24.09.2017, Backstage (Werk), München

EDGUY - 25 YEARS: THE BEST OF THE BEST MONUMENTS TOUR 2017

Text: mat
Veröffentlicht am 09.10.2017

Ja, die sympathischen Jungs rund um Frontschwurbler Tobi Sammet sind mittlerweile seit einem Vierteljahrhundert musikalisch tätig. EDGUY - dieses Kapitel hat als Schülerband in ganz jungen Jahren begonnen, um heute, 2017, auf eine unfassbar erfolgreiche, aufstrebende Karriere zurückblicken zu können. Egal ob man sich den bärenstarken Backkatalog der Band ansieht, der mit "Hellfire Club" damals sicher seinen Höhepunkt gefunden hat (was auch die spätere Setlist beweist), aber auch in letzter Zeit immer wieder konstant überzeugende Alben beinhaltet, oder ob man die musikalische Entwicklung der Mannen genauer betrachtet - EDGUY sind heutzutage aus dem melodischen Metal-Sektor nicht mehr wegzudenken. Ganz im Gegenteil - vor allem Mastermind Sammet, der sich mit AVANTASIA noch eine weitere Parallelwelt geschaffen hat, um mit den Großen der Großen aus der Rock-Szene Musik zu machen, darf man mittlerweile wirklich zu den strahlendsten Köpfen dieses Musikuniversums zählen. Und das zurecht! Sicher, viele hauen sich beim stilistischen Output von EDGUY, AVANTASIA und Co lieber ein paar Mal auf die eigene Schädeldecke, bevor sie diese Musik als wertvoll erachten. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, aber welche Musik ist das schon? Und warum auch?

Alles egal, denn EDGUY haben's geschafft, eine Front-Erwähnung im deutschen Metal-Kanon zu erlangen und deshalb feiern sie ihr 25-jähriges Bestehen auch ausgiebig. Einerseits mit der Veröffentlichung einer Best Of-Kompilation mit dem ehrgeizigen Titel "Monuments", die überdies noch fünf neue, ebenso starke Songs beinhaltet. Andererseits mit einer ausgiebigen Tour durch verschiedenste Länder, aber natürlich mit dem Fokus auf ihre Heimat Deutschland. Zu diesem Zweck haben wir uns nach München und - der Vergleich macht nämlich sicher - nach Berlin begeben, um uns diese "Greatest Hits"-Show mal genau anzusehen. Und siehe da - es hat gefallen!

Obwohl EDGUY nicht zu den größten Locations der jeweiligen Städte eingeladen haben, waren die gebuchten Veranstaltungsorte jedes Mal vollgepackt mit freundlichen Metalheads, die sich auf die Jungs, die schon länger nicht mehr so ausgiebig unterwegs waren, so richtig freuten. Dementsprechend spielfreudig war dann auch die Band, als sie - nach ihrem stark an GAMMA RAY erinnernden Support namens THE UNITY - die Stage enterten und sogleich mit dem partylastigen "Love Tyger" vom immer noch neuesten Studiooutput "Space Police - Defenders Of The Crown" aus dem Jahr 2014 loslegten. Und mit diesem Start kann man gleich konstatieren - ja, diese Jungs sind immer noch die gleichen, auch 25 Jahre später. Launige Ansagen, Mitsingspielchen, ein hüpfender, dauergrinsender Tobi am Mikro und eine Instrumentalfraktion, die einfach weiß, was sie tut - und dabei auch noch ganz viel Spaß hat. So soll diese Musik sein und so soll sie auch gelebt werden.

In diesem Sinne spielen sich EDGUY durch ein rund eineinhalbstündiges Programm, das zwar in Zahlen wenige Songs enthält, dafür aber ein tatsächliches Best Of bietet, das sich sehen und hören lassen kann. Natürlich fehlt dem einen oder anderen ein bestimmter Song den er gerne noch gehört hätte, aber das ist bei solchen Jubiläumsshows immer wieder so. Im Großen und Ganzen liegt der Fokus der Setlist aber auf der (wie oben bereits erwähnten) grandiosen "Hellfire Club"-Scheibe aus dem 2004er Jahr. "Mysteria", das überlange, fast eine Viertelstunde andauernde Megaopus "The Piper Never Dies" oder der obligatorische Zugaben-Rausschmeißer "King Of Fools" - alles gut, alles da. EDGUY rocken die Bühnen, geben sich keine Blöße und versprühen eine Lebensfreude, das es einem fast wirklich warm ums Herz wird. Natürlich tragen dazu auch Evergreens wie "Tears Of A Mandrake" oder balladeske Momente wie in "Land Of The Miracle" oder "Save Me" bei, die aus vollen Hälsen aus dem Publikum zu hundert Prozent textsicher mitgeträllert werden können.

Die Zeit verfliegt dabei wie im Nu und schon steht man - nachdem man sich schon sehr lange auf diesen Abend gefreut hat - wieder vor verschlossenen Locationtüren und hat immer noch einen Grinser im Gesicht. So wie der Sammet. Ja, so sind sie, diese Jungs. Und wem diese Art von melodischem Power Metal gefällt, der sollte sich die nächste Möglichkeit, eine EDGUY- oder AVANTASIA-Show zu sehen, unbedingt nicht entgehen lassen. Es lohnt sich, versprochen. "Superheroes" sind sie, diese Jungs.

 

Setlist (ohne Gewähr):

01. Love Tyger
02. Vain Glory Opera
03. Mysteria
04. Land Of The Miracle
05. Lavatory Love Machine
06. The Piper Never Dies
07. Tears Of A Mandrake
08. Drum Solo
09. Ministry Of Saints
10. Save Me
11. Out Of Control
12. Babylon

Zugabe:
13. Superheroes
14. King Of Fools


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