Ende der Show, die Bühne wurde von Zuschauern (wie etwa einem als Captain Spaulding Maskierten) geentert und „Message In A Molotov“ beschloß einen nicht nur für die Band unvergesslichen Abend. Mit einer absolut fetten, vor Drive und Dynamik nur so strotzenden Performance krönte die Band diesen tollen Abend und stand anschließend bereitwillig für Plaudereien und Autogramme zur Verfügung und hatte somit nicht mal richtig Zeit, ihren Konzerterfolg realisieren zu können, immerhin waren heute selbst Fans aus Südtirol für die Oberländer angereist. Ein herrlich unterhaltsamer Konzertabend klang mit der obligatorischen After-Show-Party aus, mit dem FIN/DOOMENTOR/TRIUMPHANT-Triple steht das nächste amtliche Konzertpackage aber schon in den Startlöchern des Alten Kino.

Setlist:
Immortalize
Joy & Pain
Anger Management
Sick & Tired
Invictus
Kingdom Of Betrayal
NEW SONG 1
Dance On Your Grave (NEW SONG 2)
Bomber (MOTÖRHEAD Cover)
War Planet
7 Demons
Message In A Molotov


SILIUS beim imposanten Heimspiel!


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