05.11.2017, Wiener Stadthalle, Wien

QUEENS OF THE STONE AGE & BRONCHO

Text: bender
Veröffentlicht am 08.11.2017
Beim letzten Wien-Besuch der QUEENS OF THE STONE AGE war man von ihrer Zugkraft noch ziemlich überrascht, und so musste ihr Auftritt damals von der Sommerarena in die Stadthalle verlegt werden, wo die Band anlässlich der Tour zu ihrem aktuellen Album „Villains“ nun also erneut gastiert. Der Publikumsandrang war diesmal allerdings keine besondere Überraschung mehr, da die Truppe um Josh Homme gemeinsam mit Mark Ronson, dem Produzenten von Pop-Sternchen wie Lady Gaga, Adele und Bruno Mars, mittlerweile ohnehin eine deutliche kommerziellere Richtung einschlägt (folgerichtig hat es „Villains“ sogar bis auf den zweiten Platz der österreichischen Albumcharts geschafft). 
 
2013 hatte man mit den MASTERS OF REALITY noch ein echtes Stoner-Rock Urgestein mit im Gepäck, doch dieses Jahr mussten sich die bereits früh erschienenen Gäste mit BRONCHO zufrieden geben, einer völlig austauschbaren Indie Rock-Band aus Norman, Oklahoma. Knapp 30 Minuten lang spielte diese ihre nur wenig aufregenden Songs ohne besondere Euphorie herunter (der schrecklich scheppernde Stadthallensound tat ihnen dabei auch keinen besonderen Gefallen) und am Ende bekamen sie dafür immerhin noch gedämpften Höflichkeitsapplaus. 
 
Die QUEENS OF THE STONE AGE versuchten dann auf einer Bühne voller leuchtender Slalomstangen und mit einigen netten Lichteffekten die Discostimmung ihres aktuellen Albums zu reproduzieren, das an diesem Abend auch beinahe zur Gänze dargeboten wurde, aber so wirklich gelungen ist ihnen dieses Unterfangen leider nicht. Zum richtigen Tanzen war der Sound oft einfach zu brachial und qualitativ können die neuen Songs einfach nicht mit den alten mithalten. Gerade für langjährige Fans dürfte die Setlist ohnehin eine ziemliche Enttäuschung gewesen sein, da sich die Band zum größten Teil auf das Material der letzten beiden Alben konzentriert hat. Bei einer Spieldauer von knapp zwei Stunden hätte etwas mehr Abwechslung sicher nicht geschadet, aber so haben sich doch einige Längen eingeschlichen, bei denen mancher Zuschauer immer wieder etwas unruhig auf die Uhr blicken musste. Dennoch gab es zwischenzeitlich auch stärkere Phasen, in denen die Band demonstrieren konnte, welch Potential eigentlich in ihnen steckt. So kam es etwa kurz vor der Halbzeit des Konzerts zu einem Stimmungshoch, als mit You Think I Ain`t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire“, „No One Knows“ sowie dem treibenden „Avon“ von ihrem Debütalbum einige ältere Nummern zum Zuge kamen. Weitere Höhepunkte waren danach noch das fetzige Hit-Trio „Little Sister“, „Sick, Sick, Sick“ und „Go With The Flow“ am Ende vor dem Zugabenblock sowie das ausufernde „A Song For The Dead“ zum Konzertabschluss (bei dem sich sogar mehrere Moshpits bildeten). 
 
Die QUEENS OF THE STONE AGE sind mittlerweile eine hochprofessionelle Stadionrockband geworden, die ihr Entertainment zweifelsohne blind beherrscht. Aber ohne kantige Mitstreiter, wie einst Nick Olivieri oder Mark Lanegan, droht Josh Homme mit seinen Kollegen schön langsam in die Beliebigkeit abzudriften. Für einen Großteil des Publikums dürfte es alles in allem schon gepasst haben, aber es gab auch genug kritische Stimmen, die nicht nur vom Sound in der Stadthalle enttäuscht waren. 
 

Setlist QUEENS OF THE STONE AGE (ohne Gewähr):
 
1. If I Had a Tail
2. Monsters in the Parasol
3. My God Is the Sun
4. Feet Don't Fail Me
5. The Way You Used to Do
6. You Think I Ain't Worth a Dollar, but I Feel Like a Millionaire
7. No One Knows
8. Avon
9. The Evil Has Landed
10. I Sat by the Ocean
11. Smooth Sailing
12. Domesticated Animals
13. Make It Wit Chu
14. I Appear Missing
15. Villains of Circumstance
16. Little Sister
17. Sick, Sick, Sick
18. Go With the Flow
 
Zugaben:
19. Head Like a Haunted House
20. Leg of Lamb
21. Un-Reborn Again
22. A Song for the Dead
 


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