08.01.2018, Viper Room, Wien

SEPTICFLESH & INQUISITION & ODIOUS

Text: Lee | Fotos: Kalti
Veröffentlicht am 09.01.2018

ODIOUS aus Ägypten – ja, die kann man zu der Liste der exotischeren Bands hinzufügen die sich bei Live-Auftritten in Wien erwischen ließen – wurden bereits 1998 gegründet, was zu einigem Staunen meinerseits geführt hat. Sie zählen nicht zu den Bands, die Alben im gefühlt vierteljährlichen Takt rausballern, viel mehr ließen sie sich zwischen „Mirror Of Vibrations“ und dem neuesten Album „Skin Age“ gleich an die acht Jahre Zeit. Spricht nichts dagegen, gut Ding braucht bekanntlich Weile.

Bei der Performance im Viper Room ging das Konzept des orientalisch angehauchten Melodic Black Metal leider nicht wirklich auf. Was auf Platte oder einer Listening-Plattform der Wahl noch erfrischend einfallsreich und originell klingt, hat es im schönsten Kellerlokal der Stadt in nicht nachvollziehbare Richtungen zerrissen. Vielleicht war das Stimmungsbarometer schon zu sehr auf die danach spielenden INQUISITION gepolt, vielleicht stand der Mond nicht richtig, man weiß es nicht. Fakt ist, dass ODIOUS sich zwar bemüht haben aber vermehrt nur schwächelndes Kopfnicken aus dem Publikum geerntet haben. Und bitte… in puncto finster klingender Ansagen zwischen den Tracks noch Nachhilfe nehmen.

(Bild: SEPTICFLESH)

INQUISITION wurden von der Meute fieberhaft erwartet – im ausverkauften und dadurch extrem gut gefüllten Viper Room konnte man mehr oder minder freiwillig den Winter für eine Weile vergessen. Schön warm, schön kuschelig. Falls sich jemand gefragt hat wie sich Sardinen in der Büchse fühlen: so.

Oh, INQUISITION. Schon beim Konzert mit/vor ABBATH in der SIMM CITY haben sie mir den Abend gerettet und auch bei diesem Konzert haben sie – trotz Krankheit von Dagon! – wieder mal ihrem Namen alle Ehre gemacht.

Wenn Dagon dem Publikum entgegen schnarrt (in Ermangelung besserer Worte um seinen Gesang zu beschreiben) und sich der Sound ausbreitet wie wabernder Nebel – ohne Worte.

Den Reaktionen im Publikum zufolge hat der Auftritt großflächig gefallen. Im Gegensatz zu später bei SEPTICFLESH war noch vergleichsweise wenig Bewegung im Raum, aber INQUISITION verlangen auch eher ehrfürchtig-erstarrtes Mitbeben, als sich den Kopf abzuschrauben. Jeder Auftritt von ihnen ist ein bisschen wie eine Messe – natürlich eine der guten Art.

Setlist INQUISITION (ohne Gewähr):

From Chaos They Came
Hymn For A Dead Star
Dark Mutilation Rites
Ancient Monumental War Hymn
Command Of The Dark Crown
The Realm Of Shadows Shall Forever Reign
Vortex From The Celestial Flying Throne Of Storms
Embraced By The Unholy Powers Of Death And Destruction
Astral Path To Supreme Majesties
Desolate Funeral Chant
Infinite Interstellar Genocide
A Magnificent Crypt Of Stars

(Bild: INQUISITION)

Bei SEPTICFLESH zeigte sich dann doch noch ein wenig Entfesselung, die vorzüglich gestriegelten Mähnen wurden geschüttelt wie böse. Es ist auch schwer, sich dem Schub an Energie zu entziehen, der von der Band um den charismatischen Spiros Antoniou alias „Seth Siro Anton“ ausgeht.

Verglichen mit INQUISITION weniger feierlich, dafür umso druckvoller haben SEPTICFLESH die vorgewärmte Hörerschaft genutzt um ihr neuestes Album zu präsentieren, ohne auf alte Songs zu verzichten die mit Begeisterung aufgenommen wurden.

Aus den begeisterten Pfiffen und Zurufen ließ sich schließen, dass schon das 2008er-Album „Communion“ von den meisten gekannt und gehört wird – auch das neue Teil „Codex Omega“ (2017) kam eindeutig gut an. Wenn die Griechen so weitermachen wie bisher, stehen die Chancen gut auf weitere großartige Alben und ein paar mehr Liveauftritte mit dem gewissen Etwas.

Setlist SEPTICFLESH (ohne Gewähr):

Dante's Inferno
The Vampire From Nazareth
Martyr
Prototype
Pyramid God
Enemy Of Truth
Communion
Prometheus
Portrait Of A Headless Man
Anubis
Dark Art

(Bild: SEPTICFLESH)


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