14.10.2017, Kitzmantelfabrik Vorchdorf, Vorchdorf

Metalnight Outbreak Vol. 5

Text: Anthalerero | Fotos: Anthalerero
Veröffentlicht am 19.10.2017

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Alter schützt bekanntlich vor Torheit nicht! Also nahm es ein kleines Stormbringer-Schreiberlein, vom grippalen Infekt geplagt und bis zum Anschlag voll mit Ibuprofen, auf sich, sich am Metalnight Outbreak Vol. 5 in der Kitzmantelfabrik Vorchdorf mit einer vollen Ladung aus Bands aus dem härteren Sektor ins Nirvana zu schießen. Klar, es gibt Schöneres, als im Halbdelirium über ein Festival zu wanken – doch so ein Lineup kann man doch einfach nicht unfotografiert lassen, oder?! Zwar sollte sich der heldenhafte Auftritt des Berichterstatters in den Tagen danach rächen, doch wo Gehobelt wird, da... eh schon wissen. Aber hey, ihr wisst ja gar nicht auf was für Gedanken man kommt, wenn man, quasi unter legale Drogen gesetzt, zu lange in irgendwelche zuckenden, bunten Lichter starrt...
 


DEATH RISING
 

Dabei begann alles so harmlos und so entspannt – da sich der Beginn durch Band-Ausfälle (Die Bazillen grassieren überall!) etwas nach hinten verschoben hatte, gestaltete sich der Auftakt einigermaßen Stressfrei für den Berichterstatter. Natürlich nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem der schmerzende Schädel zum ersten Mal zerschmettert wurde, und zwar von einem Core-Brett, das einem von RAZE YOUR GODS über den Schädel gezogen wurde.

Auf der großen Bühne galoppierten dann zur dortigen Eröffnung die Pink Fluffy Unicorns ein, gefolgt von einer deftigen Death/Thrash-Watschn von DEATH RISING, die trotz Ausfall eines der beiden Gitarristen (...tödliche Männergrippe! Wir beten für ihn!) das bereits anwesende Publikum gleich einmal plätteten.  Nur wenige getrauten sich in Bühnennähe, angesichts des infernalischen Gegrunzes von Fronter Dave – alles Feiglinge hier!

Drüben auf der kleinen Bühne stellte der Berichterstatter einmal mehr fest, wie herzig doch die schwarzmetallische Fraktion sein kann – REGNUM NORICUM standen nicht nur geschlossen im Kilt auf der Bühne, sondern hatten sich auch wahre Kunstwerke ins Gesicht gezaubert – Jungs, wie lange sitzt ihr daran eigentlich? Musikalisch gab es dazu passend hymnischen Schwarzwurzelsound auf die Rübe, zu der bereits einige Leute im Publikum die Matten schwangen.
 


WE BLAME THE EMPIRE
 

Während es draußen schön langsam zu dämmern begann, war drinnen die Zeit der Eskalation gekommen. DAZE AFFECT aus Mondsee, die ihre Gefolgsleute mit eigenem Shuttlebus zur Kitzmantelfabrik gekarrt hatten, sorgten für den ersten Fall der Schranken – und zwar wortwörtlich. Wusstet ihr, dass man auch Polizeigitter umschmeißen kann? [...sag das mal bloß niemandem in Hamburg! Anm.d.Korr.] Gegen den hämmernden, Kauleistenzerrüttelnden Hardcore der Mondseer war das schwarzmetallische Programm, das von SYNKENDE direkt im Anschluss auf der kleinen Bühne dargeboten wurde, direkt erholsam - Propellerbangen ist auch für die Gesundheit eindeutig zuträglicher als Wrestling mit Polizeigittern.

Weil es so schön war, grunzten als Nächstes auf der Hauptbühne DEAD TERRITORY die Bude in Grund und Boden. Das tighte Set der Oberösterreichischen Deather kam bei den anwesenden Todesmetalljüngern ziemlich gut an – hatte der Berichterstatter die voriges Jahr als Late-Night-Act auftretenden Herrschaften noch auslassen müssen, so freute sich das kleine Schreiberlein an diesem Abend umso mehr über den amtlichen akustischen Arschtritt.

Gruppeneskalation war indes die Devise auf der kleinen Bühne – DREAM x AWAKE setzten mit straightem Core mit Arschtrittfaktor eine anständige Duftmarke in den Raum. Die erneut brutalstens abgehende Stahlgitter-Wrestlingtruppe sorgte für Sorgenfalten bei den Fotografen im Graben und ließ das kleine Stormbringerlein sich trotz des starken Auftrittes zurückziehen; Immerhin wurde bei der letzten Ausgabe vorgeschlagen, doch mal eine Pause zu machen um sich nicht zu überfordern – Bussi, Burschen! Wurde somit erledigt!



CALL THE MOTHERSHIP
 

Ein Heißgetränk, eine Leberkässemmel und eine Dosis Ibuprofen später stand man also zu WE BLAME THE EMPIRE wieder vor der großen Bühne. Hoppla – was für ein Hammerauftritt war das bitte? Core mit einer gewissen Grundmelodie und einem kleinen Fronter mit ganz großer Stimme – da schlugen die Herzen der Mädels in den vorderen Reihen höher, wenn Borsti garstig für Sea Sheperd und die Welt ins Mikro keifte. Der heimliche Headliner konnte sich über den größten Publikumszuspruch des Abends freuen und schaffte es sogar, eine ziemlich amtliche Wall Of Death zu initiieren! Respekt!

„Servas, wir san UZZIEL – die hässlichste Boyband der Welt!“ schallte es einem, begleitet von knackigem, thrashigem Schwermetall, auf der kleinen Bühne entgegen. Das ist mal eine Ansage. Zu wenig Selbstvertrauen haben die Oberösterreicher jedenfalls nicht, und falsche Erwartungen wurden auch nicht geweckt – dafür musikalisch alles richtig gemacht, wie das abgehende Publikum bewies.

Noch eine Dosis Apokalypse gefällig? Düsteres Licht, Endzeitoutfits und ein Sound, der einem die letzten kümmerlichen Beißer aus der Kauleiste haut – das ist der Earthcore von CALL THE MOTHERSHIP. Legten die beeindruckend konzeptionierten Wiener bereits am letzten kleinen MNO im OKH die Bude in Schutt und Asche, so standen sie dieses Mal keinen Deut hintennach, was das Publikum entsprechend goutierte.
 


DARKFALL
 

Wie schnell sich das Endzeit-Virus ausbreiten kann, konnte man hernach bei DARKFALL bemerken. Ausgehend vom halb zombifizierten Gitarristen, schützte sich nun auch der Bassist mittels Gasmaske gegen die Unbillen der Apokalypse – wenn Fronter Spiwi die Bude niederbrüllt, dann braucht man das auch. Es bleib also spannend, wie lange es dauert bis die gesamte Band auch optisch im Weltuntergangsszenario ankommt – die donnernden Klänge zur Vernichtung der Welt besitzen sie ja bereits.

Genug der wüsten Klänge – mit dem lang erwarteten Headliner THE UNGUIDED wurde die feinere, melodischere Klinge ausgepackt und die Zuseher damit nach allen Regeln der Kunst filetiert. Wunderbar klarer Sound (ganz anders als THE SORROW im Vorjahr!) und eine blendend aufgelegte, hochsympathische Band, die stets den Kontakt zum Publikum suchte bildete den würdigen Höhepunkt des Abends. Eine epische Soundwand mit dem charakteristischen Wechselspiel aus Clean Vocals und Geschrei bot genügend Gelegenheiten sowohl zum Mitsingen als auch zum Schädel abschrauben. Als Highlight des Auftritts durfte auch noch Veranstalter Walter höchstpersönlich auf die Bühne klettern und mit manischem, ins Gesicht getackerten Grinsen einen Song gemeinsam mit den Schweden keifen! Coole Sache und ein bockstarker Auftritt von THE UNGUIDED!

Einziger, kleiner Wermutstropfen des Abends: Das Publikum begann gegen Ende zu schwächeln und eine nicht unerhebliche Anzahl an Leuten strich kurz nach Mitternacht, windelweich geprügelt vom tighten Programm, die Segel. Auch der Berichterstatter, inzwischen im Halbdelirium ob grippaler Symptome und Dauerbeschallung, gab auf und ließ das Nachtprogramm aus ATHIRIA und HIDDEN ENEMY schweren Herzens sausen. Eventuell wäre eine frühere Endzeit für zukünftige Veranstaltungen zu überlegen, da der Aufmerksamkeitspegel nach 12 Bands in Dauerbeschallung doch bei leider großen Teilen des Publikums signifikante Tendenzen in Richtung Kellerniveau aufwies. Bis auf diesen Schönheitsfehler bedauert es der Stormbringer-Schreiberling zu keiner Sekunde dieses Lineup nicht unfotografiert vorüberziehen gelassen zu haben. Man verzeihe ihm den krankheitsbedingt möglicherweise lückenhaften und etwas flapsigen Bericht...
 


THE UNGUIDED
 

Ihr dachtet, das wären schon alle Fotos? Weit gefehlt! Mehr Bilder zum Liken, Kommentieren und Teilen gibt es bei Images Of Pain And Pleasure!


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