07.11.2017, Chelsea, Wien

WEDNESDAY 13 & DIABLO BLVD

Text: Lee | Fotos: Radka Klein
Veröffentlicht am 11.11.2017

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Das Chelsea Wien, am Gürtel gelegen, ist wohl jedem bekannt als Endstation oder Zwischenstopp auf diversen Kneipentouren durch die wohl schönste Stadt der Welt.

Man kann dort nicht nur sehr gut feiern sondern auch Konzerte besuchen, wobei es aufgrund der räumlichen Gegebenheiten sehr kontroverse Meinungen zum Sound bei dieser Location gibt.

Nichtsdestotrotz: DIABLO BLVD und WEDNESDAY 13 waren hier, das waren natürlich schlagende Argumente für eine Exkursion zu den Stadtbahnbögen.

 

 

 

DIABLO BLVD kommen aus Antwerpen, nicht wie man ihnen unterstellen könnte aus Amerika. Sie wirken wie eine der X modernen, schick frisierten Bands aus dem Land jenseits des großen Teiches, live noch mehr als auf Platte. Im Chelsea ist ja eine der Herausforderungen für die Bands, sich irgendwie auf der eher beengten Bühne zu positionieren ohne sich gegenseitig auf die Füße zu treten und/oder Equipment zu beschädigen. Faszinierend anzusehen, wenn es Bands schaffen dann auch noch Show zu liefern und sich wenig, aber doch zu bewegen. DIABLO BLVD zeigten sich herrlich unbeeindruckt von der eher überschaubaren Besuchermenge vor der Bühne und haben ihr Programm durchgezogen. Wenn die gute Laune gespielt war, dann war sie gut gespielt.

Alex Agnew hat eine richtig geile Stimme, die auch bei den Performances ordentlich was liefert. Bereits bei DIABLO BLVD war der Sound zwar rein, aber unfassbar laut – was auch immer den Tontechniker dazu bewogen hat. Als jemand der viele Konzerte besucht hat und es immer noch tut und meist ohne Ohrstöpsel auskommt – wow. Habe ich selten so erlebt.

DIABLO BLVD haben wohlwollendes Nicken der Hörer geerntet (zumindest von denen, die es drinnen ausgehalten haben ohne klingelnde Ohren) obwohl deutlich wurde, dass der Großteil des Publikums wegen WEDNESDAY 13 zugegen war.

 

 

Nach einer Pause zum Umbau gingen die Lichter aus – für den Meister des Horrorpunk: WEDNESDAY 13!

Nicht nur ein Besucher äußerte die Worte: „Ich hab den früher so gern gemocht…“ – für viele also eine Art nostalgischer Konzertbesuch. Man muss auch anmerken, dass die ‚alten’ Platten von WEDNESDAY 13 und das neue Album „Condolences“ ordentlich auseinander klaffen. Musikalisch und von den Texten her würde man wohl nicht die gleiche Person dahinter vermuten.

Schon bei den ersten Songs wurde schnell deutlich: WEDNESDAY 13 ist on stage in seinem Element, daran hat auch die kleine Bühne nichts geändert. Vom Auftreten und der Art her wie er mit den Tracks mitlebt merkt man, dass das ganze WEDNESDAY 13 Konzept das wahre Kunstwerk ist, nicht nur die Musik. Der Sound war lautstärketechnisch jenseits von Gut und Böse, faszinierenderweise jedoch nicht verzerrt oder klirrend. Die Lautstärke hat leider das Konzertvergnügen etwas geschmälert, ohne Ohrschutz war es eigentlich unmöglich zu ertragen.

WEDNESDAY 13 klang auf alle Fälle deutlich metallischer als in den frühen Jahren, das macht auf der Bühne noch mal eine ganz andere Stimmung. Weniger punkig, mehr rockig und den Leuten schien es gut zu gefallen. Die Lautstärke war leider ein absoluter Wermutstropfen, weswegen der Abend in nicht ganz lupenrein guter Erinnerung bleibt.

 


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